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Hornbek (pm/aa). Herbeigesehnt nach einem langen kalten Winter ist er nun endlich wieder zu haben: der Spargel im Herzogtum Lauenburg. Das größte Spargelanbaugebiet Schleswig-Holsteins eröffnete mit dem landesweiten Spargelanstich heute (17. April) die köstliche Saison. Dabei stand die Spargelherzogin im Mittelpunkt des Geschehens: Ihre symbolische Amtshandlung ist der offizielle Start in die Spargelzeit.

Heute wurde in Hornbek im Herzogtum Lauenburg die Spargelsaison in Schleswig-Holstein offiziell eröffnet. Die niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten in den vergangenen Wochen und die relativ nassen Böden stellten Liebhaber des regionalen Spargels aus Schleswig-Holstein auf eine regelrechte Geduldsprobe. Kammerpräsident Claus Heller betonte beim offiziellen Anstich, dass der kalte Start der Qualität des könglichen Gemüses in keiner Weise Abbruch getan hätte. Das Gros der Betriebe wird aber aufgrund der kühlen Witterung erst in der nächsten Woche Spargel zum Verkauf anbieten können. So wurde beim offiziellen Anstich auch dieses Mal bewusst nur eine einzige Spargelstange geernete – eine der wenigen, die bereits die nötige Länge erreicht hatte. Insgesamt brauche der Spargel noch drei bis vier Tage bei guter Wetterlage, erklärte Heller. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage viel Sonne geben, so dass es nächste Woche dann richtig losgehen kann. „Das warten hat sich gelohnt“, so Heller.

Die niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten in den vergangenen Wochen und die relativ nassen Böden stellten Liebhaber des regionalen Spargels aus Schleswig-Holstein auf eine regelrechte Geduldsprobe. Zwei bis drei Wochen später als im Vorjahr, und damit auch im Schnitt der vergangenen Jahre eher spät, ist er jetzt endlich da. Optimal waren die Temperaturen auch in den vergangenen Tagen noch nicht, aber die Sonnenstunden haben ausgereicht, um den Spargel unter den Folienabdeckungen jetzt wachsen zu lassen.

Großer Medienrummel: Alle zwei Jahre ist der landesweite offizielle Spargelanstich im Kreis Herzogtum Lauenburg. Foto: Anders

Für die Spargelherzogin Elin I. ist es bereits die dritte Saison ihrer Amtszeit. Die 20jährige Geesthachterin vertritt die Region und ihr edles Gemüse bereits seit 2016 auf vielen unterschiedlichen Festen, Veranstaltungen und Messen. Sie ist das Aushängeschild der Gemeinschaft Lauenburgischer Spargelanbauer. Zu ihnen gehören neun Betriebe, die rund 120 Hektar Spargelfelder bewirtschaften.

Familie Busacker aus Müssen ist einer dieser Spargelanbauer und gleichzeitig Gastgeber des diesjährigen Spargelanstichs. 50 Hektar landwirtschaftliche Fläche gehören zum Familienbetrieb. 3,5 Hektar der Gesamtfläche werden für den Spargelanbau genutzt. Der Spargel wird zum größten Teil direkt vermarktet, so zum Beispiel im eigenen Hofladen in Müssen. Hier gibt es neben dem Spargel viele weitere eigene Produkte der Busackers zu kaufen. Kartoffeln, Eier, Kürbisse, Marmeladen, Fleisch und Wurst gehören zu diesen Erzeugnissen. „Die stellen für die Bürger einen perfekten Familienbetrieb dar. Vielen Dank für Ihr Engagement“, lobte Kreispräsident Meinhard Füllner den Betrieb, „Wir müssen alles tun, um unsere ländliche Region weiter zu stärken.“

Bis zum 24. Juni wird das edle Gemüse nun wieder auf den Spargelhöfen und an Verkaufsständen in der Region frisch vom Feld angeboten. Und auch die Restaurants im Herzogtum Lauenburg räumen dem Spargel die Hauptrolle auf ihren Speisekarten ein.

Spargelfeste und Spargelbüffets

Die Spargelzeit im Herzogtum Lauenburg wird alljährlich gefeiert. So gibt es am 6. Mai ein Spargelfest auf Kaisers Bauernhof in Salem sowie am 27. Mai auf Lödings Bauernhof am See in Buchholz. Hier, direkt am Ratzeburger See, findet ebenfalls eine Spargelregatta zusammen mit dem Buchholzer Segelverein statt. Sowohl Familie Kaiser als auch Familie Löding bieten ihre vielfältigen Spargelbüffets aus der eigenen Hofküche an. Alle Termine sowie weitere Informationen rund um den Spargel im Herzogtum Lauenburg gibt es auf www.herzogtum-lauenburg.de.

Gemeinschaft Lauenburgischer Spargelanbauer

Zur Demonstrations freigelegt: Noch braucht der Spargel drei bis vier sonnenreiche Tage bei mind. zwölf Grad Celsius um Erntereife zu erreichen. Foto: Anders

Verbraucher setzen auf heimische Ware
Hierzulande wird am liebsten weißer Spargel und der vorzugsweise von Betrieben aus der Region gegessen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Durchschnitt bei 1,5 kg und Jahr. Aber auch grüner Spargel erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Vermarktung erfolgt bei den Schleswig-Holsteiner Betrieben zu 90 % direkt, das heißt, der frisch gestochene Spargel kann direkt ab Hof, in Hofläden, an Straßenständen oder auf dem Wochenmarkt gekauft werden.

Die besten Einkaufsmöglichkeiten
Über die besten Einkaufsmöglichkeiten informiert die Broschüre „Spargelstraße Schleswig-Holstein“ der Landwirtschaftskammer und des Arbeitskreises Spargel unter http://www.lksh.de/verbraucher/einkaufen-auf-dem-bauernhof/spargelstrasse/ Hier finden Sie einen praktischen Wegweiser zum Spargelbetrieb in Ihrer Nähe.

Zahlen und Statistik
In Schleswig-Holstein bauen etwa 50 Betriebe auf einer Fläche von mittlerweile über 500 ha Spargel an, darunter 90 ha Junganlagen, die erst nach und nach vollen Ertrag bringen. Damit hat sich die Spargelanbaufläche insgesamt in Schleswig-Holstein mit 5 % leicht erhöht. Im Vergleich zu Süddeutschland liegen die Erträge im Norden meistens witterungsbedingt je nach Jahr 20 bis 30 % niedriger. Umso wichtiger ist es, für die Spargelanbauern hier in Schleswig-Holstein regionale Absatzwege zu finden, die den witterungsbedingten Standortnachteil auch honorieren. Die rund 2.000 t Spargel aus Schleswig-Holstein werden deshalb zum größten Teil direkt vermarktet und in Schleswig-Holstein verzehrt.

Spargel braucht Wärme
Die Spargelbauern hoffen jetzt auf den Frühling, insbesondere einen sonnigen Mai, und auf viele Spargelkunden an den Feiertagswochenenden. Wie der verspätete Saisonbeginn zeigt, braucht Spargel Wärme. Denn Spargel wächst erst bei Temperaturen um die 12 °C an der „Triebkrone“. In den vergangenen Tagen lagen die Temperaturen, gemessen im Damm, aber gerade mal bei 9 °C (dank Folie, Außentemperatur 5 °C).

Dämme und Folien
Verzögerungen sind außerdem im Februar und März aufgrund von Kälte und Nässe aufgetreten. Eigentlich hätten dann bereits wichtige Arbeiten zur Vorbereitung auf die Saison wie Aufdämmen der Spargeldämme, das Verlegen der Folien und das Aufstellen der Minitunnel für die Verfrühungsflächen in den Betrieben erledigt werden müssen. Diese konnten aber in diesem Jahr erst Ende März erfolgen. Die Bodenstruktur in den Dämmen muss möglichst feinkrümelig sein, um ein schnelles Erwärmen zu gewährleisten. Die Folientechnik sorgt dafür, dass die Spargelpflanzen früher zu ernten sind. Sie bewirken eine schnellere Erwärmung der Dämme und halten die Wärme auch besser im Damm. Diese Folientechnik sorgt für einen früheren Erntestart und damit für eine kürzere Wartezeit auf das beliebte Saisongemüse. Kann man wie in diesem Jahr die Folie nicht rechtzeitig auflegen, verzögert sich der Erntestart zusätzlich.

Logistische Meisterleistung

Die ganze Saison über sorgen die Spargelbauern gemeinsam mit vielen Saisonarbeitskräften – oft aus Osteuropa – dafür, dass das beliebte Gemüse frisch auf den Teller kommt. Dafür ist eine ausgeklügelte Logistik vom Feld zum Hof und zur Weiterverarbeitung vonnöten. Denn für die Qualität des Spargels spielt das „Handling“ des Edelgemüses vom Feld bis auf die Ladentheke eine entscheidende Rolle. Beschädigungen der Spargelstangen bei Ernte, Transport und Aufbereitung sind möglichst zu vermeiden, ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kühlung. Sobald der Spargel aus dem Boden geholt wird, muss dafür gesorgt werden, dass die Stangen schnell zum Hof kommen und auf 4 °C gekühlt werden. Die Belieferung der Stände und Hofläden erfolgt bei den Betrieben der Spargelstraße kontinuierlich, sodass die Verbraucher sicher sein können, frischen Spargel zu erhalten, der vor Kurzem erst geerntet, aufbereitet und optimal gelagert wurde.

Woran erkennt man frischen Spargel?

Verbraucher sollten auf regionalen Spargel direkt vom Erzeuger aus Hofläden oder vom Wochenmarkt achten, denn dort ist er am frischesten. Frischen Spargel erkennt man an den geschlossenen Spitzen. Er knirscht (quietscht) beim Aneinanderreiben. Die Schnittstellen sind feucht und nicht eingetrocknet. Nach dem Kauf sollte der Spargel möglichst schnell mit einem feuchten Küchenhandtuch umwickelt im Kühlschrank eingelagert werden, bis er auf dem Teller landet.