Geschäftsjahr mit solidem Ergebnis abgeschlossen

Bilanzpressekonferenz der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg für das Geschäftsjahr 2017

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Rainer Burghardt (li.) und Udo Schlünsen freuen sich über ein weitere gutes Geschäftsergebnis. Foto: Anders
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Ratzeburg (pm/aa). Mit einem grundsoliden Ergebnis schließt die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg das Geschäftsjahr 2017 ab. „Wir sind weiterhin mit einer andauernden Niedrigzinsphase und hohen regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Dieser Herausforderung haben wir, das heißt unsere Mitarbeiter, uns gestellt und sie erfolgreich gemeistert“, so der Vorstandsvorsitzende Rainer Burghardt über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Das Institut konnte das Eigenkapital um knapp fünf Prozent auf 371 Millionen Euro aufstocken, hat infolgedessen ein Kernkapital von 16,25 Prozent und liegt damit deutlich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen. „Diese solide Eigenkapitalbasis brauchen wir, um die Wirtschaft und die Privatkunden mit Krediten zu versorgen. Sie versetzt uns in die Lage, die vor uns liegenden Herausforderungen souverän zu bewältigen“, so Burghardt. Derzeit liegt der Kreditbestand der Kreissparkasse bei 2,5 Milliarden Euro. Davon entfallen allein 1,55 Milliarden auf Kredite an Unternehmen und Selbstständige sowie 950 Millionen auf private Haushalte. Aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen ist der Zinsüberschuss erneut geringer ausgefallen als im Vorjahr. Die Bilanzsumme bleibt für das Geschäftsjahr 2017 mit einer leichten Steigerung auf 3,04 Milliarden Euro stabil.

Klassische Sparprodukte verlieren zunehmend an Bedeutung, stattdessen dominieren die täglich fälligen Anlagen. Die Kundeneinlagen sind trotz der schlechten Zinssituation auf 2,04 Milliarden Euro angewachsen. Ein erfreulicher, wenn auch noch zu steigernder Zuwachs um knapp 20 Prozent ist im Bereich der Wertpapieranlagen zu verzeichnen, die in Zeiten niedrigen Zinsniveaus gute Renditen erzielen. Zu nennen sind hier Immobilien- und Aktienfonds sowie –zertifikate, aber auch der direkte Aktienhandel und Dachfonds aus dem Verbundgeschäft mit der DekaBank. Insgesamt betreut die Kreissparkasse ein Wertpapiervolumen von 530 Millionen Euro. „Als Lebensbegleiter unserer Kunden sind wir jetzt gefragt, die richtige Anlagestrategie zu empfehlen“, erläutert Vertriebsvorstand Udo Schlünsen, „dafür gibt es drei Kriterien, die wir den Kunden näher bringen: Renditechancen nutzen, Vermögen breit streuen und Vorsorgelücken schließen.“

Im Privatkundengeschäft greift das neue Filialkonzept mit weiteren Filialeröffnungen und -verlegungen in Berkenthin, Börnsen und Krummesse im letzten Jahr und wirkt sich deutlich positiv aus. Burghardt: „Da können wir unsere Kollegen nur loben.“ Zudem sei das Verbundgeschäft, speziell die Versicherungen, mit einem Anteil von fast zwei Millionen Euro und einer Steigerung um vierzehn Prozent allein im Kompositbereich eine starke Komponente im Jahresergebnis.

Holger Petersen

Eine Neuorganisation der Bearbeitung von Krediten hat im vergangenen Jahr die Geschäfte der Kreissparkasse begleitet und neben allen anderen Bereichen auch maßgeblichen Einfluss auf Investitionen im Firmenkundenbereich gehabt. Alle Prozesse und Strukturen wurden angepasst und optimiert, um weiterhin auf Basis der sehr guten Eigenkapitalquote als starker Partner der Wirtschaft zur Seite zu stehen. „Wir haben schlagkräftige Beratungs-Teams, die jetzt in dem für uns so wichtigen Firmenkundengeschäft noch zielgenauer beraten werden“, so Schlünsen. Mit Holger Petersen konnte zudem ein Firmenkundenspezialist mit großer Fachkompetenz für die Leitung der Vertriebsdirektion gewonnen werden, der diesen Bereich zukünftig mit neuen Impulsen stärken wird. Herr Petersen hat im Februar 2018 den Firmenkundenbereich übernommen und löst Herrn Markus Miethke in dieser Funktion ab, der im Zuge dessen künftig die Vertriebsdirektion Immobilien verantwortlich leiten wird. Die enge Zusammenarbeit zwischen beiden wird gerade im Geschäft mit Bauträgern sowie gewerblichen Immobilienvermittlern von großem Nutzen sein.

Markus Miethke

Herr Miethke wird dem Immobilienbereich aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Kreissparkasse eine neue Dynamik geben können, was die bereits jetzt überzeugenden Zahlen in dem Vertriebsgebiet maßgeblich stärken kann. Leben und Wohnen im Kreis ist weiterhin attraktiv und im Gegensatz zu den großen Metropolen nach wie vor erschwinglich. Mit 206 privaten vermittelten Immobilien und einem Kreditvolumen von 94 Mio. Euro sowie vier großen Baugebieten bzw. -projekten ermöglichte die Kreissparkasse 2017 vielen Menschen das Leben hier vor Ort. Bereits jetzt sind weitere große Neubaugebiete im Süden des Kreises für 2019 in Planung, die zirka 200 Grundstücke in Aussicht stellen. Damit ist die Kreissparkasse gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen, der Lauenburgischen Sparkassen Immobilien GmbH (LSI), auch starker Partner der Kommunen bei der Erschließung und Veräußerung neuer Wohnungsbaugebiete.

Die fortschreitende Digitalisierung ist für die Bankenlandschaft ebenfalls ein wichtiges Thema. Auch die Kreissparkasse darf und wird sich dieser Entwicklung nicht verschließen. Alle Bereiche – ob Privatkunden, Firmenkunden oder Immobilieninteressenten – greifen auf Online-Medien zu, die die Abwicklung ihrer Geschäfte vereinfachen. So können bereits jetzt bestimmte Abschlüsse, Kundenanfragen oder Aufträge entspannt von unterwegs oder zuhause mit Tablet oder Smartphone erledigt werden. Kommt man nicht weiter oder hat Beratungsbedarf, kann die Aktion ohne Probleme in der Filiale gemeinsam mit dem Berater weitergeführt werden. Kunde und Sparkassenmitarbeiter arbeiten also auf der gleichen IT-Oberfläche.

Die neuen Apps für Fotoüberweisung, Kwitt und das Push-Tan-Verfahren runden zudem das bereits bestehende Angebot ebenso ab, wie das Elektronische Postfach, was bereits 54 % der Kunden nutzen. Eine große Akzeptanz, die auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit sehr positiv zu betrachten ist.

„Für uns bleibt allerdings der Mensch trotz oder gerade mit der Digitalisierung im hauptsächlichen Fokus“, so Rainer Burghardt. Die Entwicklung müsse sich immer am Kundenverhalten und –wunsch orientieren. Für 2018 seien bereits wichtige Neuerungen wie die Videolegitimation, elektronische Unterschriften auf sogenannten PenPads und vieles mehr in Planung.

Auch im Bereich des gesellschaftlichen Engagements führt der Weg nicht an der Digitalisierung vorbei. Mit der Teilnahme am Schleswig-Holstein-weiten SH_WLAN, das den Kunden in nahezu allen Sparkassen und vielen öffentlichen Gebäuden im Land den unbegrenzten, kostenfreien Internet-Zugang ermöglicht, schafft die Kreissparkasse eine wichtige Basis zur Nutzung der neuen Medien. Die Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders im Kreis hat für die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg nach wie vor einen sehr großen Stellenwert. Mit 637.000 Euro konnten im letzten Jahr 280 Projekte von Vereinen, Verbänden und Organisationen unterstützt werden.

Der Ratzeburger Goldachter von 1968 soll im Hotel, dem Nachfolgebau des Kreissparkassengebäude, einen neuen Platz finden. Foto: Anders

Der geplante Hotel-Neubau am jetzigen Standort der Kreissparkasse in Ratzeburg, der im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, wird das Stadtbild der Kreisstadt aufwerten. Die Abstimmung mit dem Investor liegt, wie im Sommer vorgestellt, im Plan, so dass die Kreissparkasse 2020 das jetzige Gebäude verlassen und mit der ServiceFiliale ein zentral gelegenes Interimsquartier beziehen kann. Unmittelbar danach wird dann der Abriss des Gebäudes Am Markt 4-5 beginnen. Parallel dazu sind die vorbereitenden Planungen für den Neubau des dritten Flügels am bereits bestehenden Verwaltungsgebäude der Kreissparkasse in Mölln abgeschlossen und der Bauantrag ist gestellt. „Bis Mai sollen erste Skizzen vorlegen, wie das Hotel aussehen soll. Bevor aber die Abrissbirne kreist, müssen wir in Mölln für Ersatz sorgen“, erklärt Burghardt. Rund 70 Arbeitplätze werden dann nach Mölln in den Grambeker Weg verlegt. Das dortige Verwaltungsgebäude wird dann mit einem rund 3.000 Quadratmeter großen Anbau erweitert. Die Kosten dafür sollen rund neun Millionen Euro kosten. Der Anbau könnte bis Ende 2019 fertiggestellt sein.

Nach dem Abriss des alten KSK-Gebäudes am Ratzeburger Marktplatz soll an gleicher Stelle ein Hotelkomplex entstehen. Hierin wird dann auch wieder eine Kundenservicefiliale der KSK einziehen. Für die Zwischenzeit sucht die KSK noch einen provisorischen Standort auf der Ratzeburger Insel.

Der Ratzeburger Goldachter von 1968 und der erste Einer des Ratzeburger Ruderclubs, die derzeit die Servicehalle der KSK verschönern, sollen am Standort bleiben. Laut Burghardt hat der Investor des Hotels großes Interesse bekundet, die beiden Schmuckstücke ins Hotel zu integrieren.

Der Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg erwartet 2018 ein gutes Geschäftsjahr in einer Region, die mit ihrer Nähe zu Hamburg und Lübeck neben hoher Lebensqualität auch einen guten Wirtschaftsstandort bietet. „Wo man sich wohl fühlt, Geschäftsfelder und Arbeitsplätze findet, investiert man eben auch“, so Rainer Burghardt, „das ist die Grundlage für unsere Arbeit.“