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Moin, ich bin Jule, 35 Jahre alt, Mama einer wundervollen Räubertochter, Ehefrau eines geliebten Mannes, und lebe seit fast zehn Jahren in Hamburg.

Ohne einen religiösen Hintergrund dafür zu haben, fand ich die Fastenzeit immer schon spannend, um feste Muster aufzubrechen. Und einiges ist geblieben. Die Umstellung aufs vegane Leben begann vor sieben Jahren. In der Fastenzeit. Und seit mittlerweile zwei Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr. Ehrlicherweise hat meine Schwangerschaft, die ich nach drei Tagen Fasterei bestätigt bekam, da deutlich geholfen, das Vorhaben durchzuziehen.

Letztes Jahr habe ich nicht gefastet, zu frisch war das Leben als Mama. Und irgendwie bin ich fast ein bisschen aufgeregt gewesen, als ich drüber nachdachte, was ich denn dieses Jahr verändern möchte. Es gibt da dann doch einiges, was mir einfällt… mehr Sport zum Beispiel. Habe ich aber schon im Dezember relativ erfolgreich mit angefangen, das gibt also zu wenig her. Den Plastikmüll reduzieren. Will ich schon lange. Hmm. Mehr Trinken. Hmmhmmmm. Nicht Naschen. Naja, so viel nasche ich eigentlich gar nicht. Social Media-Fasten? Nicht mehr fernsehen? Oder nur eingeschränkt? Da macht der Mann nicht mit. Schwierig…

Und dann kam mir gestern die zündende Idee. Ich werde so gut es geht auf zubereitete Lebensmittel verzichten. Also nichts Fertiges mehr kaufen. Brot selbst backen, meine Aufstriche endlich selber anrühren, statt Frühstückssaft einen frischen Smoothie trinken, Vollkornprodukte bevorzugen, endlich genau wissen, was da drin ist in unserem Essen. „Nudeln können wir ja noch kaufen“, sage ich zum Mann. Der meint, das sei ja nur Hartweizengrieß, Wasser und ein bisschen Öl, einfacher ginge es ja wohl kaum. Gut, kaufen wir eben auch keine Nudeln mehr.

Da ich mich erst so kurz vor knapp entschieden habe, gehe ich nun also gänzlich unvorbereitet in die Fastenzeit. Brauche vorhandene Lebensmittel erstmal auf. Aber dann…! Vielleicht reduziert sich mein Plastikmüll dann von ganz allein? Ich bin jedenfalls gespannt, und freue mich, wenn Du mich begleiten magst.

1. Tag (14.02.)

Zum Frühstück gibt es die beiden letzten Scheiben Mischbrot. Gar nicht mal so lecker. Aufstrich habe ich noch offen, ebenso veganen Aufschnitt. Naja, Fasten light, ist jetzt eben so, der Weichspülerstart. Am Tag sind wir viel unterwegs, meine Mama besuchen, da gibt es Kekse, hahaha… Klar, wenn ich unterwegs bin, esse ich (unter der Voraussetzung, es ist vegan) alles. Und es gibt viele Kekse. Soviel zum Thema Naschen.

Wieder zuhaus ist dann schon nur noch Knäckebrot in der Küche. Dem Kind gebe ich Maisstangen (mach ich sowas in Zukunft auch selbst?), ne Stulle schmieren scheitert am Brot, das ich backen muss. Mama hat mir direkt zwei Bücher mitgegeben. Aber warum sind die Rezepte alle so kompliziert? Vorteig, ruhen lassen, blabla. Dauert mir alles viel zu lange. Chefkoch.de hilft. Saftiges Vollkornbrot. Wirklich einfach.

Mit der letzten Packung Trockenhefe (2016 abgelaufen), Dinkelmehl, und Hirse, Buchweizen und Sesam (statt der Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Not macht erfinderisch) wird es unheimlich lecker. So lecker, dass der Mann nach der Arbeit auch noch etwas davon „probiert“. Naja, fürs Frühstück reicht es vielleicht grade noch.

Das Kind isst noch schnell gekochte Möhren und Kartoffeln mit Hummus (auch noch offen im Kühlschrank).

Na bitte, der erste Tag ist überstanden, nur eine halbe Mogelpackung sogar. Auf dem Einkaufszettel stehen jetzt schon völlig andere Sachen als noch letzte Woche.

Was der morgige Tag wohl bringt?