Erfolgsgeschichte: Fotodokumentation zu den Grenzöffnungen und zur Deutschen Einheit in dritter Auflage

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Heike und Hartwig Fischer bei der Vorstellung ihres Buches 2014 im Alten Kreishaus. Foto: Anders
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Ratzeburg (pm). Das Ehepaar Heike und Hartwig Fischer aus Ratzeburg hatte vor einem Jahr zum 25jährigen Jahrestag des Falls der Berliner Mauer am 9. November 1989 eine Fotodokumentation mit dem Titel „Weltgeschichte vor der Haustür“ zu den Grenzöffnungen der Jahre 1989/90 zwischen dem Landkreis Nordwestmecklenburg und dem Kreis Herzogtum Lauenburg erstellt (Herzogtum direkt berichtete). Da auch die zweite Auflage innerhalb kurzer Zeit restlos vergriffen war, hat das Ehepaar Fischer eine dritte erweiterte Auflage drucken lassen, die soeben im Buchhandel erschienen ist.

Unter der Thematik „Gegen das Vergessen“ zeigt die Fotodokumentation an zahlreichen Beispielen, wie die DDR-Grenzsperranlagen zwischen dem Landkreis Nordwestmecklenburg und dem Kreis Herzogtum Lauenburg damals ausgesehen haben. 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung der innerdeutschen Grenze sind von den einst tödlichen Sperranlagen der DDR mit den Metallgitterzäunen, den Panzer- und Kfz-Sperrgräben, Wachtürmen und Kolonnenwegen nur noch wenige Relikte erhalten. In der Euphorie der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung sind fast alle Elemente der Grenzsperranlagen abgebaut worden, so dass meist nur noch Zeitzeugen Auskunft über Details der Grenze geben können.

Die Autoren schildern ferner anhand von zahlreichen Bildern, mit welcher unbeschreiblichen Begeisterung die Bevölkerung im Lauenburgischen und Mecklenburgischen die Öffnung der Grenzen in unserer Region begrüßt hat. Kein Zeitzeuge der Grenzöffnungen wird je in seinem Leben diese Ereignisse vergessen, als sich Weltgeschichte unmittelbar vor der Haustür abspielte.
Die Fotodokumentation belegt exemplarisch, wie Häuser im DDR-Grenzsperrgebiet durch die dortigen Behörden dem Erdboden gleichgemacht oder Sichtsperren in Form von Mauern errichtet wurden, um jeglichen Kontakt zwischen Bürgern aus Ost und West zu unterbinden. Gleichzeitig wird auf die brutalen Zwangsaussiedlungen von systemkritischen DDR-Bürgern aus der 5-Kilometer-Sperrzone eingegangen.

Unter der Thematik „Damals – Heute“ verdeutlichen die Autoren mit zahlreichen vergleichenden Fotos, wie markante Grenzpunkte zwischen dem Lauenburgischen und Mecklenburgischen vor 25 Jahren ausgesehen haben und wie stark sich die Landschaft bis heute verändert hat.

Der historische Hintergrund zur Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg bis zur Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 ist zur Erläuterung in die Bilddokumentation eingebettet. Der Leser erhält wichtige Informationen zum Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 und zu Ulbrichts berühmten Satz „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Die Autoren schildern unter anderem unter der Überschrift „Schabowskis Zettel“ wichtige Hintergründe zur legendären Pressekonferenz des SED-Politikbüromitglieds Schabowski am 9. November 1989. Im Mittelpunkt der dritten Auflage steht ferner der dramatische Weg zur Wiedervereinigung, da das „Zeitfenster zur Deutschen Einheit“ extrem klein war.

Die Autoren möchten mit ihrer Fotodokumentation einen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte insbesondere für die Region vom Kreis Herzogtum Lauenburg und Nordwestmecklenburg leisten und – nicht nur für die jüngere Generation, die die monströsen Grenzanlagen nicht aus eigener Anschauung kennt – einen tiefen Einblick in authentisches Geschichtswissen vermitteln.