Schönberg (pm). Wie kann die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein wieder mehr Freiraum für unternehmerische Entscheidungen bekommen? Darüber diskutierte die CDU Herzogtum Lauenburg mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes, Johannes Langhans, und Staatssekretär Otto Carstens aus dem schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium kürzlich beim 6. CDU-Erntebier auf dem Kornboden in Schönberg.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Belastungen durch Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und die wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Betriebe. Langhans schilderte dabei konkrete Erfahrungen aus der Praxis und forderte mehr Entscheidungsmut in den Behörden.
Staatssekretär Carstens berichtete über Maßnahmen des Landwirtschaftsministeriums, unter anderem beim Gänse- und Wolfsmanagement, bei der Nutriabekämpfung sowie bei der Sicherung von Schlachtkapazitäten für Schweine. Auch die Unterstützung des ländlichen Raums wurde thematisiert.
Carstens schilderte eindrücklich, dass in den Bereichen große Fortschritte erzielt wurden und das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein künftig im Landwirtschaftsministerium verantwortet wird. Auch konnte nach der Schließung des Schlachthofes in Perleberg (Brandenburg) eine Lösung für die Landwirte in Schleswig-Holstein erreicht werden.
„Landwirte brauchen keine weiteren gut gemeinten Ankündigungen, sondern Entscheidungen, die in der Praxis funktionieren“, sagte CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Rasmus Vöge. „Wir müssen wieder stärker darauf vertrauen, dass Menschen vor Ort wissen, was sie brauchen und wie etwas umgesetzt werden kann.“
Ein Schwerpunkt der Diskussion war die Verwaltung. Nach Auffassung der CDU müsse sich deren Selbstverständnis stärker an der Frage orientieren, wie Vorhaben und Anträge ermöglicht werden können.
„Wir brauchen Ermöglichungsbehörden statt Verhinderungsplanung. Wer einen Antrag stellt, sollte einen Partner vorfinden, der nach einer Lösung sucht – und nicht jemanden, der zuerst Gründe für eine Ablehnung findet“, so Vöge.
Mit Blick auf die politische Arbeit in Schleswig-Holstein kündigte Vöge an, die CDU werde insbesondere die Themen Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und die Stärkung des ländlichen Raums weiter in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
„Der ländliche Raum darf bei politischen Entscheidungen nicht nur mitgedacht werden. Er muss gehört werden – und zwar von der Landwirtschaft über die Kommunen bis zu den Menschen, die dort leben.“
Zum CDU-Erntebier: Das Erntebier ist eine Veranstaltung der CDU für den Austausch der Akteure im ländlichen Raum. Wir fördern den Dialog und suchen im Gespräch nach Lösungen für die Herausforderungen, denen Landwirtschaft und ländlicher Raum gegenüberstehen.
Eingeladen werden Landwirte und Verbände des ländlichen Raums sowie Vertreter aus der Landtechnik und des Landhandels.
Bisherige Redner waren unter anderem:
Werner Schwarz, Minister für Landwirtschaft Schleswig-Holstein
Niclas Herbst, Mitglied des Europäischen Parlaments
Albert Stegemann, Mitglied des Deutschen Bundestages
Rixa Kleinschmidt, Mitglied des Landtages










