Ratzeburg/Sterley (pm). Das »Bündnis für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland« hat sich auf seiner jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Sterley als zuständiges Gremium mit zwei Antragstellungen an die ‚Partnerschaft für Demokratie‘ der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen befasst. Zum einen wurde die Beteiligung an einer kreisweiten Theateraktion zu den Themen „Cybermobbing, Medienkompetenzen und Radikalisierung“ ermöglicht, die im November in Schulen des Kreises stattfinden soll. Durchgeführt wird dieses Angebot durch das Ensemble »Comic On!«, das an insgesamt vier Schulstandorten pro Auftrittstag zwei unterschiedliche Aufführungen samt Diskussion anbietet: das Theaterstück „RADIKAL“ ab Klassenstufe 7 und das Theaterstück „R@USGEMOBBT 2.0“ für die Klassenstufen 3–5. In Ratzeburg wird es im Burgtheater Station machen und vor bis zu 300 Schülerinnen und Schülern spielen.
Auch ein zweiter Förderantrag wurde im Bündnis positiv beschieden. Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. möchte für Schulklassen der Lauenburgischen Gelehrtenschule ein Unterrichtsangebot zur Antisemitismusprävention organisieren. In dessen Fokus steht die Ausstellung „Mut und Widerstand“ der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Sie erzählt die Geschichte von Juden, die sich trotz lebensbedrohlicher Umstände dafür entschieden, andere Juden zu retten. Die Schülerinnen und Schüler werden von geschulten Lehrkräften eingeladen, sich vor diesen Beispielen über Solidarität und Menschlichkeit auszutauschen.
Das Bündnis diskutierte im Anschluss über ein Schutzkonzept für engagierte Menschen, die sich offen und aktiv für die freiheitliche, demokratische Grundordnung einsetzen. Ihnen gilt es, den Rücken zu stärken – gegen Anfeindungen, Einschüchterungen oder Bedrohungslagen. Es fußt auf der jüngst fertiggestellten Situations- und Ressourcenanalyse für die ‚Partnerschaft für Demokratie‘, die von einer Studierendengruppe der Technischen Hochschule Lübeck erarbeitet wurde.
Mit Blick auf die erfreulich hohe Nachfrage nach Förderungen für demokratiestärkende Projekte an die ‚Partnerschaft für Demokratie‘ entschied das Bündnis, ein Angebot des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ anzunehmen, die Bundesfördermittel für die Partnerschaft von aktuell 125.000 € auf 140.000 € zu erhöhen. „Wir nehmen ein steigendes Interesse von Menschen und Institutionen wahr, sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen, und wollen dem auch mit einem verlässlichen Förderverfahren in unserer ‚Partnerschaft für Demokratie‘ begegnen“, sagte die Bündnisvorsitzende Gesine Biller.










