Römnitz (aa). Seit über einem Jahrzehnt diskutiert die Gemeinde Römnitz über den Bau von Ferienwohnungen am Ratzeburger See. Was als wirtschaftliche Chance begann, entwickelte sich zu einem umstrittenen Projekt, das Naturschützer, Politiker und Anwohner spaltet. Die Chronologie der Ereignisse zeigt, wie aus einer Idee ein rechtlicher und ökologischer Dauerstreit wurde.
Chronologische Abfolge mit aktuellem Stand (2026)
2012-02-16: Römnitz plant Ferienhäuser – Grüne fordern mehr Objektivität
Projekt: Planung von fünf Ferienhäusern (20 Wohneinheiten) für einen wechselnden Personenkreis und einem Wohnhaus direkt am Ratzeburger See (20 m vom Ufer).
Investor: Privatinvestor (Eigentümer der Römnitzer Mühle).
Kritik der Grünen:
Baufenster zu groß, nicht naturschutzverträglich (Steilhangufer, Schilfbewuchs).
Fehlende Objektivität bei Standortwahl, Alternativen nicht geprüft.
Kreis Herzogtum Lauenburg: Erhebliche Zweifel an Verträglichkeit mit Naturschutzrecht.
Bedingungen des Kreises:
Kein Verkauf an Private, keine Dauerwohnnutzung, maximale Größe 70 m² pro Ferienhaus.
Prüfung von Alternativen (z. B. Appartementhaus statt Einzelhäuser).
2012-09-14: Geteilte Meinungen – Bürger informieren sich
Projekt: 5 Ferienhäuser für einen wechselnden Personenkreis auf Gelände der Römnitzer Mühle.
Anpassungen: Ursprünglich weiter nördlich geplant, wegen Naturschutzgebiet verworfen.
Kritikpunkte:
Massivität des Baus, Verkehrsaufkommen, fehlende Bedarfsprüfung.
Naturschutz: Gutachten eines Biologen in Arbeit.
Bürgerbeteiligung: Kritik an verspäteter Informationsweitergabe.
Nächste Schritte: Abstimmung über Bebauungsplan-Entwurf in 4–8 Wochen.
2014-12-11: Interview mit Bürgermeister Karl Guse
Bürgermeister betont wirtschaftliche Chancen und Notwendigkeit des Projekts.
2021-03-22: Grüne erneuern Kritik
Kritik: Mangelnde Transparenz, Umweltbedenken, Forderung nach unabhängigen Gutachten.
2023-07-03: Neuer Bürgermeister – Trutz Neubarth-Berckemeyer
Keine direkten Aussagen zum Projekt, aber mögliche neue politische Ausrichtung.
Aktueller Stand (2026): Baugenehmigung abgelaufen und umstritten
Baugenehmigung für fünf Ferienhäusern (19 Wohneinheiten) für einen wechselnden Personenkreis wurde vor über drei Jahren erteilt und ist abgelaufen.
Aktueller Prozess:
Antrag auf Verlängerung fristgerecht beim Bauamt eingereicht.
Gemeinde Römnitz wurde um Stellungnahme gebeten.
Einstimmige Ablehnung in der Gemeindeversammlung:
Begründung: Beachtliche Mängel im Bebauungsplan (fehlerhafte Grundlage für Genehmigung).
Mängel wurden innerhalb der Jahresfrist gerügt und sind damit dauerhaft beachtlich.
Bauamt prüft aktuell umweltrelevante Aspekte (nicht den Bebauungsplan selbst).
Genehmigung bisher nicht verlängert – Entscheidung steht aus.
Zusammenfassung der Argumente
Befürworter
Wirtschaftlicher Nutzen: Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Tourismusförderung.
Infrastrukturverbesserung: Modernisierung und Attraktivitätssteigerung.
Rechtliche Sicherheit: Anpassungen an behördliche Vorgaben.
Gegner
Umweltbelastung: Eingriff in Schutzgebiete, Schilfbewuchs, Steilhangufer.
Verkehrsprobleme: Erwarteter Anstieg durch Touristen.
Fehlende Transparenz: Mangelnde Bürgerbeteiligung, verspätete Informationen.
Rechtliche Mängel: Fehlerhafter Bebauungsplan, fehlende Bedarfsprüfung.
Naturschutzrecht: Erhebliche Zweifel an Verträglichkeit.
Fazit (2026)
Das Projekt ist rechtlich und politisch hoch umstritten.
Die Gemeinde hat das Einvernehmen zur Verlängerung einstimmig versagt – die Entscheidung des Bauamts steht noch aus.
Umweltrelevante Aspekte sind aktuell entscheidend für die mögliche Verlängerung der Genehmigung.
Aktuelle Entwicklung: Die Diskussionen um das Projekt waren emotional, doch die Gemeinde hat laut Aussage des Bürgermeister Trutz Neubarth-Berckemeyer gelernt, gemeinsam Lösungen zu finden. Die Gräben zwischen den Einwohnern wurden zugeschüttet, und der Streit scheint somit beigelegt.










