Büchen (aa). Rund 400 Menschen sind am heutigen Sonnabend, 31. Oktober 2026, dem Aufruf der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Büchen-Pötrau und des Bürger Bündnisses Amt Büchen für Demokratie und Vielfalt gefolgt. Unter dem Motto „Wir sind nicht still!“ verwandelte sich der Bürgerplatz Büchen ab 11 Uhr in einen Treffpunkt für alle, die sich für Vielfalt, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einsetzen wollten.
Den Auftakt bildete eine kurze Kundgebung auf dem Bürgerplatz, bevor ein friedlicher Demonstrationszug auf eine große Runde durch Büchen ging. Bunt, laut und gemeinsam ging es anschließend zurück auf das Kundgebungsgelände, wo ein Programm mit Infoständen und Mitmach-Aktionen für Groß und Klein auf die Teilnehmenden wartete. Für die musikalische Umrahmung sorgten unter anderem die Lüneburger Schrottrommler (L.S.T.) und der Posaunenchor.

„Wir haben auch nicht die Wahrheit gepachtet, auch wir sind frustriert. Aber: Wir spalten uns polarisieren nicht“, erklärte Pastor Dr. Jan Jackisch während der Kundgebung, „Wir haben alle unsere eigenen Meinungen, wir sind alle verschieden, engagieren uns aber trotz unserer Unterschiede. Es geht ums gegenseitige zuhören. Unterschiede sind nicht schlimm, Gleichschaltung schon“, forderte er alle Anwesenden auf, für Meschenwürde und Gerechtigkeit einzustehen. Propst Philip Graffam ergänzte: „Die Meschenwürde hängt nicht vom deutschen Pass oder der Hautfarbe ab. Mich besorgt das Erstarken der AfD und dass sich die Menschen an den Rechtsruck zu gewöhnen scheinen. Aber es ist Widerspruch nötig. Unsere Demokratie schützt das Recht aller. Das ist kostbar. Manchmal braucht es nur einen Satz wie ‚Ich sehe das anders!'“.
Die Demoreihe „Wir sind nicht still!“ hat im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg eine Tradition, die bis ins Jahr 2018 zurückreicht. Die damalige Pröpstin Frauke Eiben initiierte die Kundgebung erstmals am Reformationstag in Berkenthin als Zeichen gegen Rassismus, Hass und Hetze. Seither wird der Staffelstab von Ort zu Ort weitergegeben: Nach Berkenthin, Ratzeburg, Mölln, Lauenburg, Sandesneben und Geesthacht machte die Reihe in diesem Jahr Station in Büchen.

Mit der Kundgebung am Reformationstag setzten die Veranstaltenden ein Zeichen aus der Mitte der Gesellschaft – für Demokratie und Menschenwürde, gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Die Beteiligung von rund 400 Menschen zeigt, dass das Anliegen auch acht Jahre nach dem Auftakt in Berkenthin nichts an Zugkraft verloren hat.











