Ratzeburg (pm). Die Stadt Ratzeburg hat sich im Rahmen des diesjährigen ICCAR International Cities Forums in Palermo (Italien) einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Vom 30. September bis zum 3. Oktober 2026 versammelte das hochkarätig besetzte Forum der UNESCO-Städtekoalition (ICCAR) Delegationen, Experten aus aller Welt, um über urbane Inklusion, gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Schutz der Demokratie zu beraten. Im Zentrum der dreitägigen Konferenz stand die Vorbereitung gemeinsamer Handlungsempfehlungen für das im späten Oktober in Den Haag stattfindende 5. UNESCO Global Forum gegen Rassismus und Diskriminierung.
Ratzeburger Modell für ländliche Räume gefragt
Bürgermeister Eckhard Graf war als Redner zu dem Panel ‚Inclusion and Democracy Under Pressure‘ eingeladen, um dort die besonderen Herausforderungen und Lösungsansätze der Antirassismusarbeit in kleineren Städten und ländlichen Regionen vorzustellen. In seinem Redebeitrag beleuchtete er das Phänomen des ‚Rural Silence‘ (ländliches Schweigen) – eine oft durch fehlende Anonymität und soziale Kontrolle begünstigte Unsichtbarkeit von Diskriminierung im ländlichen Raum.
Um diesen strukturellen Hürden zu begegnen, stellte die Delegation aus Ratzeburg, zu der auch der örtliche Koordinator für Antirassismsuarbeit, Evans Gumbe, gehörte, das gemeinsames Vorgehen der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen vor. Mit einstimmigen politischen Grundsatzbeschlüssen, dem gemeinsamen Beitritt zur Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) und der Initiierung der europäischen Arbeitsgruppe »Small Cities & Rural Areas« setzt die Region auf einen engen, verwaltungsübergreifenden und europäischen Austausch.

Ganzheitlicher Ansatz und wissenschaftliche Begleitung
Auf dem Forum wurde zudem die Wirksamkeit der lokalen Maßnahmen gewürdigt, die unter anderem durch die ‚Partnerschaft für Demokratie‘ gestützt werden. Dazu zählen die Sensibilisierung im Bildungsbereich, die Einrichtung vertraulicher Beratungsstrukturen mit einem Antirassismus-Koordinator sowie die aktive Einbindung der Zivilgesellschaft. Auch die Teilnahme Ratzeburgs als ausgewählter Lernraum am Bundes-Modellprojekt ‚Kommunen für alle?‘ unterstreicht den Anspruch, strukturelle Antirassismusarbeit direkt in den eigenen Verwaltungshandeln zu verankern.
Die in Palermo erzielten Ergebnisse und der länderübergreifende Dialog kleinerer und mittlerer Kommunen fließen direkt in die globalen Empfehlungen der UNESCO ein, um zu verdeutlichen, dass wirksamer Schutz vor Ausgrenzung und die Stärkung der lokalen Demokratie gleichermaßen in Metropolen wie in ländlichen Regionen und Kleinstädten gelebt werden müssen.












