Lauenburg (pm). Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Nach monatelanger Prüfung hat sich das Bundesverkehrsministerium auf die Ost-Variante für einen Brückenneubau festgelegt (Herzogtum direkt berichtete). Die Lauenburger SPD begrüßt diesen Schritt ausdrücklich: „Wer sich die letzte Informationsveranstaltung angeschaut hat, weiß, dass es eigentlich nur die Ostvariante werden konnte”, so Immo Braune, SPD-Fraktionsvorsitzender in Lauenburg.
Zur Wahl standen zwei Varianten: unmittelbar westlich sowie unmittelbar östlich der bestehenden Brücke. In der Gesamtbeurteilung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein lagen beide im Oktober letzten Jahres mit 0,05 Punkten zugunsten der Westvariante extrem dicht beieinander. Braune: „Dass sich das Verkehrsministerium davon nicht hat beirren lassen, ist gut für Lauenburg. Die Arbeitsplätze in der Hitzler-Werft bleiben erhalten und dem Industriegebiet bieten sich so deutlich bessere Anschlussmöglichkeiten. Dass der Neubau östlich der jetzigen Brücke unter Berücksichtigung der Werft und der Leistungsfähigkeit nun vorne liegt, überrascht nicht.”
Eine neue Brücke sei laut SPD dringend notwendig, „das erleben die Menschen aus Lauenburg und Umgebung jeden Tag aufs Neue“. Aufgrund von Bauarbeiten häuften sich die einseitigen Sperrungen der Brücke, bei Bahnverkehr geht gar nichts mehr. Da auch die beiden Elbfähren in Bleckede und Darchau seit längerem nicht mehr fahren, stelle der Verkehr aus und in Richtung Osten eine zusätzliche Herausforderung dar. Diese angespannte Lage macht sich besonders zu Stoßzeiten durch lange Staus bemerkbar.
Nachdem die Vorzugsvariante nun feststeht, geht es im nächsten Schritt um die konkrete Ausgestaltung. Mit zirka 1.100 Meter Länge wird die neue Brücke doppelt so lang wie die alte. Hier will die SPD klare Schwerpunkte setzen: „Die Anbindung für Fuß- und Radverkehr an den Bahnhof, für die wir uns eingesetzt haben, kommt. Eine direkte Anbindung für den Autoverkehr ist technisch nicht möglich. Aber: Die Idee eines P+R-Parkplatzes an der neuen Straßenführung auf Höhe des Bahnhofes werden wir weiterverfolgen. Zudem werden wir uns für eine zweite Abzweigung ins Industriegebiet einsetzen”, skizziert Immo Braune, der auch Kreistagsabgeordneter ist, die weiteren Vorstellungen.
Gemeinsam mit der SPD Lauenburg hat sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer intensiv für die Ost-Variante eingesetzt. Neben dem Erhalt der Werft nimmt Scheer die Deutsche Bahn in die Pflicht: „Nachdem wir nun ein zielführendes Ergebnis für Hitzler erreicht haben, darf die Bahn nicht aus der Pflicht genommen werden, an einer Lösung mitzuwirken. Es ist nicht verständlich, warum von Seiten der Bahn bislang keine eigenen Vorschläge zur Erneuerung der in ihrem Besitz befindlichen Brücke unterbreitet wurden.”
Schließlich macht die SPD Lauenburg Druck mit Blick auf den Zeitplan: „Es ist jetzt Tempo gefordert”, unterstreicht Braune. „Bei der weiteren Planung und vor allem dem Bau müssen jetzt alle Möglichkeiten genutzt werden, dass die Menschen aus Lauenburg und der Region schnell eine neue Brücke bekommen. Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen.”












