Ratzeburg (pm). Im Filmclub des Burgtheater Ratzeburg wird am Dienstag, 13. Oktober der Dokumentarfilm „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ über den Vater von Regisseurin Jelena Ilić gezeigt, der mit einer drogeninduzierten, chronifizierten schizoaffektiven Psychose diagnostiziert wurde und seit fünf Jahren wegen einer Straftat im Maßregelvollzug sitzt. Der Beginn der Vorstellung ist um 18.30 Uhr.
Die Sicht der Regisseurin: Er durchlebt immer wieder denselben Kreislauf. Psychosen reißen ihn aus der Realität, Klinikaufenthalte holen ihn zurück, danach folgt die depressive Scham. Während dieser Psychosen ist er unberechenbar und lebt seine Gewalt offen aus, auch gegen die Menschen in seinem Umfeld. Für mich ist er jedoch nicht nur ein Täter, dessen Taten ich zutiefstverurteile, sondern auch ein Mensch, den ich liebe und ein Künstler, den ich bewundere. In Fotografien, Malereien und Skulpturen hat er die Welt seiner Psychosen festgehalten. Auch unsere Beziehung findet ihren Ausdruck in der Kunst: in einem gemeinsamen Comicbuch, dessen Seiten wir abwechselnd mit Zeichnungen füllen. Er kämpft gegen sich selbst, gegen seine Krankheit und gegen ein System. Und ich an seiner Seite …Weitere Infos unter www.filmclub-ratzeburg.de
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