Herzogtum Lauenburg (pm). Viele Betroffene möchten ihr schmerzendes Gelenk am liebsten schonen und Schmerzen vermeiden. Doch dauerhaftes Schonen ist meist nicht die richtige Strategie: regelmäßige Bewegung und gezieltes Training können Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und die Gelenkfunktion möglichst lange erhalten.

Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest leiden im Herzogtum Lauenburg rund 16.600 Menschen an Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk. Danach wurde im Jahr 2025 bei 5.500 Menschen Anzahl (3,3 Prozent der Bevölkerung) die sogenannte Coxarthrose, eine Gelenkerkrankung am Hüftgelenk, und bei 11.100 Menschen (6,7 Prozent der Bevölkerung) eine Gonarthrose am Kniegelenk diagnostiziert. Arthrose ist bislang nicht heilbar, aber die Symptome lassen sich lindern. „Als sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung können Betroffene selbst viel tun: Gezielte Bewegung und ein normales Körpergewicht helfen, Schmerzen zu lindern und vorzubeugen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.
Arthrose wird mit zunehmendem Alter häufiger
Eine schmerzende Hüfte beim Treppensteigen, Probleme beim Knien oder geschwollene Fingergelenke, die viele Handgriffe erschweren: Eine Arthrose kann den Alltag sehr belasten. Meist entwickelt sie sich ab dem 50. Lebensjahr langsam und über mehrere Jahre. Zu den charakteristischen Symptomen der Arthrose gehören Gelenkschmerzen bei Bewegungsbeginn etwa nach längerem Sitzen. Häufig verstärken sich arthrosebedingte Anlaufschmerzen früher oder später, wenn die betroffenen Gelenke belastet werden. Bei fortgeschrittener Arthrose können die Gelenke auch in Ruhe oder nachts schmerzen. Wie stark die Beschwerden sind, lässt nicht immer darauf schließen, wie stark das Gelenk verändert ist.
Warum sich der Gelenkknorpel bei manchen Menschen schneller abbaut als bei anderen, ist noch nicht eindeutig geklärt. Vermutlich spielen hormonelle Einflüsse und erbliche Veranlagungen eine wichtige Rolle, ebenso das zunehmende Alter.
Verlauf einer Arthrose-Erkrankung
Durch die Veränderungen in den Gelenken und durch schmerzvermeidende Schon- oder Fehlhaltungen kommt es nicht selten zu Muskelverspannungen, die weitere Schmerzen verursachen. Der Verlauf einer Arthrose ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Beschwerden können über längere Zeit gleichbleiben oder sich phasenweise verstärken. Bei manchen Betroffenen treten Schübe mit stärkeren Schmerzen, Schwellungen und eingeschränkter Beweglichkeit auf. Bei fortgeschrittener Arthrose kann die Beweglichkeit des Gelenks deutlich abnehmen.
Bewegung und gezielter Muskelaufbau helfen
Bei dauerhaften Schmerzen kann eine gelenkersetzende Operation angezeigt sein. „Eine operative Therapie ist nicht das Mittel der ersten Wahl, manchmal aber unumgänglich. Verschiedene konservative Therapien wie eine medikamentöse Behandlung und Physiotherapie können aber helfen, die Beschwerden deutlich zu lindern“, so Wunsch. Besonders Bewegung und ein gezielter Muskelaufbau sind effektive Therapien bei Arthrose. Denn regelmäßige Bewegung beugt einer weiteren Versteifung und Fehlbelastung vor. Gezieltes Training baut Muskeln auf, die die Gelenke entlasten können.
Damit Betroffene gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Operation treffen können, bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unter www.gesundheitsinformation.de eine Entscheidungshilfe für Patientinnen und Patienten mit Kniegelenksarthrose an. Weitere Infos mit Stichwort ‚Bewegung‘ unter www.aok.de.












