Lauenburg (pm). Rund 800.000 Euro – so viel Geld soll jährlich im Busnetz im Herzogtum Lauenburg eingespart werden. Eine Entscheidung des Ausschusses für Regionalentwicklung und Mobilität des Kreises, die die Lauenburger SPD massiv kritisiert. „Wir haben uns die geplanten Maßnahmen in Bezug auf Lauenburg genau angeschaut und sind enttäuscht“, so der Fraktionsvorsitzende Immo Braune.
Für die Schifferstadt enthält der von der Kreisverwaltung erarbeitete Maßnahmenkatalog aus Sicht der Sozialdemokraten viele Zumutungen. So wird die Bahnverbindung von und nach Hamburg am Wochenende schlechter, indem der Bus 8840 von und nach Büchen seltener fährt. Auch die insbesondere für den Pendelverkehr extrem wichtige X80-Verbindung wird geschwächt, indem morgens der Takt reduziert wird. „Die Änderung der Abfahrtszeiten hätten wir gerne vermieden: Hatten wir bisher einen verlässlichen Halbstundentakt per Bus Richtung Hamburg, hätten wir künftig zwar weiterhin zwei Busse mit den Linien 8800 und X80, die aber stattdessen im Abstand von 25 Minuten beziehungsweise 35 Minuten fahren“, kommentiert Braune die geplanten Änderungen. Ein weiteres Problem: „Wir haben jetzt schon zu Stoßzeiten große Konkurrenz zwischen Kinderwagen und Rollstühlen, diese wird bei den Planungen nicht berücksichtigt.“ Etwas Gutes hätte die Änderung aus Sicht der SPD allerdings: Künftig soll die 8800 nicht am Lauenburger ZOB, sondern am Lauenburger Bahnhof enden. Braune: „Diese Verlängerung fordern wir schon seit Jahren. Der bisherige Zwangsumstieg am ZOB ist unsinnig.“
Aber nicht nur an den Änderungen über die Stadtgrenzen hinaus üben die Genossinnen und Genossen Kritik. Auch bei den Linien, die ausschließlich innerhalb Lauenburgs fahren, entstehen durch die Einsparungen Ungerechtigkeiten. Die 438-Linie (Spitzort-Moorring) soll am Wochenende und im Spätverkehr reduziert werden und stattdessen der 238 die Versorgung übernehmen. Braune stellt fest: „Das entspräche zu manchen Zeiten einer Takthalbierung in einem sozioökonomisch ohnehin benachteiligten Stadtteil.“ Ein weiterer Problempunkt für die SPD ist die Barrierefreiheit: Zukünftig sind am Bahnhof je nach Verbindung teilweise nur noch etwa drei Minuten Umsteigezeit von Bus auf Bahn angesetzt. Braune kritisiert: „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit für alle, die auch nur ansatzweise langsamer sind, egal ob wegen einer Behinderung oder nicht.“
Das Fazit der SPD: Es wird an den falschen Ecken gespart. „Die geplanten Streichungen sind ein unehrliches Signal an die Bürgerinnen und Bürger, die wie hier im ländlichen Raum leben und deren Bedürfnisse ignoriert werden. Es gibt keine belastbaren Fahrgastzahlen, um irgendeine der geplanten Entscheidungen zu begründen, es wurde stattdessen nur nach Einsparpotenzial entschieden. Statt das Leben günstiger zu machen, werden zukünftig wieder mehr Menschen aufs teure Auto umsteigen müssen. Was wir eigentlich brauchen, ist ein ÖPNV, der Komfort und Sicherheit vermittelt: aufeinander abgestimmte Bahn- und Buszeiten, ein zehnminütiger S-Bahn-Takt nach Hamburg Bergedorf durch die 8800/X80 und moderne Haltestellen. Insbesondere Letzteres könnten wir durch das Sondervermögen unkompliziert erreichen“, schließt Immo Braune.











