Rendsburg (pm). Ein breites Bündnis aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Frauen, Jugend und Wirtschaft fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen für Schleswig-Holsteins ländliche Räume. „Landwirtschaft, Forstwirtschaft und der ländliche Raum gehören in Schleswig-Holstein untrennbar zusammen. Mit dem Aktionsbündnis Ländliche Räume bündeln sieben Verbände ihre Kräfte,“ so Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht bei der Auftaktpressekonferenz in Warleberg. „Wir wollen gemeinsam die Interessen der Menschen und Betriebe auf dem Land stärker in den Mittelpunkt der politischen Debatte rücken, denn Zukunft wächst auf dem Land.“
Zum Bündnis gehören der Bauernverband, die Familienbetriebe Land und Forst, der Landfrauenverband, der Landjugendverband, der Lohnunternehmerverband, der UV Nord und der Waldbesitzerverband – alle in Schleswig-Holstein. Gemeinsam stehen sie für die Menschen, Unternehmen und Strukturen, die den ländlichen Raum prägen und tragen. Rund 70 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein leben nicht in den großen Städten.
„Wer über die Zukunft Schleswig-Holsteins spricht, darf die ländlichen Räume nicht als Nebenschauplatz betrachten. Hier werden Lebensmittel produziert, Arbeitsplätze geschaffen, Wertschöpfung gesichert und Gemeinschaft gelebt“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des UV Nord Michael Thomas Fröhlich zum Auftakt. „Wir wollen gemeinsam deutlich machen: Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität, Klimaschutz und lebendige Dörfer sind keine Gegensätze. Sie gehören zusammen.“
Im Mittelpunkt des Bündnisses stehen verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Die heimische Lebensmittelproduktion soll gestärkt, Tierhaltung weiterentwickelt und landwirtschaftliche Flächen gesichert werden. Gleichzeitig fordert das Bündnis weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die Betriebe.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zukunft der nächsten Generation. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer sollen bessere Voraussetzungen für Hofübergaben und Betriebsentwicklungen erhalten. Dazu gehören nach Auffassung des Bündnisses unter anderem gebündelte Beratungs- und Coachingangebote sowie eine Stärkung der land- und forstwirtschaftlichen Ausbildung.
„Wir wollen nicht nur Probleme beschreiben, sondern konkrete politische Antworten einfordern“, so das Bündnis. Dazu gehören auch leistungsfähige Infrastruktur, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land, die Stärkung des Ehrenamtes sowie ein wirksamer Schutz des Eigentums. Frauen in der Landwirtschaft sollen zudem bessere Rahmenbedingungen erhalten, um ihre Verantwortung als Unternehmerinnen, Arbeitnehmerinnen und Ehrenamtliche wahrnehmen zu können.
Mit dem Auftakt beginnt zugleich eine längerfristige politische und kommunikative Kampagne, die den Landtagswahlkampf 2027 begleiten wird. Die acht Themen des Bündnisses sollen in den kommenden Monaten öffentlich vorgestellt und mit konkreten Forderungen verbunden werden. Ziel ist es, die Bedeutung des ländlichen Raumes sichtbar zu machen und die politischen Akteure des Landes für seine Zukunftsfähigkeit stärker in die Verantwortung zu nehmen. Das Aktionsbündnis Ländliche Räume mit dem Claim „Zukunft wächst auf dem Land“ steht für einen klaren Anspruch: Die ländlichen Räume sind nicht nur Lebensraum, sondern Wirtschaftsraum, Produktionsstandort und Heimat. Es braucht in der Zukunft mehr politische Verlässlichkeit, unternehmerische Freiheit und eine gemeinsame, starke Stimme.










