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Titel Gesundheit

Nur 25,8 Prozent der Kinderkrankentage wurden von Männern genommen

Care-Arbeit in Familien ungleich verteilt

von Pressemitteilung
Juni 17, 2026
Nur 25,8 Prozent der Kinderkrankentage wurden von Männern genommen

Die Betreuung von erkrankten Kindern ist auch im Kreis Herzogtum Lauenburg immer noch Frauensache. 74,2 aller Kinderkrankentage werden von Frauen genommen Foto: AOK, Colourbox, hfr.

Herzogtum Lauenburg (pm). Wenn Kinder krank sind, ist die Betreuung zwischen den Elternteilen ungleich verteilt. Das belegt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Kreis Herzogtum Lauenburg. Danach wurden dort im Jahr 2025 lediglich 25,8 Prozent aller Kinderkrankentage von männlichen AOK-Mitgliedern beantragt. Der Anteil der Frauen lag im selben Jahr hingegen bei 74,2 Prozent. „Dass Kinderkrankentage auch im Jahr 2025 noch überwiegend von Frauen genommen werden, zeigt, wie ungleich die Care-Arbeit in Familien weiterhin verteilt ist. Das Kinderkrankengeld ist ein wichtiges Instrument, damit Eltern und Alleinerziehende ohne finanzielle Nachteile ihre Kinder zu Hause betreuen können“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch. Im Jahr 2025 wurde im Kreis Herzogtum Lauenburg in insgesamt 1.431 AOK-Fällen Kinderkrankengeld beantragt.

Care-Arbeit in Familien ungleich verteilt: Nur 25,8 Prozent der Kinderkrankentage wurden im Jahr 2025 von Männern genommen. Foto: AOK, Colourbox, hfr.

Anspruch richtet sich nach jeweiliger Familiensituation

Der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage steht jedem gesetzlich versicherten Elternteil gleichermaßen zu. „Eltern sollen frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht“, sagt Wunsch. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tage pro Jahr richtet sich dabei nach der jeweiligen Familiensituation. In einer Familie mit einem Kind hat jedes Elternteil Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld (Alleinerziehende: 30 Tage), bei mehreren Kindern sind es mehr Tage. Die Inanspruchnahme setzt dabei ein ärztliches Attest voraus. Eingeführt wurde die Leistung im Jahr 1974.

Verdienstausfall soll ausgeglichen werden

Die Pflege eines erkrankten Kindes ist ein triftiger Grund für Beschäftigte, dem Job fernzubleiben. Der Arbeitgeber muss seine Mitarbeitenden von der Arbeit freistellen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Wenn der Arbeitgeber das Gehalt nicht fortzahlt, springen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten ein. „Um den Verdienstausfall auszugleichen, unterstützen wir die Eltern mit dem Kinderkrankengeld“, erklärt Wunsch. Zwar bieten Kinderkrankentage gesetzlich krankenversicherten Eltern damit die Möglichkeit, zur Betreuung ihrer kranken Kinder der Arbeit fernzubleiben, sie gehen – anders als Krankmeldungen bei einer eigenen Arbeitsunfähigkeit – aber ab Tag 1 auch mit Lohneinbußen einher. Aktuell haben Eltern bei einem Kinderkrankentag einen gesetzlichen Anspruch auf regulär 90 Prozent des ausgefallenen Netto-Gehalts, der über die Krankenkasse beantragt und ausgezahlt wird. Zudem ist der maximale Brutto-Kinderkrankengeldanspruch pro Tag bei 135,63 Euro gedeckelt und von dem Krankengeld werden noch Versichertenanteile zu Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Einfaches Antragsverfahren

Bleibt das Kind zu Hause, weil es erkrankt ist, muss bei der Krankenkasse ein ärztliches Attest eingereicht werden. Der Vordruck für den Antrag auf Kinderkrankengeld steht für AOK-Versicherte auf der AOK-Webseite unter www.aok.de/nw bereit oder ist über das Online-ServiceCenter ‚Meine AOK‘ abrufbar. Hier können AOK-Versicherte auch jederzeit den aktuellen Status ihres Antrags verfolgen: Vom Eingang, über die Bearbeitung bis hin zur schnellen Entscheidung.

Tags: AOKGesundheitstippsKinderkrankengeld

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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