Mölln (aa). Am Donnerstag, 4. Juni 2026, um 13 Uhr, versammelten sich Vertreter der Stadt Mölln, der Bauunternehmen sowie weitere Beteiligte an der Baustelle der Schulerweiterung auf dem Schulberg, um das Richtfest für zwei der wichtigsten Bauprojekte der Stadt zu feiern: die innovative Schulerweiterung auf dem Schulberg und das „Kinderhaus der Möglichkeiten“ an der Alt-Möllner Straße. „Heute ist ein ganz besonderes Richtfest“, erklärte Bürgermeister Ingo Schäper, „denn heute feiern wir nicht nur zwei Gebäude, sondern auch die Zukunft.“
Die Schulerweiterung auf dem Schulberg
Am 10. Dezember 2025 fiel mit dem feierlichen ersten Spatenstich der Startschuss für die Erweiterung der Schulen am Schulberg. Die Stadtwerke Mölln GmbH übernimmt als Bauherrin die Umsetzung dieses zukunftsweisenden Vorhabens. Der mehrgeschossige Erweiterungsbau wird auf dem bisherigen Parkplatz zwischen Schulen und Sportplatz aufgeständert errichtet, sodass die Stellplätze mehrheitlich erhalten bleiben. Der moderne Baukörper schafft mit einer Netto-Raumfläche von rund 1.650 Quadratmetern den dringend benötigten Raum für die Gemeinschaftsschule Mölln und das Marion-Dönhoff-Gymnasium.
Über den Parkplätzen entstehen drei zusätzliche Ebenen, die auf die Bedürfnisse moderner pädagogischer Konzepte zugeschnitten sind:
Im ersten Obergeschoss wird die Gemeinschaftsschule Mölln offene Lernlandschaften und einen Makerspace einrichten – ein kreativer Raum für projektorientiertes, praktisches Lernen.
Das zweite Obergeschoss ist für das Marion-Dönhoff-Gymnasium vorgesehen, wo ein flexibles Kabinettsystem mit angeschlossenem Lernatelier individualisierte und kollaborative Lernformen ermöglicht.
Auf dem Flachdach lädt eine großzügige Dachterrasse zum Unterricht im Freien ein.
Rechtzeitig zum Schuljahr 2027/28 soll alles fertig sein. Mit der schnellen Umsetzung und der beeindruckenden Ständer-Konstruktion ermöglicht die Stadtwerke Mölln GmbH der Stadt einen großen Schritt innerhalb ihres langfristig angelegten Bildungskonzepts. Die Erweiterung behebt nicht nur räumliche Engpässe, sondern ebnet den Weg für neue Unterrichtsformen – offen, flexibel und gemeinschaftlich.

Das „Kinderhaus der Möglichkeiten“
Am 25. März 2026 begann mit dem symbolischen ersten Spatenstich der Bau des „Kinderhauses der Möglichkeiten“ an der Alt-Möllner Straße. Das neue Kinderhaus wird künftig Raum für über 100 Kinder bieten und verbindet moderne Architektur mit einer liebevollen, kindgerechten Gestaltung. Auf rund 1.610 Quadratmetern entstehen im Erdgeschoss vier Krippengruppen sowie eine Regelgruppe – jeweils mit eigenen Garderoben- und Sanitärbereichen. Im ersten Obergeschoss finden vier weitere Regelgruppen sowie ein großzügiger Bewegungsraum Platz, der zum Spielen, Toben und Ausprobieren einlädt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von Innen- und Außenraum: Jeder Gruppenraum öffnet sich direkt ins Freie und ermöglicht den Kindern, jederzeit die Natur zu erleben. Das Obergeschoss wird über einen offenen Laubengang erschlossen, der zusätzlich Raum für Begegnung schafft. Das weitläufige Außengelände bietet eine abwechslungsreiche Spielwelt mit vielfältigen Geräten, freien Flächen und ruhigen Rückzugsorten.
Im Mittelpunkt der Planung steht das Thema Inklusion: Alle Bereiche des Gebäudes sind barrierefrei zugänglich und so gestaltet, dass Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen selbstverständlich und gleichberechtigt am Alltag teilnehmen können. Entworfen wurde das Gebäude vom Hamburger Architekturbüro Hartmut Bade Architekt. Mit der Umsetzung wurde die Otto Wulff Bauunternehmung GmbH als Totalunternehmer beauftragt. Die Eröffnung ist für den Sommer 2027 geplant.
Aber ist so ein Mehrbedarf von über 100 Kita-Plätzen in Mölln überhaupt vorhanden, während andere Gemeinden ihre Kita-Strukturen aktuell an sinkende Kinderzahlen anpassen? „Zum Zeitpunkt der Planung lagen uns noch andere Zahlen vor. Aber insgesamt sind die Zahlen in Mölln noch relativ stabil“, sagte Bürgermeister Schäper auf Nachfrage von Herzogtum direkt. Zudem verwies Schäper auf ein demnächst entstehendes Neubaugebiet, aus dem dann auch ein Kita-Platzbedarf zu erwarten sei. Weiterhin werde das Montessori-Kinderhaus Mölln aus dem Lindenweg dann in das „Kinderhauses der Möglichkeiten“ wechseln. Die aktuell rund 40 Plätze des Montessori-Kinderhauses seien in der Gesamtzahl der Plätze des neuen Kinderhauses der Möglichkeiten bereits mit eingerechnet.
„Wir sind gut im Zeitplan“, erklärte Joschka Eisele, Projektleiter der Stadtwerken Mölln. Auch Mehrkosten seien für die jeweils rund 7 Millionen Euro Projekte bislang nicht entstanden. Das Richtfest am 4. Juni 2026 markiert einen bedeutenden Meilenstein für beide Projekte, die die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur in Mölln nachhaltig stärken werden.










