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Titel Herzogtum Lauenburg

‚Das Evangelium macht uns Mut‘ – Petra Kallies zu Gast im Podcast

Am 19. April 2026 wird Pröpstin Petra Kallies in St. Petri in den Ruhestand verabschiedet. Im Podcast "Mein Gott, warum Kirche?!" blickt sie zurück.

von Pressemitteilung
April 15, 2026
‚Das Evangelium macht uns Mut‘ – Petra Kallies zu Gast im Podcast

Petra Kallies (rechts) spricht im Podcast mit Redakteurin Annkathrin Bornholdt über ihre Zeit als Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und ihren Blick auf die Kirche. Foto: Tim Karweick, KKLL, hfr

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Lübeck (pm). Nach 18 Jahren als Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg verabschiedet sich Petra Kallies am 19. April 2026 in St. Petri, Lübeck in den Ruhestand. Im Podcast „Mein Gott, warum Kirche?!“ spricht sie über ihren Glauben, über Haltung und den Mut zur Veränderung. Sie erzählt, was sie trägt, warum sie Zuversicht für die Zukunft der Kirche hat – und worauf sie sich im Ruhestand freut.

Vorfreude auf Freiheiten des Ruhestands

„An einem Dienstag zuhause auf dem Sofa sitzen und Literatur lesen“, auf diesen Luxus freut sich Petra Kallies. Keine 50- bis 60-Stunden-Woche mehr, keine Verpflichtungen – sondern die Freiheit, den Tag selbst zu gestalten, denn das sei in den vergangenen Jahren oft nicht möglich gewesen, sagt sie. Stattdessen standen Gremiensitzungen, Besprechungen, öffentliche Termine und Besuche in Kirchengemeinden im Kalender.

Was ist gerechter Lohn eigentlich? – Dieser Frage geht Pröpstin Petra Kallies anhand eines provozierenden Gleichnisses auf den Grund. Foto: Guido Kollmeier

Als Kirche Haltung in der Gesellschaft zeigen

Große Themen hat sie in ihrer Amtszeit begleitet, einige davon dauerhaft und immer wieder, wie die Instandhaltung der fünf Innenstadtkathedralen und die Gründung der Stiftung 7Türme+, Umstrukturierungen und die Digitalisierung. Wichtig war es ihr immer, Haltung zu zeigen. Ihren Glauben an die Menschenfreundlichkeit Gottes versteht sie Verpflichtung, sich als Kirche in politische und gesellschaftliche Fragen einzubringen.

Im Podcast spricht Kallies, die 1994 in Lübeck ordiniert wurde, auch über die Dinge, die ihr besonders in Erinnerung geblieben sind – wie das Reformationsjubiläum 2017 in Lübeck, aber auch die Herausforderungen der Corona-Zeit, in der eines ihrer Herzensprojekte entstand, der digitale #liveline-Gottesdienst. Vor kurzem hielt sie dort ihre letzte Predigt. „Das war für mich ein wunderbares Projekt, mit einem tollen ehrenamtlichen Team. Ich habe dort viel gelernt.“

Kraft aus dem Glauben und kindliche Prägung

Geprägt wurde Kallies als Kind in der Auferstehungskirche in Lübeck: „Ich habe dort erfahren: Gott ist gut. Gott liebt dich so wie du bist. Gott nimmt dich an. Du kannst was und du bist hier willkommen. Das trägt mich auch heute noch.” Dass viele Menschen mit der Kirche und dem Glauben nichts mehr anfangen können, habe sie gelernt zu akzeptieren: „Ich finde das schade, weil mir der Glaube persönlich sehr viel gibt. Aber es ist nicht mehr so, dass es mich grämt. Ich glaube, wir haben zu akzeptieren, dass Menschen auch ein erfülltes und an Werten orientiertes Leben führen können, ohne dass sie Kirchenmitglied sind.“

Keine Angst vor dem Ungewissen

Der Mut zur Veränderung habe sie immer begleitet und diesen möchte sie den Menschen im Kirchenkreis mitgeben: „Das Evangelium macht uns ständig Mut, uns ins Ungewisse aufzumachen. Dinge auszuprobieren, von denen wir nicht wissen, wie sie ausgehen. Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium – Gottes Liebe zu den Menschen – zu übersetzen.“

Deswegen begrüßt sie die neue Vielfalt an Formaten und Ideen, die es in den Kirchengemeinden gibt. Von Jesus Christus zu erzählen, sei der Kernauftrag. „Wir müssen das Evangelium so erzählen, dass die Menschen unserer Zeit es verstehen, dass sie merken, es hat mit ihrer Lebenswirklichkeit etwas zu tun.“

Mit Zuversicht in die Zukunft

Trotzdem warnt sie Pastorinnen und Pastoren davor, sich unter Druck zu setzen, den Trend der schrumpfenden Kirche dadurch umkehren zu können. Ihr Appell an die Gemeinden: „Tu das, was du gut kannst und achte drauf, dass du nicht nur die ansprichst, die ohnehin schon da sind.“ Ihr selbst sei heute vor allem eine gute Predigt mit neuen Impulsen für den eigenen Glauben wichtig.

Bei allen Hiobsbotschaften und negativen Trends, bleibt sie zuversichtlich – auch in Bezug auf den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg: „Ich glaube, es wird immer eine Kirche geben, die sich verändert. Menschen werden immer gemeinsam ihren Glauben leben.“

Ein Jahr möchte sich Petra Kallies aus allen Verpflichtungen herausziehen. Ihre Hunde, der Garten, Literatur lesen, Klavier oder Gitarre spielen und Reisen – das hat sie sich vorgenommen.

Petra Kallies. Foto: Oliver Beck, KKLL, hfr
Pröpstin Petra Kallies ist mit ihren beiden Labradoren Cleo und Bailey. Foto: Bastian Modrow, hfr

Podcast über den Wandel der Kirche

Brauchen wir „die Kirche“, um zu glauben? Wozu braucht die Gesellschaft die Kirchen? Und wie müsste Kirche sein, damit wieder mehr Menschen kommen? Was passiert schon, um fit für die Zukunft zu werden? Und welche Rolle spielen dabei der christliche Glaube und das Menschenbild im Christentum? Was erfüllt Menschen, die sich in der Kirche engagieren? Der Podcast „Mein Gott, warum Kirche?!“ des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg geht diesen Fragen auf den Grund – gemeinsam mit Menschen, die in der Kirche aktiv sind.

Der Podcast ist unter anderem abrufbar auf Spotify, YouTube und Apple Podcasts.

Die Verabschiedung von Petra Kallies mit Gottesdienst und anschließendem Empfang findet am Sonntag, den 19. April 2026, ab 14 Uhr in St. Petri zu Lübeck statt. Es wird um Anmeldung unter proepstinkallies@kirche-ll.de gebeten. Hier ist der Link zur Folge auf Youtube

.
Tags: Kirchenkreis Lübeck-LauenburgVerabschiedung

Pressemitteilung

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