Geesthacht (pm). Die Geesthachter SPD-Ratsfraktion hat sich festgelegt. „Wir lehnen die Einführung eines E-Scooter-Leihsystems für Geesthacht ab. Die Nachteile überwiegen nach unserer Abwägung klar. Es gibt keinen Mehrwert. Wir setzen auf ein Verleihsystem für Fahrräder und wollen Car-Sharing näher betrachten!“ erläutert Katrin Schulte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Ausschlaggebend waren für die SPD die Informationen aus erster Hand im letzten Ausschuss für Stadt- und Verkehrsplanung. Der Vertreter der Geesthachter Polizei berichtete von den Ergebnissen der E-Scooter-Kontrollen: Die Anzahl der Unfälle mit E-Scooter-Beteiligung steigt stark an: 2023 gab es 9 Unfälle; 2024 waren es bereits 19. Im Jahr 2025 gab es bei 18 Unfällen 14 Leichtverletzte.
Verglichen mit der Zahl von Radfahrunfällen (2025 bis 2023: ca. 53 – 55 jährlich) zeigt sich eine hohe Unfallhäufigkeit bei den E-Scootern gemessen an der Zahl der Verkehrsteilnehmer. Dabei ist es wichtig, zu wissen, dass die Unfallzahlen für Leih-Scooter deutlich höher sind als bei Eigentums-E-Scootern. In Geesthacht fahren bisher nur E-Scooter, die im persönlichen Besitz sind. Die Unfallhäufigkeit dürfte sich also nach Einführung eines Verleihsystems für E-Scooter weiter steigern.
Die Verwaltung berichtete über Erfahrungen aus Elmshorn. Dort bieten zwei Anbieter insgesamt 200 E-Scooter zum Leihen an. Zusätzlicher Verwaltungsaufwand: mindestens eine halbe Personalstelle für Kontrollen, Mängelmeldungen usw. Die Elmshorner Stadtverwaltung empfiehlt ihren Geesthachter Kollegen dringend, gut vorbereitete Sondernutzungsverträge zu vereinbaren mit klarer Zuweisung von Pflichten sowie Abstellzonen auszuweisen und das Abstellen zu kontrollieren. Dafür empfiehlt Elmshorn die Einrichtung eines Meldeportals und die Entwicklung eines stationsbezogenes Verleihkonzepts. Positiv wird in Elmshorn gesehen, dass die Verleih-E-Scooter einen Beitrag im sogenannten Umweltverbund (Fußgänger, Fahrradfahrer, ÖPNV) leisten. Zahlen liegen dafür allerdings nicht vor.
Für die SPD-Entscheidung war auch wichtig: Ab 2027 gibt es neue Regeln, u.a. die Erlaubnis, auch in Fußgängerzonen und Promenaden mit E-Scootern zu fahren, wenn auch Fahrräder fahren dürfen. „Das bedeutet für uns in Geesthacht eine zusätzliche Herausforderung. Bereits jetzt gibt es viele Beschwerden über E-Scooter in der Fußgängerzone. Weiterem Wildwuchs und Kampf um knappe Flächen wollen wir keinen Vorschub leisten.“ so Katrin Schulte, SPD.










