Mölln (pm). Seit dem 23. März 2026 gilt im Gudower Weg zwischen Johann-Gutenberg-Straße und Wasserkrüger Weg Tempo 30. Radfahrende nutzen damit künftig grundsätzlich die Fahrbahn. An der Einmündung Gudower Weg/Hindenburgstraße gilt nun „Rechts vor Links“ (Herzogtum direkt berichtete). Die Grünen in Mölln begrüßen diese Neuregelung ausdrücklich.
Aus Sicht der Grünen verbessert diese Maßnahme die Verkehrssicherheit für alle, reduziert die Lärmbelastung und stärkt den Radverkehr und Fußverkehr im Alltag. Die Tempo-30-Zone geht auf das Radverkehrskonzept zurück, das von den Grünen in Mölln 2019 politisch angestoßen wurde und nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. „Der Beschluss für den Gudower Weg wurde im Bauausschuss am 19. Juni 2025 gefasst und ist damit nach 277 Tagen endlich umgesetzt worden“, berichten die Möllner Grünen.
„Mit der neuen Tempo-30-Zone wird ein zentraler Baustein des Radverkehrskonzepts sichtbar. Das sorgt für mehr Sicherheit für alle und macht deutlich, dass Mölln den Radverkehr ernst nimmt. Wir sehen darin klar einen Erfolg unserer kommunalpolitischen Arbeit“, sagt Regina Hälsig, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Mölln und langjähriges Mitglied im Bauausschuss.

Ein besonderer Aspekt betreffe Kinder im Straßenverkehr. Nach der Straßenverkehrs-Ordnung müssten Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr den Gehweg benutzen, Kinder bis zehn Jahre dürfen ihn weiterhin nutzen.¹ Ansonsten gehört der Gehweg den langsameren zu Fuß Gehenden. Ältere Kinder und Erwachsene fahren auf der Fahrbahn. Tempo 30 schaffe hier ein deutlich sichereres Umfeld, gerade für jüngere und weniger erfahrene Verkehrsteilnehmende.
Hinzu komme eine wichtige Regelung an vielen Einmündungen: Im Gudower Weg sind zahlreiche Nebenstraßen über abgesenkte Bordsteine angebunden. Wer über einen solchen abgesenkten Bordstein auf die Straße fährt, ist grundsätzlich wartepflichtig und muss allen anderen Verkehrsteilnehmenden Vorfahrt gewähren, als ob er aus einer Grundstückseinfahrt kommt.² An der Hindenburgstraße hat sich die Vorfahrtsregelung auf Rechts vor Links geändert. Darauf weist ein Schild stadteinwärts für ein Jahr hin.
Mit der neuen Regelung gehe auch eine deutliche Vereinfachung der Beschilderung einher. Nach Schätzungen werden im Gudower Weg und den Seitenstraßen rund 60 Verkehrszeichen entfallen. Nicht mehr benötigte Schilder werden, sofern möglich, an anderer Stelle wiederverwendet.
Wichtig sei laut der Grünen nun vor allem das Verhalten im Alltag: Radfahrende gehören in der Tempo-30-Zone auf die Fahrbahn. „Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich darauf einstellen und ihr Verhalten anpassen. Gleichzeitig ist die Stadt gefordert, diese Veränderung aktiv zu begleiten und durch zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit zu vermitteln“, heißt es in einer aktuelle Pressemitteilung der Grünen.
Zahlreiche Untersuchungen sprächen für Tempo 30 in Städten. Sie zeigten insbesondere Vorteile bei Verkehrssicherheit und Lärmschutz. Das Umweltbundesamt habe festgestellt, dass geringere Geschwindigkeiten die Verkehrssicherheit erhöhen, die Lärmbelastung senken und den Fuß- und Radverkehr stärken.³ Eine Auswertung verschiedener Studien durch den MDR komme ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Tempo 30 insbesondere die Sicherheit erhöht und den Verkehr gleichmäßiger macht.⁴
Die Ideallösung wären nach Auffassung der Grünen baulich von Straße und Gehweg getrennte Radwege. Solange diese aber fehlen, ist die Einführung von Tempo-30-Zonen die effektivste Methode, das Unfallrisiko zu senken und das Sicherheitsgefühl aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Straßenverkehr deutlich zu verbessern. „Tempo 30 ist kein Selbstzweck, sondern eine konkrete Verbesserung für die Menschen vor Ort. Weniger Lärm, mehr Sicherheit für alle und ein besseres Miteinander im Straßenverkehr – genau das wird jetzt im Gudower Weg erlebbar“, so Regina Hälsig.










