Ratzeburg/Salem (pm). Ist Kindheit und Jugend auf dem Land eine Idylle – oder nicht? Darüber wurde am Sonntag, 15. Februar 2026 beim 38. Salemer Dialog mit rund 30 Besuchern und vier Fachleuten diskutiert.
Werner Rütz vom Amt Lauenburgische Seen gab einen Überblick zur Situation der Kitas und der Ganztagsbetreuung im Amt Lauenburgische Seen. „Allein in den Jahren 2015 bis 2025 haben wir 419 Kita-Plätze zusammen an den 12 Kita-Standorten mit einem Kostenvolumen von rund 19 Millionen Euro geschaffen. Vom Kreis Herzogtum Lauenburg haben wir Zuschüsse von rund 9 Millionen Euro erhalten. Und auch die Ganztagsbetreuung ist gut bei uns an den Grundschulen in Groß Grönau und in Sterley geregelt.“
Juli Beckmann von der evangelischen Bildungsstätte in Ratzeburg stellte das umfangreiche Programm für Kinder und Eltern vor: „Wir bieten im Jahr rund 250 Bewegungs- und Kreativkurse in Ratzeburg und einigen ländlichen Außenstellen an.“ Die Angebote starten für Kinder ab 10 Wochen und gehen bis zu den Senioren. Besonders wies sie auf die Familienpaten hin, die Eltern ein bis zwei Mal die Woche für ein bis drei Stunden entlasten können. Eine Herausforderung sei allerdings der ländliche Raum, es fehle oft an Mobilität, sodass Angebote manchmal nicht ausreichend wahrgenommen werden können.
Die Frühförderung von Kindern ist der Schwerpunkt von Sonja Sternberg, die mit ihrem Unternehmen mobile Frühförderung, Beratung und Weiterbildung anbietet. Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es derzeit sieben anerkannte Frühförderungseinrichtungen, die rund 200 Kinder betreuen. „Die Frühfördereinrichtungen arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, unsere Einrichtung begleitet Kinder hauptsächlich mit Entwicklungsmöglichkeiten im sozial-emotionalen Bereich, sowie die motorische und feinmotorische Entwicklung“, so Sonja Sternberg.
Attraktive Angebote für Jugendliche schaffen ist das Motto des Kreisjugendringes. Geschäftsführer Arne Strickrodt benennt als wichtigste Aufgaben des Kreisjugendringes die Unterstützung der Ehrenamtlichen durch Aus- und Fortbildung, Fahrten und Reisen für Kinder und Jugendliche, die Aktion Ferienpass sowie die mobile Spielothek, die 35 Gemeinden im ländlichen Raum mit einem VW-Bus anfährt und vor Ort zum Spielen einlädt und kostenfrei Gesellschaftsspiele verleiht. Ein Highlight ist auf alle Fälle „Tillhausen“ – ein Ferienprojekt für rund 300 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren, dass alle zwei Jahre 10 Tage einen eigenen Kosmos erleben lässt.
Ein Schwerpunkt in der anschließenden Diskussion war das Thema digitale Medien. Wie viel ist noch gesund, wie sollen sie eingesetzt werden, wer vermittelt die richtige Handhabung. „Viele Fragen, mit denen wir uns alle werden beschäftigen müssen.“ Fazit war, dass es für Kinder und Jugendliche sehr wohl gut sein kann auf dem Land aufzuwachsen. Es gilt aber immer zu fragen, was sie eigentlich wollen. Dafür sind neben den Eltern auch Institutionen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche gefragt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lara Kroeg und Margaret Schlubach-Röping.









