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Titel Feature

Herz einschalten – Rassismus ausschalten

Gemeinsame Antirassimusarbeit der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische verzeichnet positive Fortschritte

von Pressemitteilung
Januar 16, 2026
Herz einschalten – Rassismus ausschalten

Gemeinsam gegen Rassismus: 86 europäische Städte aus 15 Ländern tagen bei der ECCAR-Generalversammlung 2025 in Zürich. © Joe Pohl (hfr)

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Ratzeburg (pm). Die gemeinsame Antirassismusarbeit der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Zuge der Mitgliedschaft in der ‚Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition against Racism‘ (ECCAR) wurde 2025 auf verschiedenen Ebenen erfolgreich vorangetrieben. So wurde auf Initiative der Stadt und des Amtes im Frühjahr eine europäische Arbeitsgruppe zum Thema ‚Antirassismusarbeit im ländlichen Raum‘ gegründet, der sich insgesamt fünfzehn kleine und mittlere Städte des ECCAR-Netzwerkes aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Spanien, Schweden und der Schweiz anschlossen. Auf Basis eines verbindlichen Arbeitsplans, der die Aspekte Erreichbarkeit, Sensibilisierung, Falldokumentation sowie die Beratung und Stärkung von Betroffenen umfasst, wurden drei Online-Arbeitssitzungen mit guten Ergebnissen für die Konzeptarbeit durchgeführt.

Diese Arbeitsgruppe wurde vor Ort spiegelbildlich nachgebildet, mit Betroffenen aus dem Umland und Mitgliedern des ‚Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte in Ratzeburg und Umland‘. Auf diese Weise wurde der internationale Austausch mit konkreten Praxisbezügen unterlegt, aus denen sich bereits erste Ideen für eine bedarfsorientierte Projektarbeit ableiten ließen.

Als Glücksfall erwies sich dabei ein Kontakt zur University of Leicester, deren ‚Centre for Hate Studies‘ im Frühjahr eine mehrjährige und viel beachtete Studie zu Rassismus im ländlichen Raum unter dem Titel ‚The Rural Racism Project‘ (https://le.ac.uk/hate-studies/research/the-rural-racism-project) veröffentlichte. Die Studiengruppe zeigte sich an der Praxisarbeit des ECCAR-Netzwerkes sehr interessiert und bereit, wichtige Studienergebnisse dort einzubringen.

Auf einer zweiten Ebene wurden konkrete Angebote in der Antirassismusarbeit mit direktem Bezug zum 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus entwickelt und durchgeführt. Schwerpunkt der Arbeit lag dabei vor allem auf dem Ziel ‚Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung durch Bildung und Erziehung‘ mit Workshops in der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen und bei der Nachwuchsretterwoche der DLRG Ratzeburg. An der Gemeinschaftsschule wurde überdies ein Workshopprogramm vorgestellt, das Angebote für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen, mit Lehrkräften sowie mit der Elternschaft beinhaltet.

Eine dritte Ebene der gemeinsamen Antirassismusarbeit lag im Aufbau eines Beratungs- und Unterstützungsangebotes für Betroffene von Rassismus. Zusammen mit dem Koordinator der Antirassismusarbeit, Evans Gumbe, wurden hier einfach erreichbare Zugänge entwickelt, die in den kommenden Wochen noch stärker beworben werden sollen. Dass hier noch viel Vertrauen aufgebaut werden muss, zeigte sich beim Angebot eines Empowerment-Workshops im Jugendzentrum ‚STELLWERK‘, der mangels Teilnahme ausfallen musste. Eine solche Erfahrung ist nicht ungewöhnlich und wird auch aus anderen ECCAR-Städten berichtet. Menschen, die von Rassismus im Alltag betroffen sind, brauchen oft Zeit und Zuspruch, um helfende Angebote auch wahrzunehmen. Entsprechend sind hier vor allem Geduld und eine langfristige Perspektive gefragt.

Ebenso wichtig wie die Entwicklung konkreter Angebote war der Aufbau einer Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Informationsangeboten. Hier konnte ein einheitliches Design für die gemeinsame Antirassismusarbeit von Stadt und Amt unter dem Motto ‚Herz einschalten – Rassismus ausschalten‘ gestaltet werden. Mit Fahnen, Aktionsaufklebern und einem Roll-up zum Zehn-Punkte-Aktionsplan kann zukünftig um Mitwirkung und Unterstützung geworben werden.

Begleitet wurde die gesamte Antirassismusarbeit vor Ort durch das inspirierende ECCAR-Netzwerk. Bei den verschiedenen Tagungsangeboten im Jahresverlauf konnten zahlreiche Kontakte zu anderen Kommunen geknüpft und viele Ideen aus der gelebten Praxis gesammelt werden, die auch für die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen beispielhaft sein könnten. Besonders hilfreich dabei war eine erste Bewertung der in Ratzeburg getroffenen Maßnahmen durch den wissenschaftlichen Beirat der ECCAR, angesiedelt beim UNESCO-Zentrum für die Förderung von Menschenrechten in Gemeinden und Regionen an der Universität Graz: „Der wissenschaftliche Beirat gratuliert der Stadt Ratzeburg zu ihren erfolgreichen Bemühungen, das Übel des Rassismus in und durch ihre Politik, Verwaltung und Maßnahmen zu verhindern und zu bekämpfen, wie im vorliegenden Bericht bestätigt wird. Der Beirat würdigt das Engagement, das Bewusstsein sowie den menschenrechtsbasierten Ansatz der lokalen Behörden in Ratzeburg, begrüßt die Ausarbeitung des Zehn-Punkte-Aktionsplans und nimmt mit Interesse die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Kenntnis, die mit der Umsetzung des Plans betraut ist.“

Insgesamt zeigte sich das örtliche Organisationsteam mit den erreichten Ergebnissen des Projektjahres sehr zufrieden und zuversichtlich, darauf im kommenden Jahr weiter gut aufbauen zu können. Insbesondere die lokale Arbeitsgruppe ‚Antirassismusarbeit im ländlichen Raum‘ hofft, noch mehr Menschen – Betroffene wie auch Verbündete – erreichen zu können. Die Mitwirkung ist ausdrücklich erwünscht. Nur im gemeinsamen Handeln auf Augenhöhe lassen sich Rassismus und Diskriminierung wirksam überwinden. Interessierte können sich hier jederzeit unter herzein-rassismusaus@ratzeburg.de informieren.

Die gemeinsame Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung wird gefördert über die ‚Partnerschaft für Demokratie‘ der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘.

Tags: AlltagsrassismusRassismus

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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