Geesthacht (pm). Mehr als 20 Zentimeter Neuschnee und Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts: Was Familien im Norden Rodelabenteuer und Schneebaukünste ermöglichte, bedeutet für das Team der Städtischen Betriebe Geesthacht tagelangen Dauereinsatz und viele Überstunden. „Unsere Leute sind Tag und Nacht auf den Straßen. Bei Schneefall fahren wir in Dauerschleife die Hauptverkehrswege ab und wenn gerade kein Niederschlag herunterkommt, gibt es genug andere Baustellen“, erklärt André Stamer, Leiter der Städtischen Betriebe Geesthacht. Priorität derzeit: Umgefallene Äste und Bäume von Wegen und Straßen räumen beziehungsweise umsturzgefährdete Bäume sichern. „Diese Tage sind für alle sehr anstrengend. Wir machen, was wir können. Und viele Geesthachterinnen und Geesthachter unterstützen uns in dieser Situation auch gut, weil sie ihren Räumpflichten nachkommen und uns zum Teil sogar darüber hinaus noch zuarbeiten. Vielen Dank dafür! Insgesamt ist es einfach wichtig, dass wir alle uns auf die Wettersituation einstellen, umsichtig mit ihr umgehen und unsere Erwartungen an das Mögliche anpassen.“
Traditionell beginnt die Zeit der Winterbereitschaft für die Mitarbeitenden der Städtischen Betriebe jedes Jahr am 15. November. Denn ab dann ist erfahrungsgemäß mit Kälteeinbrüchen zu rechnen. „Wir arbeiten im Schichtsystem und sind je nach Wetterlage von drei Uhr morgens bis 20 Uhr im Einsatz. Wenn – so wie aktuell – viel Schnee fällt, sind wir auch länger auf den Straßen. Und man darf eines nicht vergessen: Neben dem Winterdienst laufen noch Bereitschaftseinsätze. Das heißt ganz konkret: Am Samstag (3. Januar) waren wir in Dauerschleife im Schneeräum- und Streueinsatz. Parallel lief die permanente Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei, die unsere Hilfe bei blockierten Fahrbahnen, notwendigen Straßensperrungen und anderen Fällen von ‚Gefahr in Verzug‘ anforderten. So kommen dann ganz schnell längere Einsatzzeiten zusammen…“, erklärt André Stamer. „Schwerpunkt unserer Arbeit beim Winterdienst ist es, dass der Verkehr sicher über die Hauptstraßen rollen kann und dass die Busrouten innerhalb Geesthachts frei sind“, weist André Stamer auf das Winterdienstkonzept hin, in dem den Geesthachter Straßen unterschiedliche Prioritäten zuordnet werden. Je nachdem wie frequentiert die Bereiche sind und welche Bedeutung sie für das Gesamtnetz haben, sind die Straßen in drei Touren eingeteilt, die unterschiedlich häufig vom Betriebshof angefahren werden. Diese Einteilung ist in Anlage 2 der Satzung zur Straßenreinigung zu finden, die unter www.geesthacht.de öffentlich einsehbar ist.
„Pro Schicht sind 20 Leute im Einsatz. Mit drei Großfahrzeugen sichern sie bei Eis und Schnee die Straßen, mit drei Kleinfahrzeugen Geh- sowie Fußwege und mit sechs Fahrzeugen sind Handkolonnen unterwegs, die für sicheren Tritt in engeren Bereichen sorgen – an Ampeln, Brücken oder Fußgängerüberwegen zum Beispiel“, sagt André Stamer. „Obwohl wir im Dauereinsatz waren in den vergangenen Tagen, konnten wir nur die Touren 1 und 2 bedienen. Viele Nebenstraßen sind also von uns nicht geräumt oder gestreut worden.“ Dass es auf einigen Straßen und Wegen in Geesthacht rutschig geblieben ist, hatte zwei Hauptgründe: Es war sehr viel Arbeit für eine begrenzte Anzahl an Personen – und es fehlt an Streugut. „Wir haben unsere Bestände rechtzeitig vor Beginn der Wintersaison aufgefüllt. Aktuell bekommen wir aber keinen Nachschub“, sagt André Stamer. Vergangenes Jahr musste der Winterdienst ungewöhnlich früh – bereits seit November und verstärkt vor/während der Weihnachtstage – Salz auf die Geesthachter Straßen aufbringen, um unfreiwillige Rutschpartien zu verhindern. Am Wochenende (4. Januar) sei dann das letzte Salz im Bereich Mercatorstraße gestreut worden. „Sole haben wir noch, aber die ist nicht in jeder Wetterlage einsetzbar. Mehrere Salzbestellungen, von denen wir die ersten Mitte Dezember ausgelöst haben, sind beispielsweise noch offen – und dass obwohl wir als Stadt in einem entsprechenden Dachverband organisiert sind, über den uns im Normalfall Lieferzeiten von maximal zwei Tagen garantiert sind… Aber man muss berücksichtigen: Quasi der ganze Norden liegt unter einer Schneedecke. Aktuell ist der angemeldete Bedarf an Streugut darum sehr hoch – und Priorität haben dann erstmal die Autobahnen“, sagt André Stamer mit Blick auf die Wetterlage in Schleswig-Holstein und Hamburg, die in den vergangenen Tagen auch Sperrungen von Autobahnen und Bundesstraßen zur Folge hatte. Einige Beispiele aus Geesthacht und Umgebung: Die Bundesstraße 5 war wegen unter der Schneelast umgestürzter Bäume zwischen Geesthacht und Lauenburg zeitweise am vergangenen Wochenende gesperrt, ebenso die Krümmelstraße. Der Fahrendorfer Weg durfte am Sonntag nicht befahren werden. „Aktuell sind 20 unterer Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, um umgestürzte Bäume abzusichern oder an anderen Stellen auszuhelfen“, informiert André Stamer. In den kommenden Tagen und für nächste Woche seien weitere Schneefälle prognostiziert – teils wieder im zweistelligen Zentimeterbereich.
Grundsätzlich sind sichere Wege immer ein Gemeinschaftsprojekt: Denn der Betriebshof kümmert sich um den öffentlichen Raum, Hauseigentümer müssten an ihren Grundstücken schippen und streuen. „Wenn wir alle unseren Beitrag leisten, kommen alle sicher durch das Wetter. Die Mitarbeitenden des Betriebshofes sind mit großem Engagement bei der Sache – vielen Dank dafür!“, sagt Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze.
Einen Überblick darüber, welche Aufgaben Anliegerinnen und Anlieger übernehmen, gibt ein Flyer zum Winterdienst, der kostenfrei im Foyer des Geesthachter Rathauses (Markt 15) ausliegt. Dieser ist auch unter www.geesthacht.de im Internet abrufbar.










