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Titel Wirtschaft Aus der Region

Forschung für die Energiewende

Schleswig-Holstein Netz treibt im Rahmen von PROGRESS die effizientere Auslastung des Stromnetzes weiter voran.

von Pressemitteilung
Januar 29, 2023
IHK zu Lübeck fordert Versorgungssicherheit

Erneuerbare Energie. Foto: Image by Oimheidi from Pixabay, hfr

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Herzogtum Lauenburg (pm). In Schleswig-Holstein hat sich der Zubau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen wie Photovoltaik- oder Windkraftanlagen stark beschleunigt. Dadurch kommt es zu erheblichen Änderungen der Leistungsflüsse im Stromnetz. Liefern Wind und Sonne viel Strom, kommt es vor, dass dieser nicht vom Netz aufgenommen werden kann. Dann werden präventive Engpassmanagementmaßnahmen (Redispatch) notwendig, damit die Netzinfrastruktur nicht überlastet wird (Kriterium der n-1-Sicherheit). Hier setzt das Verbundforschungsprojekt PROGRESS an, an dem neben der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) unter anderen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH beteiligt ist.

„Durch innovative Systemautomatiken soll der Einsatz von ‚kurativen Maßnahmen‘ zur Entlastung in den Hoch- und Höchstspannungsnetzen – also auf der Spannungsebene von 110.000 Volt beziehungsweise 380.000 Volt – erprobt werden. Gleichzeitig soll die sehr hohe Versorgungssicherheit, die bislang durch präventive Maßnahmen erreicht wird, bei der Nutzung von Systemautomatiken für kurative Maßnahmen nicht sinken“, sagt Dr. Erik Kröger, Leiter des Projektes bei SH Netz.

Kurative Maßnahmen sind hierbei im Voraus geplante temporäre Anpassungen, um vorhandene oder unmittelbar bevorstehende Überlastungen im laufenden Netzbetrieb teilautomatisiert zu beheben – vergleichbar mit einer intelligenten Autobahnsteuerung, auf der zu Spitzenzeiten auch der Seitenstreifen befahren werden darf. Die kurzfristige und intelligente Steuerung der Einspeiseleistung aus Erneuerbaren Energien in das Stromnetz stellt so eine kurative Maßnahme im Verteilnetz dar. Dadurch können die Ströme nach einem tatsächlichen Betriebsmittelausfall gezielt und unmittelbar beeinflusst werden. So soll das Stromnetz zukünftig höher und effizienter ausgelastet werden. Das unterstützt, den Anteil präventiver Engpassmanagementmaßnahmen zu reduzieren, um mehr „Grünstrom“ aufzunehmen und zu verteilen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes plant SH Netz als Verteilnetzbetreiber ab voraussichtlich Anfang 2025 einen gemeinsamen rund einjährigen Feldtest mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT zur Erprobung von kurativen, netzebenen- und netzbetreiberübergreifenden Entlastungsmaßnahmen. Für diesen Feldtest wird ein paralleles F&E-Netzleitsystem sowie zusätzliche Feldtechnik aufgebaut, damit alle Daten in Echtzeit vorliegen, die Maßnahmen jedoch im parallelen System erfolgen und der reguläre Netzbetrieb unberührt bleibt.

„Unter Einsatz einer moderneren Geräte- und Betriebsstrategie soll durch diesen Feldtest die technisch mögliche Erhöhung der Netzauslastung unter Wahrung der Netzsicherheit prototypisch erprobt und umfassend analysiert werden. So beabsichtigen wir zukünftig gerade an der Schnittstelle zwischen Verteil- und Übertragungsnetz noch effizienter zusammenzuarbeiten“, so Kröger weiter.

Das Verbundprojekt besteht aus einem starken Konsortium renommierter Partner aus Industrie und Wissenschaft: Gemeinsam mit SH Netz sind die Verbundpartner PSI Software AG (Konsortialführung), TenneT TSO Gesellschaft, TransnetBW Gesellschaft, der Lehrstuhl LENA der OVGU Magdeburg, das IAEW der RWTH Aachen University und als assoziierter Partner die Netze BW Gesellschaft im Projekt PROGRESS involviert. Das Forschungsprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Tags: EnergiewendePhotovoltaikSchleswig-Holstein NetzWindenergie

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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