Rund 120 Einsätze für den Tierrettungsdienst

395
Die Tiernotrettung ist auch zwischen Hamburg und Mölln unterwegs. Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Hamburg/Mölln (pm). Seit 2015 betreibt der TIER-NOTRUF.de in der friesischen Region und seit 2018 im Ruhrgebiet einen Tierrettungsdienst. Zum 1. Juli 2020 startete der TIER-NOTRUF.de dann auch einen Tierrettungsdienst in Hamburg und Umgebung. Dieser besteht nun seit einem Jahr und konnte bereits rund 120 Einsätze abarbeiten.

Neben den klassischen Notfällen wie apathisches Verhalten, epileptische Anfälle oder Vergiftungen wurden auch zahlreiche im Straßenverkehr verunfallte Hunde, Beißvorfälle oder Fensterstürze seitens der Hamburger Tierretter versorgt. Neben dem Tierrettungswagen, der für das Hamburger Stadtgebiet vorgehalten wird, gibt es zwischenzeitlich auch einen weiteren Tierrettungswagen im Umland, der am Tierheim in Mölln stationiert ist.

Standortleiter für Hamburg, Ernst Wieghorst, der zwischenzeitlich auch Landesbeauftragter für Hamburg und Schleswig-Holstein ist, hat mit seinen zwischenzeitlich rund 30 Mitarbeitern einen funktionierenden und kompetenten Tierrettungsdienst in Hamburg und Umgebung aufgebaut. Unterstützt wird er bei seiner Organisation durch Patricia Picker, die zwischenzeitlich den Standort an der neu geschaffenen Rettungswache in Mölln leitet. Zusammen sind sie zu einem unverzichtbaren Team für den TIER-NOTRUF.de in Hamburg und Umgebung geworden.

Doch die Entwicklung hat noch weitere Ergebnisse mit sich gebracht. So leitet Ernst Wieghorst auch die in Mölln ansässige und neu gegründete TIER-NOTRUF-Akademie, in der die neuen Tierunfall- und Tiernotfallsanitäter ausgebildet werden. Die Akzeptanz der Hamburger Tierretter ist auch zwischenzeitlich bei den Tierkliniken angekommen, diese vermitteln regelmäßig Transporte an unseren Tierrettungsdienst, so auch zum Beispiel Intensivverlegungen zu einer Tierklinik in Leipzig.

Mit der friesischen Region sowie der Region in und um Hamburg wird bereits ein großer norddeutscher Teil mit dem Tierrettungsdienst versorgt. Doch dies ist nicht genug, so startet zum 1. Oktober 2021 ein weiterer Standort in Bremen, der auch bis nach Cuxhaven und Bremerhaven die notfallmäßige Versorgung der Tiere aufnehmen soll. Des Weiteren soll bis Ende 2021 das komplette Bundesland Schleswig-Holstein versorgt werden.

Mit seinen aktuell fünf Tierrettungswagen, fünf Tiertransport-PKW und einem Anhänger für Großlagen sowie 60 Mitarbeitern ist der TIER-NOTRUF.de der wohl größte privat organisierte Tierrettungsdienst in ganz Deutschland. Über die eigene rund um die Uhr besetzte Tierrettungsleitstelle werden alle auflaufenden Notfälle angenommen und disponiert.

Neben den eigenen Notrufen übernimmt die Leitstelle zwischenzeitlich auch die bundesweiten Notdienst-Anrufe für die AGILA Haustierversicherung entgegen. Mit dieser besteht zudem eine einmalige Kooperation im Bereich der Abrechnung von Tierrettungseinsätzen. So ist die AGILA Haustierversicherung aktuell die einzige Tierversicherung, die Kosten eines Tierrettungseinsatzes übernimmt, und das aktuell auch nur bei Einsätzen des TIER-NOTRUF.de. Zukünftig besteht hier die Möglichkeit, dass der TIER-NOTRUF.de in Zusammenarbeit mit anderen Tierrettungsdiensten diese einmalige Zusammenarbeit ausweiten kann.

Auch andere Dienstleister haben zwischenzeitlich die Leistungsfähigkeit des TIER-NOTRUF.de erkannt und werden zukünftig Notrufe in der Leitstelle des TIER-NOTRUF.de auflaufen lassen. So wird es ab Juli bundesweit ein Produkt auf dem Markt geben, welches mit der bundesweiten Notrufnummer des TIER-NOTRUF.de kombiniert wird. Und eine zwischenzeitlich große Hunde-App wird ebenfalls im Laufe des dritten Quartals mit einem eigenen Notruf-Call starten, der beim TIER-NOTRUF.de auflaufen wird.

Neben dieser sehr positiven Entwicklung gibt es nach wie vor den ein oder anderen Wehrmutstropfen. So fehlt es nach wie vor an der nötigen politischen Akzeptanz von Tierrettungsdiensten. Auch eine offizielle Einbindung in bestehende Strukturen wie z.B. dem Katastrophenschutz wird nach wie vor verweigert. Größtes Problem ist aber immer wieder, dass die Tierrettungsdienste über keine Sonder- und Wegerechte verfügen. Gerade bei zeitkritischen Notfällen wäre dies wichtig, denn nur zu oft kommen die Tierretter zu spät beim Patienten an und dieser ist bereits verstorben, so erst letztlich, als in Hamburg ein hund qualvoll erstickte, weil der angeforderte Rettungswagen nicht schnell genug da sein konnte. Ein rechtzeitiges Eintreffen hätte hier dem Hund das Leben retten und ihn vor diesen Qualen schützen können. Doch die zuständigen Behörden verweigern konsequent eine Genehmigung von Sonder- und Wegerechten und nehmen damit billigend in Kauf, dass die Tierrettung Tieren nicht helfen kann.