Richtig Bock auf Mord- und Totschlag

Drei Baritone zelebrieren in Segrahn „Capones Vermächtnis“.

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Michele, Raffaele und Leonardo heißen im wirklichen Leben Timotheus Maas, Lukas Anton und Marcelo de Souza Felix.
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Gudow/Segrahn (pm). Hamburger Mafiosi wollen am Sonnabend, 3. Juli, die Bühne des Viehhauses Segrahn stürmen. Michele, Raffaele und Leonardo treten dort ab 20 Uhr den Beweis an, dass sie neben Mord, Betrug und Intrige auch noch die große Oper beherrschen. Tür und Tor für das organisierte Verbrechen hat die Stiftung Herzogtum Lauenburg geöffnet, die das Trio im Rahmen des KulturSommers am Kanal nach Gudow eingeladen hat.

Michele, Raffaele und Leonardo heißen im wirklichen Leben Timotheus Maas, Lukas Anton und Marcelo de Souza Felix. Die drei Baritone eint die Liebe zur Oper und die Überzeugung, dass die Musik ein modernes Gesicht benötigt. Wie das aussehen kann, darüber haben sich die Männer mit dem Ausbruch der Pandemie Gedanken gemacht. Knapp fünfzehn Monate später kann das Publikum das Ergebnis live in Augenschein nehmen – und nicht nur das.

Das Trio präsentiert in Segrahn erstmals live die Geschichte von „Capones Vermächtnis“. Doch schon jetzt kann man die Figuren in den sozialen Medien kennen lernen und erste Schnipsel der Story entdecken. Darüber hinaus drehen die Sänger Filme, die ebenfalls für die Veröffentlichung im Netz gedacht sind. Angedacht sind zudem weitere Bühnen-Produktionen. „Wir möchten das Publikum – auch das jüngere – mit in die Geschichte einbeziehen“, so Anton über das Projekt. Die Musik der Oper sei ja nach wie vor hörenswert und nicht weniger aktuell. Oft fehle es den Menschen nur am Zugang zum Genre.

Es dürfte nicht überraschen, dass das Trio angesichts dieser Herangehensweise ganz bewusst mit den Konventionen der Oper bricht. Beispielsweise mit dem großen Graben zwischen dem Ensemble auf der Bühne und dem Publikum. Auf die Handlung bezogen heißt das: Die Baritone möchten die Zuschauerinnen und Zuschauer ermuntern, sich einzubringen und Einfluss auf das Geschehen zu nehmen.

Ausgangspunkt der Story ist auf jeden Fall, dass Michele, Raffaele und Leonardo den Tod ihres Paten betrauern und auf der Suche nach dem Mörder beziehungsweise der Mörderin sind. Für die Rahmenhandlung gibt es mit Karolina Trojok eine Erzählerin, die die Sänger darüber hinaus am Klavier begleitet. Musikalisch darf sich das Publikum auf jede Menge schöne Melodien freuen. Unter der Regie von Sebastian Richter haben die Sänger unter anderem populäre Opernstücke wie „Jetzt, Alter, jetzt hat es Eile“ aus Beethovens „Fidelio“ und „Sparafucile“ aus Verdis „Rigoletto“ in die Szenen integriert. Hinzu kommen berühmte Stücke wie „I feel pretty“ aus der „Westside Story“, „O sole mio“ und das Pate-Titellied „Parla più piano“.

„Wir lieben es, zu spielen – gerade auch Gangster“, freut sich Sänger Maas schon jetzt auf die Premiere in Segrahn. Und de Souza Felix ergänzt mit Blick auf die Rollen: „Das Böse ist nicht so eindimensional. Es hat vielmehr Tiefe.“ Ein Blick ins Netz oder hinter die Kulissen und man erkennt: Diese Typen meinen, was sie sagen. Das gesamte Team – Sänger, Pianistin und Regisseur – haben richtig „Bock“ auf Lug und Trug und Mord und Totschlag, „Bock“ auf „Capones Vermächtnis“.

Ticketreservierung für die Aufführung per Email an info@stiftung-herzogtum.de oder unter der Telefonnummer 04542-87000.