Ratzeburg: Jährlicher Zwischenbericht zum Städtebauprojekt ‚Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge‘

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Städtebaufördergebiet "Südlicher Inselrand" in Ratzeburg.
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Ratzeburg (pm). Sigrid Nieswandt von der BIG Städtebau GmbH hat in der März-Sitzung des städtischen Bauausschusses umfassend über den aktuellen Bearbeitungsstand der Maßnahmen im Städtebaufördergebiet „Südlicher Inselrand“ informiert, die im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ (zuvor „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“) durchgeführt werden sollen. Mit Blick auf den geplanten Neubau der Schwimmhalle Aqua Siwa konnte sie berichten, dass in 2020 die Durchführung des EU-weiten, hochbaulichen Realisierungswettbewerbs für die neue Schwimmhalle stattfinden konnte.

Im September wurden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt und von der Politik der Siegerentwurf des Architekturbüros Venneberg, Zech und Partner aus Hannover zur Umsetzung beschlossen. Der Entwurf fand einhellig große Zustimmung. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Auftragsvergabe erfolgten auch Abstimmungen mit den Vereinigten Stadtwerken GmbH beziehungsweise der Stadtwerke Ratzeburg GmbH bezüglich der optionalen Errichtung eines Saunaanbaus. Das Planungsbüro hatte hierzu bereits eine Entwurfsskizze geliefert. Derzeit liefen die Verhandlungen über die Vertragsmodalitäten, so Sigrid Nieswandt.

Auch die Neugestaltung der Seebadeanstalt Schlosswiese konnte entscheidend vorangebracht werden. So wurde zwischen Juni und August 2020 eine Online-Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Es erfolgte eine rege Teilnahme. Zahlreiche Anregungen wurden in die Entwurfsplanung des Architekturbüros Kienast und Kienast aufgenommen. Der Entwurf wurde der Politik im Dezember 2020 vorgestellt. Zur detaillierten Ausarbeitung des Außenbereiches und der Steganlage wurden Ausschreibungen durchgeführt. Die Vergabe erfolgte Anfang 2021. Zudem erfolgten in 2020 die Ankaufsverhandlungen mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg für die noch benötigten Grundstücksflächen, wie die Seeflächen für die Steganlage. Die Zustimmung des Kreises zum Erwerb in im laufenden Jahr liegt vor.

Für die Modernisierung und Instandsetzung der denkmalgeschützten Ernst-Barlach-Schule und der dabei geplanten Umnutzung als Kultur- und Bildungszentrum wurde in 2020 die EU-weite Ausschreibung eines Architekten durchgeführt. Vorab erfolgten enge Abstimmungen mit den Mitgliedern des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses bezüglich einer Zusammenstellung der Raum- und Flächenbedarfe für Innen- und Außenbereiche als Grundlage für das zukünftige Nutzungs- und Betriebskonzept. Die Beauftragung erfolgte an das Büro Stadt + Haus aus Wismar im Dezember 2020. Die ersten Planungsüberlegungen sowie Beteiligung sind für 2021 vorgesehen.

Bei der gestalterischen Aufwertung des Rundweges um den kleinen Küchensee liegt der Fokus aktuell auf dem Erwerb sogenannter Arrondierungsflächen (See- und Seevorlandflächen) vom Kreis Herzogtum Lauenburg. Dafür liegt die Zustimmung zum Ankauf in 2021 bereits vor. Planungsschritte zur baulichen Umsetzung der Maßnahme wurden bisher noch nicht eingeleitet.

Abschließend stellte Sigrid Nieswandt die Finanzsituation des Treuhandkontos dar, auf dem die Fördermittel des Bundes und Landes sowie die Eigenmittel der Stadt Ratzeburg zusammengeführt und angespart werden. Der Stand des Treuhandkontos belief sich zum Jahresende 2020 auf 8,659 Millionen Euro. In 2020 wurde dafür ein Fördermittelantrag über zwei Millionen Euro gestellt, bewilligt wurden 1,95 Millionen Euro zu je einem Drittel aus Bundes-, Landes- und Stadtmittel. Diese sind wie beantragt, erst ab 2022 abrufbar. Zur Sicherstellung der Finanzierung der anstehenden Baumaßnahmen wird in 2021 ein weiterer Fördermittelantrag über 2,5 Millionen gestellt, gleichfalls unter der Maßgabe, dass die ersten Fördermittel erst ab 2022 abrufbar werden. In den Folgejahren sollen ebenfalls Fördermittelanträge in einer ähnlichen Höhe gestellt werden. Ziel ist es, auf diese Weise eine Gesamtfinanzierung für alle geplanten Projekte in der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge“ aufzubauen.