CDU: SPD opfert Klimaschutz, Steuergeld und Arbeitsplätze für Parteitaktik

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Klimastabilität der Kreisforsten ließe sich nicht durch Zurücklegen und Zuschauen verbessern, meint Forstfachsprecher Ingo Westphal (CDU). Foto: hfr
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Herzogtum Lauenburg (pm). „Die jetzt über die Presse kommunizierten gemeinsamen Positionen der SPD und der Linken zur Forsteinrichtung der Kreisforsten erzeugen bei mir als Mitglied des zuständigen Ausschusses für Forsten, Energie, Umwelt und Klimaschutz schon etwas Verwunderung“, so Ingo Westphal, forst- und umweltpolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, „Insbesondere weil in die seit über eineinhalb Jahren im Ausschuss geführte Diskussion kaum inhaltliche Vorschläge in diese Richtung eingebracht wurden.“

Zudem erscheinen der CDU die Positionen wenig konsistent. So werde beispielsweise ein Waldbeirat gefordert, aber die Ergebnisse des öffentlichen Forstsymposiums ignoriert und auf die Ergebnisse der gerade laufenden Anhörung von unterschiedlichen relevanten Interessengruppen („Stakeholder“) verzichtet. „Wenn externer Sachverstand für nicht relevant gehalten wird“, so Westphal weiter, „wozu noch ein weiterer Beirat?“

Noch größer schätzt Westphal den Widerspruch zwischen den Forderungen und der Überschrift „Klimawald“ ein: „Wenn mit „Klimawald“ ein Wald gemeint ist, der klimastabil ist und einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels leisten soll, so hören sich die Forderungen vordergründig „schick“ an, bewirken aber das genaue Gegenteil. Beim Forstsymposium und anderen Veranstaltungen wurde von anerkannten Wissenschaftlern wie Professor Spellmann und Professor Schellnhuber wissenschaftlich dargelegt, dass die Nutzung des nachhaltig erzeugten Rohstoffs Holz und die Bewirtschaftung der Wälder ein unverzichtbarer Beitrag für die Erreichung der deutschen Klimaziele sind. Westphal: „Das sehen im Übrigen auch die Fachleute in der SPD-Bundestagsfraktion so.“ Aber auch die Klimastabilität der Kreisforsten ließe sich nicht durch Zurücklegen und Zuschauen verbessern. In dem über viele Monate mit großem Aufwand erarbeiteten Gutachten des mit der Waldinventur und Forsteinrichtung beauftragten, renommierten Gutachterbüros werde auf die Gefahr der „Entmischung“ der Mischwälder hingewiesen, was sie deutlich risikoanfälliger mache.

„Wie man in Zeiten eines bereits einsetzenden Klimawandels, der sich viel schneller als natürliche Anpassungsprozesse vollzieht, wissenschaftliche Versuche zu möglichst klimastabilen Baumarten ablehnen kann, erschließt sich mir nicht“, kritisiert Ingo Westphal.
Es würde auch viele Beschäftigte bei den Kreisforsten und bei den für sie tätigen Dienstleistern verwundern, dass gerade die SPD Dinge fordere, die sich massiv gegen Arbeitnehmerinteressen richten. Die Forderungen würden nämlich zu einem deutlichen Abbau von sich selbst tragenden Stellen führen. Zum anderen würden Einschränkungen bei der Arbeitssicherheit und eine höhere körperliche Belastung in Kauf genommen, wenn grundsätzlich auf den Einsatz moderner Harvester-Technik verzichtet werden soll. All dies sei den Ausschussmitgliedern ausführlich dargelegt worden.

Die CDU-Fraktion stehe weiterhin zu den zukünftigen Grundsätzen zur Waldbewirtschaftung und zur Jagd, wie sie in der dafür (auf Initiative der GRÜNEN) eingerichteten Arbeitsgruppe mit allen Fraktionen gemeinsam erarbeitetet wurden, auch wenn sie dabei einige gravierende Kompromisse habe eingehen müssen. Die CDU sehe auch keine konkreten Gründe, die Empfehlung des beauftragten, renommierten Gutachterbüros anzuzweifeln, das über viele Monate mit großem Aufwand die detaillierte Waldinventur und Forsteinrichtung erstellt habe. Sie habe auch weiterhin Vertrauen in die Empfehlungen der Experten der Kreisforsten, die „ihren“ Wald am besten kennen würden. Zudem will die CDU wie vorgesehen, das Feedback der beteiligten Interessengruppen/Stakeholder abwarten, bevor Beschlüsse gefasst werden. Das gebiete nicht zuletzt die Fairness gegenüber denjenigen, die sich die Mühe gemacht haben, eine entsprechende Rückmeldung zu erarbeiten.