‚Ein Brief an das Leben‘

Beeindruckende Einsendungen beim Möllner Schüler-Schreibwettbewerb

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"Ein Brief and Leben" - Inke Tewes (Mitte links) und Ida Klomfaß überzeugten die Mitglieder der Jury Eva Ammermann, Jörg-Rüdiger Geschke (li.) und Jens Schlutzkus (re.) mit ihrem Beiträgen. Foto: hfr
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Mölln (pm). Im Zuge der Ausstellung „Todesopfer rechter Gewalt“, die der Verein Miteinander leben zusammen mit der Stadt Mölln im vergangenen November für mehrere Wochen auf dem Möllner Schulberg öffentlich präsentieren konnte, wurde vom Kreisfachberater für Kulturelle Bildung, Jörg-Rüdiger Geschke, ein Schreib-Wettbewerb für Möllner Schüler organisiert. Unter dem Titel „Ein Brief an das Leben“ waren die Jugendlichen aufgerufen, sich ganz persönlich mit den Schicksalen der abgebildeten Menschen gerade auch im Hinblick auf aktuelle Ereignisse wie in Hanau oder Halle auseinanderzusetzen.

Sie sollten sich während ihres Besuches der Ausstellung eines der Schicksale aussuchen und aus Sicht des getöteten Menschen einen offenen Brief an die Menschen in Mölln schreiben … sozusagen aus dem Jenseits ins Jetzt: Ein Brief an das Leben. „Was ich euch gerne sagen würde oder muss?“ oder „Was ich gerne noch erlebt hätte?“ waren dabei anleitende Fragestellungen. Eine Jury, bestehend aus dem Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie, Claudia Bormann vom Marion-Dönhoff-Gymnasium und Jens Schlutzkus von der Gemeinschaftsschule, beide jeweils verantwortlich für „Schule ohne Rassismus“, Mark Sauer vom Verein Miteinander leben und Jörg-Rüdiger Geschke wählte aus den zahlreichen und anrührenden Texten fünf Einzeltexte aus, die in einer Broschüre über die Ausstellung und den Wettbewerb veröffentlicht werden sollen.

Inke Tewes, Lena Maaß, Selina Merhof vom Marion-Dönhoff-Gymnasium sowie Ida Klomfaß und Shafak Karagüzel von der Möllner Gemeinschaftsschule wurden als Autor*innen dafür besonders geehrt. Außerdem erhielten drei Gemeinschaftsschul- und eine Gymnasialklasse Anerkennungspreise für die von ihnen eingereichten Texte.

Einige Schülern inspirierte die Ausstellung zu einem eigenständigen Kunstprojekt, bei dem Plakate gegen Gewalt und Diskriminierung gestaltet wurden. In Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Claudia Bormann und der Kulturvemittlerin und Künstlerin Eva Ammermann wurden auf einer Schattenspielleinwand silhouettenhafte Standbilder geschaffen, die Gewalt insbesondere aus Sicht der Opfer zeigen. Die Darstellungsweise lässt die Personen hinter der Leinwand unkenntlich bleiben: Jeder und jede kann ein Opfer, Retter oder Täter sein, so die Botschaft der entstandenen Plakate, die ebenfalls in der Broschüre zum Wettbewerb abgedruckt werden.

Die Broschüre erscheint in kleiner Auflage und wird zusätzlich für die Öffentlichkeit auf der Webseite des Vereins Miteinander leben unter www.verein-miteinander-leben.de in Kürze als PDF-Download angeboten.