Pflanzen statt Steine – Die Stadt Mölln wirbt für naturnahe Gärten

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Bild von Prawny auf Pixabay

Mölln (pm). Seit einiger Zeit erfreuen sich sogenannte „Schottergärten“ vor allem aufgrund ihrer vermeintlichen Pflegeleichtigkeit einer immer größeren Beliebtheit. Die Gärten sehen jedoch nicht nur trostlos aus, sie bieten für Insekten und andere Tierarten keinerlei Schutz oder Nahrungsgrundlage. Und diese Gärten sind nicht rechtens.

In den kommenden Jahrzehnten werden häufiger Starkregenereignisse stattfinden. Versiegelte Vorgartenflächen verhindern das Versickern von Niederschlagswasser und können damit vor allem in städtischen Räumen zu Überschwemmungen führen. Auch das Mikroklima leidet unter den geschotterten Flächen. Die Steine heizen sich im Sommer stark auf, sodass es oberhalb der Flächen zu Temperaturen von über 50 Grad Celsius kommen kann. Das ist nicht nur für die heimische Tierwelt, sondern auch für die dort lebenden Menschen unzumutbar. Hinzu kommt der Pflegeaufwand, der für solche Flächen notwendig ist. Vereinzelte Pflanzungen müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden, da sie die hohen Temperaturen nicht überstehen. Spätestens nach zwei Jahren kommt es auf den Steinen zur Bildung von Algen. Diese müssen regelmäßig mit einem Hochdruckreiniger entfernt werden. Des Weiteren bleiben Flugsamen zwischen den Steinen hängen, wodurch es trotz Versiegelung des Bodens zu Unkrautwuchs kommt. Die Pflege eines Schottergartens ist demnach gar nicht so zeitsparend, wie viele denken.

Laut Paragraf 8 der Landesbauordnung Schleswig-Holstein (LBO) sind Schottergärten ohnehin bereits verboten, da es sich nicht um notwendige versiegelte Flächen handelt. Laut LBO sind nicht überbaute Flächen von bebauten Grundstücken zu begrünen oder zu bepflanzen, soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen. Dies würde zum Beispiel auf Zuwegungen oder Parkflächen zutreffen. Vor diesem Hintergrund kann die Bauaufsicht für bestehende Schottergärten jederzeit Rückbauverfügungen erlassen.

Die Stadt Mölln möchte für das Thema sensibilisieren und zunächst auf die freiwillige Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger setzen. Besonders krasse Formen von „Schottergärten“ werden gegebenenfalls der Bauaufsicht des Kreises gemeldet.  Bürgermeister Jan Wiegels: „Die Stadt Mölln hat im Jahr 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Zur Erreichung der Klimaziele sind wir auch auf die Mitwirkung unser Bürger angewiesen. Jede noch so kleine begrünte Fläche trägt dazu bei, die Umwelt und das Klima zu schützen.“

Weitere Informationen zum Thema Schottergärten sowie pflegeleichte Pflanzvorschläge finden Sie auf der Homepage der Stadt Mölln unter www.moelln.de.

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