‚Omas gegen Rechts‘ und Archivar Christian Lopau erinnern an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenberg

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Christian Lopau und Elke Hagenah bei der Gedenkplatte in der Domstraße in Ratzeburg. Foto: hfr
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Ratzeburg (pm). Anlässlich des 9. November erinnern die ‚Omas gegen Rechts‘ und Stadtarchivar Christian Lopau an das Schicksal der Ratzeburger Kaufmannsfamilie Rosenberg mit ihrem Geschäfts- und Wohnhaus in der Domstraße 8 in Ratzeburg. Dabei werden die ‚Omas‘ wegen der aktuellen Coronasituation durch Elke Hagenah vertreten, da alle Mitglieder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören.

In den letzten Wochen haben sich die ‚Omas gegen Rechts‘ intensiv mit dem jüdischen Leben im Kreis auseinandergesetzt und dazu Christian Lopau auch zu einem Vortrag eingeladen. Dabei wurde nicht nur das Vergangene thematisiert, sondern auch diskutiert, wie das Geschehene in Erinnerung bleiben kann und als Mahnmal dienen kann, damit sich solche oder ähnliche Ereignisse niemals mehr wiederholen werden.

Familie Rosenberg hatte ein Bekleidungsgeschäft in der Domstraße in Ratzeburg. Bis auf einen überlebenden Sohn ist die ganze Familie im Holocaust ermordet worden. Foto: hfr

Lopau berichtete in diesem Zusammenhang vom Schicksal der Familie Rosenberg. Sie hatten ein Bekleidungsgeschäft in der Domstraße in Ratzeburg. Bis auf einen überlebenden Sohn ist die ganze Familie im Holocaust ermordet worden. Schüler der Lauenbugischen Gelehrtenschule hatten die Geschichte dieser Familie im Jahr 2005 aufgearbeitet und seitdem existiert eine Metallplatte auf dem Boden direkt vor dem Haus. „Leider ist diese Platte nur sehr schwer zu sehen, sodass sie von Passanten kaum wahrgenommen wird“, berichten die ‚Omas‘.
Christian Lopau und die ‚Omas‘ wünschen sich, dass diese Platte prägnanter an oder vor dem Haus angebracht wird und damit besser wahrgenommen werden kann. Dies wäre ein kleiner aber wichtiger Beitrag zur steten Erinnerung an die unvorstellbaren Gräuel, die die Judenverfolgung im Dritten Reich über ihre Opfer gebracht hat.

Die Stadt Ratzeburg unterstützt dieses Anliegen und hat angekündigt sich des Problems anzunehmen. Die ‚Omas‘ haben sich darüber hinaus aber auch mit den anderen Ereignissen des 9. November intensiv beschäftigt, zum Beispiel der Gründung der deutschen Republik 1918 und dem Mauerfall 1989. Gerade der Mauerfall ist allen ja noch sehr prägnant im Gedächtnis. Aus diesem Anlass haben die ‚Omas‘ ein YouTube Video aufgenommen mit kurzen persönlichen Statements von einzelnen ‚Omas‘. Dazu Elke Hagenah: „Es ist uns wichtig, unsere Stimme zu erheben. Die Geschehnisse am 9. November stehen für wichtige geschichtliche Ereignisse, die unsere Geschichte in Deutschland mal zum Schlechten und mal zum Guten geprägt haben. Zu finden ist dieses Video unter: „OMAS GEGEN RECHTS Herzogtum Lauenburg 9. November“ auf YouTube. Die OMAS freuen sich, wenn dieses Video zahlreich gesehen und weiterverbreitet wird.

Wer mit den OMAS Kontakt aufnehmen will schreibe bitte an omas-gegen-rechts-krs-hzgt-lauenburg@ok.de.

‚Omas gegen Rechts‘ ist eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative. Die ‚Omas‘ wollen Missstände mit geeigneten Methoden öffentlich machen und politischen Widerstand gegen jede Form von Ausgrenzung und Rassismus organisieren.