Eine erste Vision für das neue Schwimmbad ‚Aqua Siwa‘

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Siegerentwurf für den Neubau des Aqua Siwas in Ratzeburg. Foto: hfr
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Ratzeburg (pm). Es ist mit Abstand das größte Bauprojekt der Stadt Ratzeburg im Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, der geplante Neubau des Schwimmbades „Aqua Siwa“. Ein erster Meilenstein ist hier nun erreicht worden. Der Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Schwimmbades unter Federführung des Büros „claussen-seggelke stadtplaner“ wurde vergangene Woche mit dem einstimmigen Beschluss des städtischen Bauausschusses in seinen Ergebnissen besiegelt.

Vorangegangenen war ein mehrwöchiges, europaweites Ausschreibungsverfahren um Entwürfe, an dem sich insgesamt dreizehn Architekturbüros beteiligten. Eine wesentliche Voraussetzung war dabei, dass sie Erfahrungen im Schwimmbadbau nachweisen konnten. Die eingereichten Ergebnisse wurden von einer fünfköpfigen Jury, bestehend aus Experten im Schwimmbadbau sowie dem Ratzeburger Bauausschussvorsitzenden Werner Rütz und Bauamtsleiter Michael Wolf, gesichtet, bewertet und schließlich gekürt. Dabei stach der Entwurf des Hannoveraner Architekturbüros Venneberg, Zech & Partner besonders hervor. Er wurde von der Jury mit großen Abstand zu den weiteren Preisträgern des Wettbewerbs, wie das pbr Planungsbüro Rohlingen AG, Braunschweig (3. Preis) und das Büro av-a Veauthier Architekten, Berlin (3. Preis) sowie das Planteam Ruhr, Gelsenkirchen (Anerkennung) als Sieger des Wettbewerbes bestimmt. Dass auf die Vergabe eines zweiten Platzes verzichtet wurde, zeigt dabei die Eindeutigkeit, mit der dieser Entwurf sich durchsetzen konnte.

Eine erste Vision für das neue Schwimmbad „Aqua Siwa“ (vl.) Werner Rütz, Bauausschussvorsitzender, Architekt Dipl.-Ing. Ulrich Zech vom Büro Venneberg, Zech & Partner, Sigrid Nieswandt von der BIG-Städtebau GmbH, Torsten Wild vom Büro claussen-seggelke stadtplaner, Bürgermeister Gunnar Koech. Foto: Stadt Ratzeburg

Architekt Diplom-Ingenieur Ulrich Zech erläuterte vor den Ausschussmitgliedern, wie auch zur Eröffnung der Ausstellung aller eingereichten Entwürfe des Realisierungswettbewerbes im Ratssaal des Rathauses, die Besonderheiten des Auftrages, der Neubau eines Sport- und Ausbildungsbades an dieser besonders exponierten Stelle der Inselstadt am südlichen Seeufer. Die Einbeziehung dieser Landschaft, sowohl von außen mit Blick auf das neue Schwimmbad, als auch von innen heraus mit Blick auf die Erlebbarkeit des nahen Seen, war für das Büro Venneberg, Zech & Partner bei der Entwurfsentwicklung leitend und motivgebend. Entstanden ist ein schlankes, niedrig wirkendes und transparent gestaltetes Gebäude, das sich trotz seiner zwei Geschosse unter geschickter Einbeziehung der Geländestruktur mit seinen unterschiedlichen Höhen dezent ausnimmt. Es ist im Kern funktional und enthält, wie ausgeschrieben, ein 25-Meter-Sportbecken sowie ein weiteres Schwimmlernbecken. Durch die Gestaltung einer umlaufenden Terrasse wird diese Funktionalität mit einem naturnahen Erlebnisraum ergänzt, die den Erholungswert des Bades in besonderem Maße betont.

Auf Basis dieses Siegerentwurfs sollen nun die weiteren konkreten Planungen erfolgen. Mit Unterstützung des Sanierungsträgers, der BIG-Städtebau GmbH, müssen in den nächsten Schritten zunächst Planungsbüros für Tragwerk und Haustechnik gefunden werden, die die technische Umsetzung dieses Entwurfes konkretisieren und so zu einer soliden Kostenkalkulation führen. Dieser Detailentwurf bedarf der Zustimmung durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, das federführend die verschiedenen Projekte im Städtebauförderprogramm betreut und die Zwei-Drittel-Finanzierung durch Bund und Land jeweils kritisch prüfen muss. Erst nach dessen Förderzusage kann mit einer europaweiten Ausschreibung zum Bau des neuen Schwimmbades begonnen werden.

Obwohl nicht förderfähig und auch im Realisierungswettbewerb nicht bewertet, enthält der Siegerentwurf des Büros Venneberg, Zech & Partner bereits eine mögliche zweite Variante, die eine zusätzliche Saunalandschaft vorsieht. Diese wäre zwar nicht förderfähig im Sinne des Städtebauförderprogramms und müsste seitens der Stadt in Eigenregie entwickelt werden. Der erweiterte Entwurf wurde aber im städtischen Bauausschuss wie auch beim designierten Betreiber des Schwimmbades, der Vereinigte Stadtwerge GmbH (VSG), mit großem Interesse diskutiert.