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Ratzeburg (aa). Mit einem Doppelkonzert endete letzten Freitag (28. August) der Musiksommer 2020 am Ratzeburger Rathaus. Und es endete auf, wie es am 10. Juli angefangen und danach nicht mehr aufgehört hatte – „ausverkauft“ mit jeweils weit über 100 Zuschauern an allen Konzertabenden. Initiator, Organisator und Gastgeber des Musiksommer ist Jens Butz, der damit wohl diese Saison wohl der größte Kulturanbieter hier in der Region gewesen sein dürfte. Mit Herzogtum direkt im Gespräch ließ er die letzten Wochen noch einmal Revue passieren.

Herzogtum direkt: Die Bilder des Musiksommers sprechen ja eigentlich für sich – coronakonforme volle Reihen bei allen Konzerten. Sind Sie zufrieden?

Jens Butz: Ja! Mehr als zufrieden. Unglaublich, wie das gelaufen ist. Spätestens ab der vierten Veranstaltung war das ein Selbstgänger. Teilsweise stellte ich um 8 Uhr das Anmeldeformular online und am selben Tag um 16 Uhr waren bereits alle 175 Plätze weg. Es wurde von Konzertabend zu Konzertabend immer verrückter. Bei den ersten Konzerten hat mir der Emailverteiler meiner Konzertreihe ‚Musik in der Scheune‘ geholfen. Danach ging es wie von selbst.

Herzogtum direkt: Wie bei Ihrer Konzertreihe „Musik in der Scheune“ erhoben Sie auch hier keinen Eintritt, sondern nur ein freiwilliges Hutgeld. Ging das gut?

Jens Butz: Absolut. Wir hatten bei allen Konzert ein extrem hohes Hutgeld. Alle Musiker waren total begeistert vom Hutgeld, aber auch vom Ambiente und den Zuschauern. Jeder der Künstler würde nächste Jahr gerne wiederkommen.

Veranstalter Jens Butz (re.) mit Bürgermeister Gunnar Koech (li.) und Christian Grüneberg (Grüneberg Projekt & Event GmbH), der die Bühne zur Verfügung stellte. Foto: Jonas Holthusen

Herzogtum direkt: Wie kam es eigentlich zu der Idee im Innenhof des Rathauses einen Musiksommer zu veranstalten?

Jens Butz: Das Programm, also sechs der acht Konzerte, stand schon Anfang des Jahres vor Corona fest und war eigentlich wieder für ‚Musik in der Scheune‘ also für drinnen in der Ziethener Heuherberge gedacht. Das war dann aufgrund der Corona-Regeln nicht mehr machbar. Ich wollte die Künstler aber nicht im Regen stehen lassen und so habe ich nach einer Freiluftlocation gesucht und sie im schönen Innenhof des Ratzeburger Rathauses gefunden.

Herzogtum direkt: Aber auch dort waren ja Corona-Regelungen zu beachten. Wie lief das in der Praxis ab?

Jens Butz: Ich hatte vorher genau ausgemessen, wieviel Leute mit entsprechenden Abstand zueinander dahin passen. Und da bei den Konzerten die Gäste ja ihre Stühle selbst mitbrachten, verteilte ich vorher immer auf dem Boden Holzplättchen. So wusste jeder, wo er sich hinsetzen konnte. Das hat eigentlich sehr gut geklappt. Es gab auch kein Catering und keine Getränke. Jeder brachte seine Verpflegung selbst mit, sodass wir im Veranstaltungsbereich kaum Gerenne hatten. Und natürlich gab es auch entsprechende Kontaktlisten beim Einlass auszufüllen.

Herzogtum direkt: Das klingt alles nach einer Menge Arbeit. Wie groß war Ihr Team?

Jens Butz: Da waren meine Frau Birgit für das Catering der Künstler, Anja Scharbau beim Einlass und ich für die Ton- und Lichttechnik, die Künstlerbetreuung und was sonst noch so anfiel.

Musiksommer Veranstalter Jens Butz mit seinem Team, Anja Scharbau (li.) und Birgit Butz (re.).

Herzogtum direkt: Und das Hutgeld ging komplett an die Künstler?

Jens Butz: Ja, wir haben das 100 Prozent ehrenamtlich gemacht. Für mich bedeutete das rund 20 Stunden Arbeit pro Konzert, 80 Prozent davon am PC unter anderem fürs Booking und Bewerben.

Herzogtum direkt: Können sich die Ratzeburger für 2021 Hoffnung auf einen zweiten Musiksommer machen?

Jens Butz: Wahrscheinlich wird der Musiksommer im nächsten Jahr fortgesetzt.

Herzogtum direkt: Vielen Dank für das Gespräch.