Kinderschutzbund Herzogtum Lauenburg möchte mit neuem ‚Familien-Kinder-Nothilfefond‘ helfen

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Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschule und Ehrenamtler des Kinderschutzbundes (hinten v.l.): Die Teamleiter Ralf Dewald und Markus Boettcher, Annette Andor, Franz Albracht, Birgit Janzen, Gaby Schöning (vorn v.l.). Foto: Dirk Andresen
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Herzogtum Lauenburg (pm). Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden wochenlangen Kita- und Schulschließungen haben für Kinder dramatische Folgen. Meist sind Armutssituationen Auslöser und Verstärker kritischer Familienprobleme. Seit Jahren wird die Entwicklung und der gesellschaftliche Aufstieg von Menschen durch Armut in der Kindheit massiv verhindert.

„Wir haben schon immer etwas für Kinder in Not getan, aber jetzt müssen wir unsere Anstrengungen noch einmal verstärken“, sagt Franz Albracht, der 1. Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Herzogtum Lauenburg. Zusammen mit seinem Team an ehrenamtlichen Helfern sollen in den kommenden zwölf Monaten unter dem Motto „Familien-Kinder-Nothilfefonds“ 55 Spender für Patenschaften gefunden und 10.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Die ersten 1.000 Euro steuert die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg schon bei.

„21 Prozent der Kinder leben dauerhaft in Armut. Zehn Prozent machen temporäre Armutserfahrungen“, schreibt Jeremias Thiel als ehemaliger Betroffener in seinem Buch „Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance. Auch im Nationalen Bildungsbericht 2020 war zu lesen: In Deutschland ist der Bildungserfolg nach wie vor stark an den sozialen Hintergrund gekoppelt. Der vielleicht traurigste Befund: Die Probleme am unteren Ende der Bildungsskala sind größer geworden.

„Jedes Kind hat ein Recht auf Entwicklung, Bildung, Chancengleichheit sowie auf Schutz vor Gewalt“, sagt Franz Albracht. „In den vergangenen zehn Jahren konnten wir durch großzügige Spendenaktionen in Form von Patenschaften für Bildungs- und Kulturprojekte und materielle Hilfen von rund 50.000 Euro an Kinder in in finanziell benachteiligten Familien und an Alleinerziehende leisten.“ Jetzt möchte der Kinderschutzbund mit dem „Familien-Kinder-Nothilfefond“ noch mehr tun. „Wir wissen, dass im Kreis etwa 10.000 Kinder in relativer Armut leben“, so Franz Albracht, „wir wollen daher mithelfen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien trotzdem eine gute Bildungs- und Entwicklungschancen erfahren. Kein Kind sollte durch Armut abgehängt werden.“

Am vergangenen Freitag übergab Franz Albracht der Offenen Ganztagsschule 40 Überraschungs-Pakete im Wert von je 40 Euro (Buchgeschenk, Bastelsachen und ein Lebensmittelgutschein in Höhe von 20 Euro). „Wieder eine tolle Aktion. Die Überraschungspakete geben wir gern an die Kinder weiter“, waren sich die Teamleiterinnen und Teamleiter aus der OGS-Grundschule St. Georgsberg, der OGS-Grundschule Vorstand und der OGS-Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen einig.

Wer mithelfen möchte, die Not von Kindern zu lindern, findet Infos unter www.kinderschutzbund-hzgt-lbg.de oder kann spenden bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, Deutscher Kinderschutzbund, IBAN: DE30 2305 2750 0000 9891 76, „Familien-Kinder-Nothilfefond“.