Arbeitsmarkt: leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni

* 6.128 arbeitslose Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg – 50 mehr als im Mai * Arbeitslosenquote 5,8 Prozent – plus 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat * Kurzarbeit: 1.538 Betriebe haben mittlerweile Kurzarbeit angemeldet – es kommen aber weniger neue hinzu *

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Agentur für Arbeit. Foto: Anders
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Herzogtum Lauenburg (pm). Der Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg bleibt im Juni weiter unter dem Einfluss der Folgen der Corona-Pandemie, auch wenn sich dieser langsam abschwächt. Die Zahl arbeitsloser Menschen hat im Juni um 50 zum Vormonat zugenommen und beträgt jetzt 6.128.

In der Folge ist die Arbeitslosenquote gegenüber Mai um 0,1 Prozentpunkt auf jetzt 5,8 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr waren im Juni 4.787 Menschen und damit 1.341 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 4,5 Prozent.

„Im Kreis Herzogtum Lauenburg bleiben die Spuren der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt sichtbar. Die Arbeitslosigkeit ist im Juni aber nur leicht gestiegen. Das Plus von 50 zum Mai fällt wesentlich schwächer aus als in beiden vorangegangenen Monaten“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Wir spüren die ersten Auswirkungen der in den vergangenen Wochen eingetretenen Lockerungen. Es haben sich mit 408 Menschen 86 weniger neu aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet als noch im Mai. Dazu haben wieder mehr Arbeitsuchende eine neue Tätigkeit aufnehmen können. Ihre Zahl ist zum Vormonat um 104 auf jetzt 373 gestiegen. Hier sehe ich erste vorsichtige positive Signale, die allerdings in der Summe noch nicht ausreichen, um die Arbeitslosigkeit sinken zu lassen. Ich freue mich aber, dass die Zahl junger Jobsuchender in diesem Monat wieder etwas zurückgegangen ist. Gerade junge Menschen unter 25 Jahren waren von den Corona-Auswirkungen am Arbeitsmarkt besonders betroffen.“

Für den kommenden Monat rechne sie wiederum mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg, so die Agenturchefin. Diesmal seien jedoch im Wesentlichen saisonale Gründe ursächlich. „Mit Schul- und Ausbildungsende melden sich vermehrt junge Menschen im Ferienmonat Juli arbeitslos, bevor sie dann nach den Ferien eine Ausbildung, ein Studium oder Arbeit aufnehmen. Aber auch das Quartalsende zum 30. Juni macht sich regelmäßig bemerkbar. Hier enden erfahrungsgemäß vermehrt befristete Arbeitsverträge.“

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juni 179 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das entspricht genau der Zahl des Vormonats, es sind jedoch 134 weniger als im Vorjahresmonat. Die meisten neuen Stellen wurden aus den Bereichen Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe sowie der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung gemeldet.

Aktuell sind insgesamt 1.243 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, fünf oder 0,4 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Stellen um 201 oder 13,9 Prozent gesunken.

„In diesem Monat sind die Stellenmeldungen zum Vormonat in den meisten Bereichen relativ konstant geblieben. Nur im Bereich öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung hat die Zahl vakanter Stellen mit 26 neu hinzugekommenen deutlicher zugenommen. Die Unternehmen agieren insgesamt noch vorsichtig“, sagt Wieczorek.

Kurzarbeit

Im Juni sind 24 geprüfte Anzeigen auf Kurzarbeit neu hinzugekommen. Seit Anfang März liegen der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe 1.538 geprüfte Anzeigen von Unternehmen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg vor.

„Damit haben gut ein Drittel aller Lauenburger Betriebe Kurzarbeit angezeigt“, sagt Wieczorek. „Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Anzeigen, die eventuell von einem Arbeitsausfall betroffen sein könnten, beträgt insgesamt 14.897. Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten beiden Monaten deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen sind.“