Scheer fordert umgehende Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Stauwehr Geesthacht

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SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer. Foto: Thomas Imo
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Geesthacht (pm). Seit im Sommer 2019 von Seiten des Wasser und Schifffahrtsamtes Lauenburg in Verantwortung durch das Bundesverkehrsministerium Baumaßnahmen zur Standsicherung des Geesthachter Wehrs durchgeführt und durch Abriegelung der Rinnen die Lockströmung für die Fische unterbrochen wurde, ist die ökologische Durchgängigkeit der Elbe blockiert.

Hierzu erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, Energie- und Umweltpolitikerin: „Die aktuelle Situation am Stauwehr Geesthacht ist vor allem zum Zeitpunkt der Fischwanderung fatal. Eine Fischtreppe ist auf eine funktionierende Lockströmung angewiesen. Diese muss umgehend wiederhergestellt werden. Andernfalls ist die Durchgängigkeit der Elbe für Fischarten, die in den Oberlauf der Elbe wandern, faktisch ausgeschlossen. Eine Unterbrechung mag aus Sicherungsgründen in akuten Notsituationen zu rechtfertigen sein. Aber nicht als Dauerzustand und erst recht nicht, wenn nun im Spätsommer die Wanderung vieler Fischarten einsetzt. Insofern muss nun umgehend ein Konzept zur Wiederherstellung der Lockströmung vorgelegt und umgesetzt werden.“

Durch die veränderten Strömungsverhältnisse sind nach Expertenauskünften laufende Wiederansiedlungsprojekte in der Elbe und ihren Nebenflüssen, die den europarechtlichen Zielen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) dienen, gefährdet. Bei einem mehrjährigen Ausfall der Anlage am Südufer müsse folglich mit erheblichen Rückschlägen für die Wiederansiedlungsprojekte gerechnet werden, da die Laich- und Lebenszyklen der Fische auf Dauer hierdurch gefährdet würden.

Unter anderem in mehreren Schreiben an das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hatte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete über die vergangenen Monate für die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Elbe eingesetzt.

Scheer: „Als SPD unterstützten wir vor Ort die Initiative des Aktionsbündnisses ‚future 4 fishes‘, mit der auf die für Wanderfische desaströse Situation hingewiesen wird. Hierzu werde ich am 28. Juni 2020 ab 14 Uhr auch an einem entsprechenden Aufruf am Stauwehr Geesthacht teilnehmen.“ Die Veranstaltung findet unter dem Motto ‚FUTURE 4 FISHES – die Elbe muss passierbar sein‘ statt und wird von NABU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, BUND und dem Umweltbeirat Geesthacht organisiert.