‚Das Gebot der Krise lautet Zusammenarbeit‘

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Rendsburg (pm). Mehr Zusammenarbeit zwischen allen Marktbeteiligten mahnt Schleswig-Holsteins Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie an. Die Einschränkungen in der persönlichen Freiheit und Freizügigkeit spiegelten sich auch auf den Agrarmärkten wider. So sei der Absatz in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung weggebrochen. Darauf ausgerichtete Betriebe und Verarbeitungsunternehmen stelle dies vor enorme Probleme.

Vor allem aber der Milch- und Rindfleischmarkt sei von der Krise betroffen. Meiereien mit einer überwiegenden Vermarktung über den Großhandel werden ihre Ware nur schwer los. Eine Umleitung in den Einzelhandel sei aufgrund fehlender Geschäftsbeziehungen und falscher Gebindegrößen oft nicht möglich. „Das sorgt für Unruhe an den Milchmärkten“, erläutert Werner Schwarz, macht aber auch deutlich: „Der Milchmarkt weist im Moment nicht nur Schattenseiten auf. Denn die Kehrseite der Gastronomieschließungen zeigt sich in steigenden Absätzen des Lebensmitteleinzelhandels“. Meiereien, die Produkte für den Einzelhandel herstellen, arbeiteten an der Auslastungsgrenze.

„Dies muss auch der Einzelhandel erkennen und in steigenden Preisen für Milchprodukte und Käse zum Ausdruck bringen. Milch, die zusätzlich benötigt wird, muss vorrangig von regionalen Meiereien bezogen werden, die diese aktuell selbst nicht im Markt platzieren können, und nicht aus Importen. Auch das verstehe ich unter Solidarität. Das Gebot der Krise lautet Zusammenarbeit. Die private Lagerhaltung als unterstes Auffangnetz kann uns durch kurze Tiefpreisphasen tragen und mit einem geringen Mittelaufwand den gesamten Milchmarkt stützen“, so Werner Schwarz.

Die Getreidemärkte hätten nach einem deutlichen Einbruch aktuell ins Positive gedreht. „Vermarktungsprobleme sehen wir allerdings bei Kartoffeln oder Edelteilen vom Rind und Schaf, beim Spargel und bei bestimmten Teilen des Geflügels. Auch hier sind die Absatzwege in Richtung Gastronomie abgeschnitten“, erläutert Schwarz weiter.

Schon jetzt aber werde in kleinen Schritten daran gearbeitet, das öffentliche Leben wieder langsam zu beleben. „Das stimmt mich zuversichtlich und ich hoffe, dass die gestörten Wertschöpfungsketten baldmöglichst wiederhergestellt werden. Dann kann es durchaus einen Nachholeffekt geben, der unseren Märkten hilft“, so Schwarz´ Einschätzung.