Für CoVid-19 gerüstet: DRK stellt Infektions-Krankentransportwagen in Dienst

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DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns mit Mitarbeiterin und Desinfektorin Saskia Poppe vor dem neuen Infektions-Krankentransportwagen (I-KTW). Foto: Anders
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Büchen (pm). Am heutigen Montag (6. April) stellte der DRK-Kreisverband offiziell ein Sonderfahrzeug für CoVid-19 Patienten in den Dienst. Relativ zentral von der Rettungswache in Büchen aus soll der Infektions-Krankentransportwagen (I-KTW) nun von Montag bis Sonntag zwischen 10 bis 20 Uhr Patienten transportieren bei denen ein dringender CoVid-19-Verdacht besteht.

Der I-KTW von innen. Foto: Anders

Der I-KTW ist ein abgerüsteter  Rettungswagen, also mit weniger Ausrüstung, das nach einem Transport zu desinfizieren ist. Der Wagen werde, soweit es geht, ausschließlich für den Transport für Patienten, die positiv auf CoVid-19 getestet wurden, freigehalten. Das entsprechende Personal, dass für den I-KTW zugeordnet ist, habe sich für diese Einsätze freiwillig gemeldet. Nach ausgestandener Corona-Krise soll der I-KTW wieder zu einem vollwertigen Rettungswagen zurückgebaut werden.

Auch personell habe sich der DRK-Kreisverband neu organisiert und schon vor Wochen neue Dienstpläne erstellt. „Das Ziel sind wenige Teamwechsel, um möglichst wenige Gruppeninfektionen zu haben“, erklärt DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns. In einem zweiten Schritt wurden Fahrzeuge auseinander gezogen und auf die Rettungswachen im Kreis verteilt. Die Wache in Büchen, wo nun der I-KTW stationiert ist, stehe stellvertretend für diese Wachen, die nun auch alle mit einer eigenen IT ausgestattet sind.

„Wir haben in den letzten Wochen, teils Monaten, viel getan“, zieht Timmermanns eine Zwischenbilanz innerhalb der aktuellen Corona-Krise. So habe man angefangen sich gemeinsam mit dem DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg, Ameos Ratzeburg und dem Johanniter Krankenhaus Geesthacht abzusprechen und gemeinsam zu koordinieren. Dies gelte unter anderem auch in der Beschaffung von Materialien wie der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Desinfektionsmittel, Masken und Schutzkittel. Timmermanns: „Wir haben Probleme Material zu bekommen. Unsere normalen Beschaffungswege sind tot. Wir haben mittlerweile Mitarbeiter abgestellt, die nichts anderes machen, als zu versuchen, Material zu bekommen.“ Dies hört sich zur Zeit eher abenteuerlich an. So müssten sich die DRK-Mitarbeiter beispielweise mühen Scheinzertifikate von Produktfälschern zu entlarven. „Was da teilweise angeboten wird, ist eine Frechheit“, ärgert sich Timmermanns. Das Material stamme vorwiegend aus Asien, das über viele in Europa neugegründete Unternehmen feilgeboten werde.  Zudem habe man mit überhöhten Preisen zu kämpfen. Kostete vor der Krise Liter Desinfektionsmittel vier bis fünf Euro, seien jetzt mit 50 bis 60 Euro pro Liter zu rechnen. Da hier wie auch woanders gilt, dass die Abnahme größerer Mengen bessere Preise ergibt, sei ein Grund mehr sich mit DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg, Ameos Ratzeburg und dem Johanniter Krankenhaus Geesthacht zu koordinieren. Und auch auf Landesebene versuche man bereits die Bedarfe zu bündeln.

„Mit Masken sind wir aktuell gut aufgestellt“, sagt Peter Timmermanns. Der aktuelle Bedarf liege bei rund 300 Kitteln und Masken pro Woche. Gerade vergangene Woche traf eine Lieferung von 10.000 Mund-Nasenschutz-Masken sowie 1.000 Liter Desinfektionsmittel ein. Alle Materialien befänden sich in bewachten Lagerräumen. „Der Bedarf wird noch steigen“, ist sich Timmermanns sicher, der zum Abschluss allen seinen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern eine „tolle Einsatzbereitsschaft und hohe Motivation“ attestiert.