18. Neujahrsempfang des Kiwanis Club Ratzeburg

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rofessor Dr. Daniela Jacob vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht beim Vortrag in Ratzeburg. Foto: hfr
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Ratzeburg (pm). Der Einladung zum Neujahrsempfang des Kiwanis Club Ratzeburg waren etwa 90 Gäste gefolgt. Nach einer Ansprache des Clubpräsidenten Dr. Jochen Tiedemann und Grußworten von Kreispräsident Meinhard Füllner und Bürgervorsteher Stadt Ratzeburg Ottfried Feußner hielt die sehr renommierte Klimaforscherin Professor Dr. Daniela Jacob vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht und koordinierende Leiautorin im Weltklimarat eine sehr interessanten Vortrag zum Thema „Warum wir den Klimawandel begrenzen müssen, wie wir es schaffen und was wir davon haben.“

Professoir Jacob beschrieb zunächst die Probleme, die sich ergeben, wenn es der Welt nicht gelingt, den Temperaturanstieg auf maximal 1.5 Grad zu begrenzen. Sie führte aus, dass die jetzigen Maßnahmen das Ende des Kohlezeitalters herbeiführen und dass fossile Brennstoffe, wo immer möglich, vermieden werden müssen. Dabei geht es zur Hauptsache um die Begrenzung des weltweiten CO2 Ausstoßes. Sehr ausführlich ging sie auf die Schwierigkeiten ein, die weltweiten Klimaschutzabkommen von Paris 2015 und folgende zu einem positiven Abschluss zu bringen und mit wieviel Kleinarbeit und langwierigen Diskussionen einzelne Passagen auf Wunsch der beteiligten Länder abgestimmt werden mussten. Trotzdem ist es ein großer Erfolg, dass das gelungen ist und 195 Staaten zugestimmt haben.

Von einem Temperaturanstieg um 1,5 Grad sind mehrere 100 Millionen Menschen stark betroffen. Die Probleme sind der Anstieg des Meeresspiegels insbesondere für die Inselstaaten. Und weiterhin die temporär stark steigenden Temperaturen im Sommer, die auch in Europa dazu führen können, dass selbst Klimaanlagen keine erträglichen Temperaturen an den Arbeitsplätzen ermöglichen können. Sie führte aus, dass es nur mit einem großen Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen gelingen kann, dieses Problem in den Griff zu kriegen und dass viele Gespräche innerhalb der Welt-Staatengemeinschaft nötig sind, um abzustimmen, was in welchen Regionen der Erde zu diesem Ziel führt.

Große deutsche und internationale Firmen haben schon Lösungen gefunden, den CO2 Ausstoß erheblich zu reduzieren und es sind schon viele Dinge auf den Weg gebracht worden, weil der Emissionshandel dazu zwingt. „Auf der anderen Seite muss jeder Mensch auf dieser Erde für sich entscheiden, welchen Beitrag er dazu leisten kann. Nicht immer auf andere zu verweisen, sondern einen eigenen Beitrag leisten, ist die Aufgabe.“

Zur Vermeidung von Teibhausgasen sind drastische Emissionsreduzierungen in allen Bereichen, eine Bandbreite von neuen Technologien und Verhaltensänderungen, sowie eine Umlenkung von Investitionen in CO2-freie Technologien nötig. Die Annahme des Berichtes des Weltklimarates, an dem Professor Dr. Jacob mitgearbeitet hat, ist nach ihrer Ansicht eine einmalige Chance und zeigt, „dass eine Begrenzung der globalen Erwärmung machbar ist und damit die Risiken für Mensch und Natur deutlich verringert werden können. Keiner kann mehr sagen: ich habe nichts gewusst!“

Dieser sehr engagierte Vortrag zeigte, dass Professor Daniela Jacob ihren Beruf liebt und lebt, so dass ihr die Aufmerksamkeit der Zuhörer auch nach über einer Stunde noch sicher war und ihr mit großem Beifall gedankt wurde. Nach der letzten musikalischen Einlage von Niels Rathje auf der Gitarre waren die Gäste zu einem Umtrunk im Foyer des Kreismuseums eingeladen.