Agrar-Runde 2019: ‚Ist Landwirtschaft in Deutschland noch gewollt?‘

170
Experten zum Thema Agrar-Wirtschaft: (v.li.) Franz-Josef Holzenkamp, Bernhard Chilla und Reimer Böge. Foto: Raiffeisenbank Südstormarn Mölln
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Trittau (pm). Rund 80 Kunden aus der Landwirtschaft folgten der Einladung der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln zur Agrar-Runde. „Ich freue mich sehr, an einem Montagmorgen um 10 Uhr so viele Kunden in unserem Verwaltungssitz zu begrüßen. Das zeigt, dass wir mit unseren Themen und Referenten Ihr Interesse getroffen haben“, begrüßte Kai Schubert, Vorstandsmitglied, die Gäste. Diskutiert wurden die politischen und marktwirtschaftlichen Einflüsse und deren Wirkung auf landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen.

Als Hauptredner sprach sich Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) dafür aus, den Rücken stark zu machen und für mehr Anerkennung in der Bevölkerung zu werben. „Der Verbraucher malt sich gern das schöne Bild der Kuh auf der grünen Wiese – wenn es aber an das Bezahlen geht, greift er zu günstigen Produkten. Hochwertige Lebensmittel verlangen Tierwohl und dann muss am Point of Sale auch das entsprechende Preisschild anbringen“, schlussfolgerte Holzenkamp. Ein erster Schritt für mehr Aufmerksamkeit sei die Bewegung „Land schafft Verbindung“, die Verständnis in der Bevölkerung hervorruft.

Einen analytischen Blick auf die Agrar-Märkte warf Bernhard Chilla von der AGRAVIS Raiffeisen AG. Die Preisentwicklung von Getreide auf den Weltmärkten im letzten Jahr war sehr volatil. Er stellte die externen Einflüsse, z.B. die erhöhte Weizenproduktion in Russland, die Schweinepest in China, die Handelsstreitigkeiten der USA sowie den BREXIT, und deren Folgen dar.

In der anschließenden Podiumsdiskussion kam Reimer Böge hinzu, der Einschätzungen als ehemaliger Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlaments und Erfahrungen beisteuerte.

Den Landwirten droht 2020 eine strengere Düngeverordnung, so will es zumindest die Bundesregierung, um künftig die EU-Nitratrichtlinie einzuhalten. Doch wie bleiben die Erträge trotz reduziertem Düngereinsatz konstant? Würde die Wiederbelebung der zentralen Marketing Agentur (CMA) mithilfe von Kampagnen und breit gefächerter

Kommunikation das Ansehen der Landwirtschaft anheben? Diese und viele weitere Fragen wurden bei deftigem Grünkohl in kleinen Gruppen bis in den Nachmittag hinein diskutiert.