FDP plädiert für pragmatisches Handeln im Umgang mit dem Wolf

438
Foto: Andrea Bohl/ Pixabay.de
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Herzogtum Lauenburg (pm). Anlässlich der mutmaßlichen Schafsrisse durch einen Wolf in Duvensee und Groß Boden erklären der lauenburgische FDP-Landtagsabgeordnete und FDP-
Landtagsfraktionsvorsitzende Christopher Vogt und die FDP-Kreistagsabgeordnete Judith
Gauck zum Wolfsmanagement im Kreis Herzogtum Lauenburg: „Sollte bestätigt werden, dass die aktuellen Vorfälle in unserem Kreis tatsächlich auf Wölfe zurückzuführen sind, würden dies erneut unterstreichen, dass beim Wolfsmanagement nach wie vor Handlungsbedarf besteht. Unser Kreis ist bisher die einzige vom Land als ‚richtiges‘ Wolfsgebiet deklarierte Region. Als waldreiches Gebiet mit vergleichsweise wenig Weidetierhaltung haben wir hier zwar eine etwas andere Situation als an der Westküste oder im Norden des Landes, aber die bisherigen Maßnahmen werden nach unserer Meinung auf Dauer auch hier nicht ausreichen, um die Situation zu entspannen und die teils sehr emotional geführte Diskussion über den Wolf zu befrieden. Wir plädieren deshalb für ein
pragmatisches Denken und Handeln im Umgang mit dem Wolf und für ein Wolfsmanagement, das auf Sicht auch im Sinne einer aktiven Bestandsregulierung arbeiten
kann. Herdenschutzmaßnahmen haben eben natürliche, aber auch wirtschaftliche Grenzen.“

„Die Zahl der vom Wolf gerissenen Weidetiere steigt bundesweit drastisch. Angesichts der zahlreichen Risse muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich das Problem weiter ausweiten wird. Ich halte deshalb wenig davon, achselzuckend auf die bestehende Gesetzeslage auf Bundes- und EU-Ebene zu verweisen. Wir brauchen mehr Initiativen aus den betroffenen Bundesländern, um die Gesetzeslage im Bund in Sachen Rechtssicherheit für die Länder endlich anzupassen und den sogenannten günstigen Erhaltungszustand des Wolfes als erreicht zu erklären. In der EU bedarf der Schutzstatus des Wolfes einer dringenden Überprüfung. Der Wolf ist in Mitteleuropa schließlich keine bedrohte Art mehr“,
erklärt Christopher Vogt.

Judith Gauck fügt hinzu: „Der Wolf sollte umgehend ins Bundesjagdgesetz aufgenommenwerden, um den Jägern genau jene Rechtssicherheit zu gewähren, die wir hier im Land benötigen. Zusammen mit der Festlegung des günstigen Erhaltungszustandes der
Wolfspopulation und dem daraus resultierenden Zusammenspiel von passivem und aktivem
Herdenschutz könnte den betroffenen Weidetierhaltern zeitnah geholfen werden. Für die
Akzeptanz des Wolfes in Deutschland, aber auch für den Erhalt der Artenvielfalt sowie den
Hochwasserschutz durch Weidetierhaltung insbesondere an der Westküste ist eine Bestandsregulierung beim Wolf meiner Meinung nach notwendig. Wir werden vor dem
Hintergrund der stark steigenden Wolfspopulation in Deutschland an der weiteren Debatte
über eine Bestandsregulierung, eine wildökologische Raumplanung für den Wolf und letztendlich die von der FDP schon länger geforderte Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz nicht vorbeikommen. Ich wünsche mir hierfür einen breiten politischen
Konsens über die Parteigrenzen hinaus. Wir sollten nicht mehr lange damit warten.“