Bundesmittel für die Erneuerung der Ratzeburger Domhalbinsel

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Die Ratzeburger Domhalbinsel. Foto: Anders
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Ratzeburg (pm). Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, hat heute 35 neue „Nationale Projekte des Städtebaus 2018/19“ vorgestellt, die mit insgesamt rund 140 Millionen Euro vom Bund gefördert werden. Die Ratzeburger Domhalbinsel erhält in diesem Jahr 710.000 Euro für die Umgestaltung des öffentlichen Raumes.

Dr. Nina Scheer, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Das Projekt in Ratzeburg zeigt wie durch Umgestaltung eines öffentlichen Platzes die Herausforderungen in der Stadtentwicklung auf innovative Weise gelöst werden können. Da die Barrierefreiheit ein besonders wichtiges Anliegen dieses Projektes ist, wird die Ratzeburger Domhalbinsel – ein herausragendes Zeugnis romanischer Backsteinarchitektur in Norddeutschland – aufgewertet und der öffentliche Raum auch in dieser Hinsicht erfahrbar und erlebbar gemacht.“

Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland hatten sich mit 118 Projekten beworben. Zu den geförderten Projekten gehören zukunftsweisende Vorhaben im Bereich der Stadtentwicklung. „Der Einsatz und das Werben hier in Berlin hat sich gelohnt“, freut sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann. Die Stadt Ratzeburg hatte bereits 2014 einen Antrag auf Förderung durch das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gestellt. Dieser wurde jedoch seinerzeit vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sowie der für die Projektauswahl letztendlich verantwortlichen Expertenjury abgelehnt. Trotz positiver fachlicher Bewertung reichte es nicht für eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms.

Im September 2018 fiel die Entscheidung im Bund für eine weitere Förderrunde im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Daraufhin informierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann die Stadt Ratzeburg über die Möglichkeit der
erneuten Antragstellung. Zugleich übersandte er der Stadt die fachliche Bewertung aus 2014, mit dem Hinweis, den alten Antrag an den entscheidenden Stellen zu überarbeiten. Auch bot Norbert Brackmann seine Unterstützung an, gegenüber der Expertenjury, die zur Hälfte aus Bundestagsabgeordneten besteht, für eine Förderung

Foto: Anders

zu werben.

Mit Erfolg! Mitte März 2019 votierte die für die Projektauswahl eingesetzt Expertenjury für den Antrag Ratzeburgs. Dieser Empfehlung ist nun das Bundesministerium des Innern, für
Bau und Heimat gefolgt. „Der Domhof hat eine enorme touristische Anziehungskraft. Die
geplanten Maßnahmen werden die Domhalbinsel aufwerten und mehr Touristen die Möglichkeit geben, den Ratzeburger Dom zu besichtigen. Geplant ist eine aufwendige und vor allem barrierefreie Straßenerneuerung im Umfeld des Doms. Dazu soll das historische
Polygonalpflaster entfernt und auf einen verbesserten Untergrund wieder aufgesetzt werden. Auf dem historischen Pflaster werden dann verschiedene barrierefreie Querungen für Rollstuhlfahrer angelegt werden sowie eine Blindenleitsystem eingerichtet. Dann werden auch Menschen mit Behinderung die Domprobstei vom Haupteingang ohne Einschränkung vollständig erreichen können“ erläutert Norbert Brackmann.

 

„Zusätzlich zu der Straßenerneuerung soll auch die unterirdische Infrastruktur erneuert und ergänzt werden sowie Pflegemaßnahmen am historischen Baumbestand durchgeführt werden, um das historische Bild zu erhalten. Insgesamt werden diese Maßnahmen
rund 1 Mio. Euro kosten. Neben der Bundesförderung trägt die Stadt Ratzeburg die restlichen rund 380.000 Euro“, informiert der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann aus Berlin. „Die Förderung ist eine besondere Auszeichnung. Die Ratzeburger
Domhalbinsel zählt jetzt zu den baulichen Kulturgütern mit außergewöhnlichem Wert von nationalem Rang. Darauf können wir im Kreis Stolz sein“, erklärt Norbert Brackmann.

Das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ fördert seit 2014 verschiedene
städtebauliche Projekte, insbesondere Denkmalensembles von nationalem Rang (z.B. UNESCO-Welterbestätten) und bauliche Kulturgüter mit außergewöhnlichem Wert. Mit den Projekten aus 2019 wurden bislang 138 Projekte deutschlandweit gefördert.

„Wir haben nun zwei Nationale Projekte des Städtebaus im Kreisgebiet. Bereits 2015 konnte ich den Stadthauptmannshof Mölln dabei unterstützen eine Förderung zu erhalten. Auch der Möllner Antrag scheiterte 2014 im ersten Anlauf. Und ähnlich dem Ratzeburger Antrag, vermittelte ich die fachliche Bewertung an den Möllner Antragsteller für einen zweiten Antragsversuch. 600.000 Euro erhielt der Stadthauptmannshof seinerzeit für die energetische Sanierung“, sagt Norbert Brackmann mit Blick auf die besondere Auszeichnung für den Kreis Herzogtum Lauenburg, gleich zwei national bedeutende Projekte vorzuweisen.
In Schleswig-Holstein sind es insgesamt nur fünf Projekte, die durch das Bundesprogramm ausgezeichnet wurden. Neben den beiden lauenburgischen Projekten, wurden zwei Projekte in Flensburg („Deutsch-Dänische Kulturachse der Altstadt“ und „Christiansen Gärten“) und ein Projekt in Lübeck (Neugestaltung der Freiflächen „An der Untertrave“) bislang gefördert.

„Nun gilt es schnell in die Umsetzung zu kommen. Die Gelder stehen unmittelbar bereit. Die Stadt Ratzeburg kann sofort die formalen Zuwendungsanträge stellen, damit die Baumaßnahmen jetzt zügig beginnen. Ich werde das Projekt weiter begleiten“, sagt Norbert
Brackmann abschließend.