‚Wir sind die Juden aus Breslau‘

Prämierter Dokumentarfilm zeigt überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933 im Burgtheater Ratzeburg.

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Breslau, Jüdische Schulklasse1938. Foto: hfr
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Ratzeburg (pm). Im Rahmen des Antisemitismusprojektes „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ zeigt der Verein Miteinander leben am Dienstag, 26. März 2019, um 18.30 Uhr in einer Sonderverführung den prämierten Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies „Wir sind die Juden aus Breslau“ im Kino Burgtheater Ratzeburg. Es ist ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

Vierzehn Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Der Film mit dem Prädikat „wertvoll“ ist mit dem Deutsch-Polnischen Kulturpreis Schlesien 2017 sowie der Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw ausgezeichnet worden. Zur Vorführung in Ratzeburg wird Regisseurs Dirk Szuszies anwesend sein und anschließend dem Publikum für Fragen zur Verfügung stehen. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro, sechs Euro ermäßigt für Mitglieder des Ratzeburger Filmclubs.

Mit Unterstützung einer Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend besteht am 27. März 2019 zudem die Möglichkeit, für Schulen der Region eine kostenlose, vormittägliche Schulvorführung zu organisieren. Interessierte Klassen können sich unter miteinander.leben@t-online.de anmelden.

 

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