Bürgermeisterwahl in Ratzeburg: Für Koech und Börner geht es in die Stichwahl

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Das vorläufige Endergebnis zur Bürgermeisterwahl in Ratzeburg. Foto: Anders
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Ratzeburg (aa). Viel hatte nicht mehr gefehlt und Gunnar Koech (parteilos) hätte sich gestern (10. März) gleich im ersten Wahlgang als neuer Bürgermeister der Inselstadt durchgesetzt. Er konnte laut vorläufigem Endergebnis 48,76 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen (Herzogtum direkt berichtete). Weniger als zwei Prozentpunkte fehlten ihm also bis zur absoluten Mehrheit. Jetzt geht es in die Stichwahl gegen Manfred Börner, der 32,02 Prozent der Ratzeburger Wählerstimmen erhielt.

„Ich bin total begeistert“, erklärte Björn Knabe, der mit seinen 8,24 Prozent auf Platz drei noch vor Sami El Basiouni (7,50 %) und Thomas Kuehn (3,47 %) einen Achtungserfolg landete. „Dafür, dass ich so von Null auf Hundert gestartet bin und gleich den dritten Platz hole, ist das Ergebnis toll. Es war eine tolle Erfahrung“, so Knabe weiter.

„Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht“, verriert Manfred Börner auf Nachfrage von Herzogtum direkt, „Ich werde noch etwas Gas geben müssen und noch mehr Ratzeburger überzeugen, die ich bislang noch nicht überzeugen konnte. Und das traue ich mir auch zu.“ Wie bewertet er den Wahlkampf der letzten Monate? Dazu Börner: „Bis gestern (Sonnabend) fand ich ihn ganz fair. Aber die Gazette von Gunnar Koech hat mich ernüchtert.“ So lag den lokalen Printmedien in Ratzeburg am Sonnabend (9. März) ein mehrseitiges Wahlkampfblatt bei, dass noch am selben Tag heftige Diskussionen unter anderem in lokalen Facebookgruppen auslöste. Ein Unterstützer Koechs äußert sich darin unter anderem zu Börner. Letzterer fühlte sich darin hinsichtlich seines Alters diskriminiert und sprach von einer „Schlammschlacht“. Auch, dass er während des Wahlkampfs seine Parteizugehörigkeit verschwiegen hätte, wies Börner zurück. „Aber auf das Niveau möchte ich mich auch in den nächsten Wochen nicht begeben“, zeigte sich Börner kämpferisch in Hinblick auf die Stichwahl am 31. März 2019. „Ich bleibe ich selbst und danke bis hierhin allen, die mich gewählt haben.“

„Ich bin sehr gerührt. Damit habe ich nicht gerechnet“, bewertete Gunnar Koech sein Ergebnis am gestrigen Abend, „ich habe Respekt vor den anderen Kandidaten. Jeder hat seinen Wahlkampf geführt und ich weiß, wie viel Kraft das kostet.“ Trotz des Abstands zum Zweitplatzierten nehme er die kommenden Wochen bis zur Stichwahl „sehr Ernst“. „Ich habe meinen Stil des Wahlkampfs und den werde ich auch fortführen“, kündigte Koech an. Zu den Vorwürfen aufgrund seiner ‚Wahlkampfpost‘ sagte er: „Ich werde seit Beginn der Wahl auch nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst. Das, was da im Interview steht, habe ich selbst ja nicht gesagt, auch wenn ich es veröffentlicht habe. Ich habe aber eine Menge Leute um mich herum, die ihre eigene Meinung haben. Es ist sicher eine andere Qualität des Wahlkampfs, als noch vor zwölf Jahren“, erklärt Koech. Er sehe allerdings nicht, dass er einen Fehler gemacht habe. Koech: „Ich respektiere alle anderen Kandidaten und würde nie selbst einen angreifen.“ Bis zum 31. März plant er nun noch weitere Aktionen und Veranstaltungen im Stile der letzten Wochen, unter anderem für die älteren Menschen wolle er noch etwas auf die Beine stellen.

Auch wenn die Wahlbeteiligung mit 49,5 Prozent eher schwach ausgefallen ist, zeigten sich viele Menschen am Wahlabend sehr interessiert. So war der Ratssaal des Rathauses im wahrsten Sinne des Worte überfüllt. Bis draußen vor die Tür standen Zaungäste und warteten gespannt auf die Ergebnisse. Vor Ort waren nicht nur Ratzeburger, auch aus dem Umland, sowie Gäste aus Mölln, Schwarzenbek, Geesthacht und Berlin hatten sich eingefunden. Bei Herzogtum direkt gab es wie gewohnt den gesamten Tag über einen Liveticker, der bislang über 22.000 Mal aufgerufen wurde.

In eigener Sache: Der Ansturm auf den Liveticker war gestern so groß, dass zeitweise sogar der Server in die Knie gezwungen wurde und Herzogtum direkt kurzzeitig nicht erreichbar war. Diesen Ausfall bitten wir zu entschuldigen. Wir arbeiten daran, dass das künftig nicht wieder vorkommt.