Künstliche Intelligenz – Moderne Technik und ihre Nebenwirkungen

Prominent besetzter KI-Talk mit Medienwissenschaftler Roberto Simanowksi, Computer Bild-Chef Dirk Kuchel und Grünen-Politiker Konstantin von Notz im Stadthauptmannshof.

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Stellten die Reihe „Künstliche Intelligenz“ vor (v.l.): Projektleiterin des Künstlerhauses Lauenburg Christiane Opitz, Redakteur des Kulturportals Helge Berlinke. Foto: kulturportal-herzogtum.de
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Stiftung Herzogtum Lauenburg beteiligt sich an notwendiger gesellschaftlicher Debatte

Mölln (pm). Medien und Politik haben das Thema Künstliche Intelligenz (KI) für sich entdeckt. Kaum ein Tag vergeht mehr ohne eine brandaktuelle Reportage über die Macht der Algorithmen oder ein neues Dossier aus den Ministerien. Die in Gang gekommene Debatte ist überfällig. Auch die Stiftung Herzogtum Lauenburg möchte dazu ihren Beitrag leisten und bietet deshalb in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema KI an.

Warum ist die Debatte so wichtig? KI drängt mehr und mehr in alle Bereiche unseres Lebens vor. Digital gesteuerte Melkanlagen, automatische Gesichtserkennung, digitale Akten in den Betrieben, Roboter in der Medizin, selbstfahrende Autos. Die Kernfragen, die all diese technischen Errungenschaften mit sich bringen, lauten: Wollen wir in Zukunft wirklich alles den Maschinen überlassen? Was bedeutet das für unsere Arbeitswelt und für unser Zusammenleben? Wird der Mensch der Zukunft gläsern und unselbständig? Oder gelingt uns der Spagat zwischen Selbstbestimmung und Techniknutzung?

Diese Kernfragen sind Thema eines Kulturtalks, zu dem die Stiftung Herzogtum Lauenburg am Donnerstag, 28. März, um 19.30 Uhr im Stadthauptmannshof einlädt. Auf dem Podium sitzen mit dem Medienwissenschaftler Roberto Simanowski (Rio de Janeiro), Computer Bild-Chefredakteur Dirk Kuchel (Hamburg) und dem Digital-Experten von Bündnis 90/Die Grünen Konstantin von Notz (Mitglied des Bundestages) drei Experten, die aufgrund ihrer Profession einen speziellen Blick auf die Debatte haben. Der Talk startet mit der Frage, was „Künstliche Intelligenz“ eigentlich ist, ehe sich das Trio der Zukunft der digitalen Gesellschaft zuwendet.

Gedanken über KI und die Gesellschaft machen sich nicht nur die Experten, auch Künstler treibt das Thema um: Bereits am 21. März eröffnet das Künstlerhaus Lauenburg die Ausstellung „Revisit“. Zu sehen sind dort bis zum 7. April Bilder des Hamburger Fotokünstlers Harald Popp. Popp spielt mit digitaler Ästhetik und der Möglichkeit der Manipulation.

Ab dem 28. März – also am Tag des Kulturtalks – sind im Herrenhaus des Stadthauptmannshofes unter dem Titel „Wohl und Wehe der Künstlichen Intelligenz“ Werke von Christiane Leptien (Geesthacht) und Jürgen L. Neumann (Büchen) zu sehen. Beide zeigen Bilder in Öl. Neumann präsentiert zudem ausgesägte Holzreliefs und Farbzeichnungen

Den politischen Konsequenzen durch den Siegeszug von KI und Big Data widmet sich Prof. Dr. Utz Schliesky am Dienstag, 2. April, im Stadthauptmannshof mit seinem Vortrag „Digitalisierung – Herausforderung für den demokratischen Verfassungsstaat“. Schliesky, Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtages, skizziert die Gefahren, denen der demokratische Staat durch KI ausgesetzt ist. Vor diesem Hintergrund plädiert er für eine Weiterentwicklung des Systems, um es gegenüber Entwicklungen, die die offene Gesellschaft bedrohen, „wetterfest“ zu machen.

Eine offene Gesellschaft, die an der digitalen Revolution zu scheitern droht, nimmt der Dave Eggers-Bestseller „The Circle“ ins Visier. Die Verfilmung des Buches (u. a. mit Tom Hanks) ist am Dienstag, 14. Mai, im Burgtheater Ratzeburg zu sehen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Frau, die für einen Digitalkonzern arbeitet und dafür nach und nach ihre Privatheit aufgibt und damit andere dazu animiert, es ihr gleichzutun. In ihrem Schicksal spiegeln sich die Ambitionen eines Unternehmens, mit Hilfe von Kameraüberwachung, Medien und Big Data die Gesellschaft nach eigenen Vorstellungen zu formen. Im Anschluss an den Film laden Ole Märtens (Kreis Herzogtum Lauenburg) und Ulf Kassebaum (Diakonie Ratzeburg) zur Diskussion.

Den Blick nach China richtet Klaus Schlie in seinem Vortrag „China im digitalen Aufbruch“ am Dienstag, 29. Oktober, im GeesthachtMuseum im Krügerschen Haus in Geesthacht. Der Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg berichtet von seinen Erfahrungen, die er in seiner Funktion als Landtagspräsident bei zwei Reisen in den fernen Osten gemacht hat.

Die Termine im Überblick:

21. März – 7. April „Revisit“, Ausstellung des Fotokünstlers Harald Popp, Künstlerhaus Lauenburg

28. März – Kulturtalk „Künstliche Intelligenz“, Stadthauptmannshof, Mölln

ab 28. März – „Wohl und Wehe der Künstlichen Intelligenz“, Ausstellung mit Bildern von Christiane Leptien und Jürgen L. Neumann, Herrenhaus, Stadthauptmannshof

2. April – „Digitalisierung – Herausforderung für den demokratischen Verfassungsstaat“, Vortrag Prof. Dr. Utz Schliesky, Stadthauptmannshof, Mölln

14. Mai – „The Circle“, Filmvorführung Burgtheater Ratzeburg, im Anschluss Diskussion mit Ole Märtens und Ulf Kassebaum

29. Oktober – „China im digitalen Aufbruch“, Vortrag von Klaus Schlie, GeesthachtMuseum im Krügerschen Haus in Geesthacht