Zusätzliche Schienenprojekte lösen Engpässe

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Lübeck (pm). Als zukunftsweisende Entscheidung und mittelfristigen Befreiungsschlag für den Eisenbahnverkehr im Norden sieht die IHK Schleswig-Holstein die Bewertung einiger Eisenbahnausbauprojekte durch den Bund und deren Aufnahme in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes. Der Ausbau der Marschbahn, der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Itzehoe-Brunsbüttel, der Bau der S-Bahnlinie S4 von Hamburg bis Bad Oldesloe und die Elektrifizierung der Strecke Lübeck-Bad Kleinen seien Meilensteine, die es dem Norden ermöglichen, mit anderen Regionen Schritt zu halten und vor allem die steigenden Güterverkehre im Bereich der Häfen effizient abzuwickeln, sagte Rüdiger Schacht, Federführer Verkehr der IHK Schleswig-Holstein.

Besonders der Ausbau der S-Bahn-Linie S 4 von Hamburg nach Ahrensburg sei geeignet, eine neue Qualität im Regionalverkehr der Metropolregion zu generieren, betonte Schacht. Zusätzlich wird der Bau der neuen S4 dringend erforderliche Kapazitäten auf den Gleisen für den Fernverkehr schaffen. Der geplante Ausbau des Knotens Hamburg dient insgesamt der Wirtschaft im Süden Schleswig-Holsteins. Die Leistungsfähigkeit der Nord-Süd-Achse wird erhöht und ermöglicht eine bessere Erreichbarkeit der Häfen in Schleswig-Holstein, vermehrte Zugzahlen zum Abtransport der Güter sowie eine zuverlässige Abwicklung der Verkehre.

Vor dem Hintergrund des zusätzlichen Zugverkehrs durch den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung sind Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen geeignet, Güterzüge aufzunehmen, die in Richtung Berlin, Leipzig und Osteuropa fahren beziehungsweise von dort kommen. Ebenso ließe sich ein hochwertiger Personenverkehr, zum Beispiel zwischen Berlin, Schwerin, Lübeck und Kopenhagen, über die Strecke anbieten. Damit erfüllen sich langjährige Forderungen der regionalen Wirtschaft. Die IHK Schleswig-Holstein hatte stets die Wirtschaftlichkeit und die verkehrliche Notwendigkeit der Projekte im Kontext der Mehrverkehre im Zuge der Fehmarnbelt-Querung betont.

Auch der in Aussicht gestellte Ausbau der Marschbahn ist für Schleswig-Holstein und besonders für die Pendler von und nach Sylt von großer Bedeutung und daher sehr zu begrüßen, so Schacht. Auch im Hinblick auf die hohe touristische Bedeutung der Insel Sylt sei es entscheidend, die gesamte Marschbahn bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke Itzehoe-Brunsbüttel werden die Anforderungen an eine moderne Hafenhinterlandanbindung erfüllt und das Industriegebiet Brunsbüttel endlich adäquat an den Schienenverkehr angebunden.

Das geplante vierte Gleis im Bahnhof Elmshorn sei ebenfalls eine wichtige Maßnahme. Die Wirtschaft fordert aber weiterhin den Bau des dritten Gleises zwischen Pinneberg und Elmshorn, um durch die Trennung von Güter-, Fern- und Regionalverkehr zwischen Elmshorn und Pinneberg ein für ganz Schleswig-Holstein nachteiliges Nadelöhr im Schienennetz zu beseitigen.