Betrieb Wolfgang Holz für Engagement für den Rotmilan geehrt

Auszeichnung „Rotmilan – Land zum Leben“

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(.li.) Christoph Gasse (Schrobach-Stiftung), Wolfgang Holz (ausgezeichneter Betrieb) und Janosch Raymann (Geschäftsführer Bauernmeierei Hamfelder Hof). Foto: hfr
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Mühlenrade/Koberg (pm). Der Betrieb Wolfgang Holz aus Koberg hat die Auszeichnung des nationalen Schutzprojektes ‚Rotmilan – Land zum Leben‘ erhalten. Zusammen mit weiteren Landwirten aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen wurde der Betrieb aufgrund seines großen Engagements für den Greifvogel mit einer Urkunde geehrt.

Der Betrieb von Wolfgang Holz hat sich bereits seit 2014 an einem Projekt beteiligt, welches mit Hilfe angepasst bewirtschafteter Kleegrasflächen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Rotmilan“ beitragen soll. Der ökologisch wirtschaftende Milchviehbetrieb beliefert die benachbarte Hamfelder Molkerei und hat bei der Bewirtschaftung seiner Flächen im wahrsten Sinne des Wortes den Rotmilan immer im Blick, da ganz in der Nähe des Betriebes ein Rotmilanpaar brütet.

Die Familie Holz bewirtschaftet mit drei Generationen im Nebenerwerb ihre Flächen immer unter dem Motto „Mit der Natur und für die Natur wirtschaften.“ Die Familie hat das Projekt „Land zum Leben“ durch ihre große Kooperationsbereitschaft sehr unterstützt.

Das Projekt:
Der Rotmilan ist Deutschlands heimlicher Wappenvogel. Jeder zweite Rotmilan auf der Welt brütet in Deutschland. Doch ihm geht es zunehmend schlechter: Die Anzahl der bei uns brütenden Paare hat in den letzten 20 Jahren um ein Drittel abgenommen. Markenzeichen des Rotmilans ist sein gegabelter Schwanz und sein rostrotes Gefieder, das ihm auch seinen Namen gab. Ziel des Projektes ist es, mehr Lebensraum für den bedrohten Greifvogel in der Kulturlandschaft entstehen zu lassen. Um den Rotmilanen in Schleswig-Holstein unter die Flügel zu greifen, arbeiten hier Landwirte und Rotmilan-Berater der privaten Kurt und Erika Schrobach-Stiftung vertrauensvoll zusammen. Agrarumweltmaßnahmen, also ökologisch günstige Kulturen, die Landwirte freiwillig anbauen, spielen dabei eine besonders große Rolle. Aber auch der Schutz von Nestbäumen und die Verbesserung des Lebensraums mit der Anpflanzung von Hecken kommen nicht zu kurz. Viele weitere Tierarten profitieren von den Maßnahmen, die ihnen Deckung und Nahrung bieten. Die Beratung der Landnutzer hat daher einen besonders hohen Stellenwert.

Die Auszeichnung wurde dem Betrieb im Rahmen einer Gesellschafterversammlung der Bauernmeierei Hamfelder Hof überreicht, um bei der Gelegenheit weitere Landwirte für die Beteiligung am Rotmilan-Projekt „Land zum Leben“ anzusprechen. Die Schrobach-Stiftung: „Nur mit persönlichem Kontakt und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz können wir in der Fläche gemeinsam etwas erreichen.“

Das Projekt Land zum Leben unterstützt die Ziele der „Naturschutzoffensive 2020“ des Bundesumweltministeriums und wurde seinerseits bereits durch die UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Seit Projektbeginn 2014 wurden in allen neun Projektregionen bereits 14.820 Hektar Nahrungsfläche für den Rotmilan verbessert. 980 Bruten wurden bisher dokumentiert und begleitet und 445 Maßnahmen zum Schutz der Nestbäume und Bruthabitate umgesetzt.

Bis Ende 2019 läuft das Projekt noch. Genug Zeit für die Rotmilan-Experten der Schrobach-Stiftung, noch mehr Landwirte für den Schutz des Rotmilans zu gewinnen. Schrobach-Stiftung: „So kann es weiter gehen, es bleibt aber auch noch viel zu tun. Die Auszeichnung ist für alle Beteiligten eine willkommene Motivation, nicht nachzulassen.“