Ratzeburg/Mölln/Berlin (pm). Der Kreis Herzogtum Lauenburg profitiert im Programmjahr 2026 von insgesamt 9,9 Millionen Euro aus der Städtebauförderung. Das geht aus der aktuellen Programmaufstellung des Landes Schleswig-Holstein hervor. Die Mittel kommen den Städten Mölln und Ratzeburg zugute. Die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer unterstreicht die Bedeutung des Förderprogramms für eine nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung.
Nina Scheer: „Die Städtebauförderung hilft unseren Kommunen, ihre Innenstädte zu stärken, öffentliche Räume aufzuwerten und wichtige Infrastruktur für die Menschen vor Ort zu erhalten und weiterzuentwickeln. Zugleich eröffnet sie Möglichkeiten, Klimaschutz und Klimaanpassung stärker in der Stadtentwicklung zu verankern. Dass Mölln und Ratzeburg im Programmjahr 2026 zusammen 9,9 Millionen Euro Förderfreigabe erhalten, ist eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung lebenswerter und zukunftsfähiger Städte im Herzogtum Lauenburg“.
Auf Ratzeburg entfallen 7,5 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme „Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge“. Mölln erhält 2,4 Millionen Euro für die Erneuerung der Altstadt. Beide Maßnahmen werden dem Förderprogramm „Lebendige Zentren“ zugeordnet. Mit insgesamt rund 11,6 Prozent der landesweiten Programmmittel entfällt damit ein erheblicher Anteil der Städtebauförderung des Programmjahres 2026 auf den Kreis Herzogtum Lauenburg.
Ein konkretes Beispiel für die Wirkung der Förderung ist Ratzeburg: Für den Neubau des Hallenbads Aqua Siwa wurden 2026 umfangreiche Städtebauförderungsmittel freigegeben. Auch in Lauenburg hat die Förderung bereits wichtige Impulse gesetzt. Die Erneuerung der Oberstadt umfasst unter anderem Straßen, Freiflächen und Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Für die Gesamtmaßnahme waren bereits 2023 insgesamt 6,87 Millionen Euro an Mitteln von Bund, Land und Stadt benannt worden.
Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, dass Städtebauförderung auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Von den 59 untersuchten Kommunen hatten 53 im Betrachtungszeitraum von 2011 bis 2021 klimarelevante Einzelmaßnahmen umgesetzt. Von rund 441 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Ländern wurden knapp 94 Millionen Euro beziehungsweise 21,3 Prozent für solche Maßnahmen eingesetzt.
„Klimaschutz und Klimaanpassung müssen auch bei der Entwicklung unserer Städte und Gemeinden mitgedacht werden. Wenn öffentliche Räume klimaangepasst gestaltet, Grünflächen gestärkt und Gebäude sowie Infrastruktur energetisch verbessert werden, kann die Städtebauförderung dazu beitragen, die Lebensqualität vor Ort zu erhöhen und die Kommunen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Entscheidend ist, dass ökologische Ziele und die konkreten Bedürfnisse der Menschen vor Ort gemeinsam berücksichtigt werden“, so Scheer. Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass ein Euro Städtebauförderung rund sieben Euro weitere Investitionen auslöst.
Für das Programmjahr 2026 weist Schleswig-Holstein insgesamt 85,53 Millionen Euro an Städtebauförderungsmitteln für 33 Kommunen aus. Die Programmmittel setzen sich aus Anteilen von Bund, Land und Gemeinden zusammen und können über mehrere Jahre bis 2032 ausgezahlt werden. Zusätzlich erfolgen in den kommenden Jahren Auszahlungen aus Förderzusagen früherer Programmjahre.
Zur Zusammenfassung der Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR):












