Mölln (pm). Mit dem Abschluss einer intensiven Arbeits- und Planungsphase stellt der Möllner Verein Miteinander leben e.V. gemeinsam mit der britischen Partnerorganisation Peshkar Productions die Weichen für ein richtungsweisendes transnationales Jugendprojekt: Unter dem Titel „Bridging Voices: Youth Arts for Inclusion“ wollen die beiden Partner jungen Menschen im ländlichen Raum eine Plattform bieten, um eigenen Erfahrungen mit Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung durch Kunst und digitale Medien Ausdruck zu verleihen.
Das Vorhaben wird im Rahmen des bilateralen Förderprogramms ‚Cultural Bridge‘ unterstützt. Ziel ist es, Betroffenen geschützte Räume zu eröffnen. Ob Musik, Theater, Tanz, kreatives Schreiben oder digitale Medien – die Jugendlichen bestimmen selbst, welche kreativen Ausdrucksformen sie wählen, um ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
In den vergangenen Monaten nahm das Projekt durch intensive Arbeitsbegegnungen konkret Gestalt an. Bei einem ersten Treffen im englischen Oldham (Greater Manchester) setzte sich die deutsche Delegation mit den sozialen Herausforderungen und der postindustriellen Geschichte der Stadt auseinander. Zudem wurden in Kooperation mit der University of Leicester wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Rassismus im ländlichen Raum eingebunden.

Beim Gegenbesuch der britischen Delegation in Mölln arbeiteten junge Künstlerinnen, Antirassismus-Trainer sowie regionale Kreative aus Theater, Musik und Digital Arts gemeinsam an der Feinkonzeption. Inhaltlich flossen dabei auch historische und regionale Bezüge ein, darunter die Wanderausstellung ‚Mölln nach Mölln‘.
Gemeinsam wurde die Idee einer künstlerischen Laborwoche skizziert, in deren Mittelpunkt die Frage nach der eigenen und der zugeschriebenen Identität steht. Unter der Leitfrage „Warum bin ich hier? – Warum bist du hier?“ sollen die Jugendlichen in künstlerisch unterschiedlicher Weise ermutigt werden, den Blick auf sich selbst zu richten und ihre Identität zu erforschen. Dabei sollen sie sich auch aktiv mit diskriminierenden Zuschreibungen auseinandersetzen, die ihnen im Alltag begegnen oder die sie selbst, bewusst oder unbewusst, ausüben. Wie sehr beeinflussen oder definieren solche Fremdbestimmungen die eigene Identität? Wie sehr akzeptiert man diese Zuschreibungen? Und bietet Kunst vielleicht einen Rahmen, sich davon zu befreien?

Mit dem Erarbeiten des gemeinsamen Konzepts im September ist das Fundament für die nächste Förderphase von ‚Cultural Bridge‘ gelegt. ‚Cultural Bridge‘ fördert bilaterale Kulturpartnerschaften zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland durch die Kooperation namhafter Institutionen wie dem Arts Council England, Arts Council of Northern Ireland, British Council, Creative Scotland, Fonds Soziokultur, Goethe-Institut London und Wales Arts International / Arts Council of Wales. Im Fokus stehen partizipative Kunstprojekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.












