Geesthacht (pm). Aufmerksamkeit ist geboten, denn mit dem wärmeren Wetter breitet sich ein unangenehmer Gast wieder mehr im Stadtgebiet aus: Der Eichenprozessionsspinner. Erste Nester hat die Stadtverwaltung in dieser Saison bereits entfernt – beispielsweise am Eichweg, im Hochzeitswald und an der Hegebergstraße.

„Der Eichenprozessionsspinner kommt ausschließlich an Eichen vor und baut seine Nester gerne im Kronenbereich. Am Stamm ist ein befallener Baum häufig darum gar nicht zu erkennen, es sei denn, es ist sehr warm. Denn dann kommen die Nester auch am Stamm und am unteren Stammbereich vor“, erklärt Dirk Pretzsch vom Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung. Er warnt: Die Raupenhaare können zum Teil heftige Hautreaktionen auslösen oder die Atemwege der Betroffenen reizen. „Diese Symptome können auftreten, wenn man direkt mit den Raupen in Kontakt kommt oder durch Berührung der Nester. Auch indirekte Kontakte sind möglich, etwa durch Haustiere, die die Haare im Fell aufgenommen haben.“ Wer Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hatte, sollte duschen, Haare waschen und die Augen mit Wasser ausspülen, rät er. Die betroffene Kleidung sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Orte, an denen Eichenprozessionsspinner beobachtet werden, vermerkt die Stadtverwaltung in einem Kataster. Betroffen waren in den vergangenen Jahren beispielsweise Eichen am Waldrand in Besenhorst, am Elbewanderweg in Grünhof-Tesperhude, am Hochzeitswald und am Waldrand im Bereich Richtweg/Heinrichshof. Die betroffenen Bereiche werden regelmäßig beobachtet, gegebenenfalls Hinweisschilder aufgestellt. Zudem wurden die Geesthachter Schulen und Kindertagesstätten darüber informiert, woran der Befall von Bäumen mit dem Eichenprozessionsspinner zu erkennen ist, wie man sich bei einem Befall verhält und zu welchen Symptomen es bei Berührungen des Tieres und seiner Gespinste kommen kann.
Wer Nester des Eichenprozessionsspinners im eigenen Garten entdeckt, ist für eine ggf. erforderliche Beseitigung oder die Gefahren, die davon ausgehen können, selbst verantwortlich. Werden in öffentlichen Bereichen Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, ist das dem Fachdienst Umwelt zu melden. Dieser lässt die betroffenen Bereiche dann absperren und die Nester gegebenenfalls entfernen. Wenn möglich, werden dann die städtischen Baumpfleger tätig. Befinden sich die Nester allerdings in zu großen Höhen, müssen sie durch Fachfirmen entfernt werden.
„Wichtig noch für die Einordnung: Viele verwechseln auch gerne Mal die Gespinstmotte mit dem Eichenprozessionsspinner. Die Gespinstmotte kommt häufig an Sträuchern und Laubbäumen vor. Sie überzieht die ganze Pflanze mit ihren silbrig-weißen Gespinsten. Die Gespinstmotte ist aber nicht gefährlich“, erklärt Dirk Pretzsch.
Das erste Mal sind die Raupen 2011 in Geesthacht entdeckt worden. Die Geesthachter Stadtverwaltung reagierte rasch mit Aufklärung: Offensiv wurden Kitas, Schulen und Ärzte über das Vorkommen informiert. Für die Bürgerinnen und Bürger wurde ein Flyer entwickelt, der verteilt wurde und noch immer unter www.geesthacht.de abrufbar ist. Darin ist unter anderem nachzulesen, woran Eichenprozessionsspinner zu erkennen sind und inwieweit der Kontakt mit den Raupen oder deren Nestern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann – dieses ist übrigens das ganze Jahr über möglich.
- während der Fraßzeit der Raupen, wenn ab ca. Ende Mai/Anfang Juni (je nach Witterungsverlauf) die Gifthaare ausgebildet werden;
- während des übrigen Zeitraums durch die Gespinstnester, die Gifthaare enthalten. Die Wirkdauer der Gifthaare beträgt 5 bis 10 Jahre.
Nach einem Kontakt mit den Haaren der Eichenprozessionsspinner-Raupen gibt es sehr unterschiedliche Symptome. Direkter oder indirekter Kontakt mit den Haaren verursacht mehr oder weniger schnell eine Reizung der Haut und der Schleimhäute. Der aus den Gifthaaren freigesetzte Giftstoff löst bei Kontakt pseudoallergische Reaktionen aus wie Juckende, entzündliche Hautausschläge, Quaddeln und Bläschen vor allem im Gesicht, am Hals und in den Ellenbogenbeugen, Entzündungen der Augenbindehaut, Reizungen im Rachenbereich mit Halsschmerzen und in den oberen Luftwegen mit Husten; in seltenen Fällen mit asthmatischen Beschwerden.










