Mölln (pm). Seit nunmehr 17 Jahren betreut der NABU Mölln zusammen mit Mitarbeitern des Umweltzentrums Uhlenkolk für die Hinwanderung den ca. 600 Meter langen, mobilen Amphibienzaun mit seinen 26 Fangeimern unterhalb des Augustinums am Hegesee. Hinzu kommt der Zaun für die Rückwanderung in etwa gleicher Länge mit 24 Fangeimern. Die Mitarbeiter des Umweltzentrums kontrollieren von Montag bis Freitag in den Morgenstunden die Fangeimer, während NABU Mitglieder dieses in den Abendstunden sowie an den Wochenenden morgens und abends bewerkstelligen.
Im Auftrag der Stadt Mölln erfolgte der Aufbau des Zaunes seit Jahren durch Mitarbeiter der Lebenshilfe. Der NABU gab dazu zur entsprechenden Zeit das Startzeichen. Leider bekamen wir in diesem Jahr von der Lebenshilfe die kurzfristige Absage, dass sie den Zaun nicht mehr aufbauen. Also mussten unsere NABU Mitstreiter das zusätzlich selbst bewerkstelligen. Wir hätten uns eine bessere und rechtzeitige Kommunikation der Lebenshilfe gewünscht.
Der Aufbau des Zaunes erfolgte in der ersten Märzwoche, der Abbau, mit Hilfe von Mitarbeiter des Forstbetriebshofes, am 20. April. 1.195 Amphibien wurden unterhalb des Augustinums vor dem Tod durch Überfahren auf der Straße Am Hegesee gerettet und sicher zum Laichgewässer gebracht. Die Zahl der Hinwanderer hat sich scheinbar nach jahrelangem Rückgang mit einem leichten Plus stabilisiert. 256 Rückwanderer wurden ebenfalls gerettet.
Im letzten Jahr bekamen wir von Anwohnern der Straße Am Pinnautal, dem Ehepaar Dame, den Hinweis, dass eine erhebliche Anzahl von Amphibien den Straßenabschnitt in Richtung Waldhalle bis zum ehemaligen Sonnenbad, in Richtung Laichgewässer, quert.
Daraufhin hat der NABU den vorhandenen Amphibienzaun am Hegesee mit Eigenmaterial auf eigene Kosten um ca. 300 Meter verlängert. In diesem Jahr hat das Ehepaar Dame den Zaun um weitere 100 Meter auf eigene Kosten erweitert und morgens und abends betreut. Dafür ist der NABU sehr dankbar, denn so ein privates Engagement ist nicht selbstverständlich. Das Ergebnis dieser Aktion spricht für sich. An diesem Zaunabschnitt wurden 2.529 Amphibien, unter ihnen Grasfrösche und Teichmolche, vor dem Überfahren gerettet. Außerdem kommen noch 99 Rückwanderer hinzu.
Insgesamt wurden an beiden Zaunabschnitten 3.724 Amphibien als Hinwanderer und 355 als Rückwanderer vor dem Überfahren gerettet.
Das Abgehen der Zäune und leeren der Fangeimer sowie das Erfassen der einzelnen Individuen beansprucht sehr viel Zeit. Je nach Wanderaktivität sind pro Morgen- oder Abendkontrolle bis zu 2 Stunden von jeweils 2 Personen aufzuwenden. Bei Regen sind die Tiere besonders aktiv. Je nach Wetterlage finden auch Nachmittags Kontrollgänge statt. Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig und effektiv diese Schutzmaßnahmen sind, die auch in Zukunft unbedingt weitergeführt werden müssen.
Der NABU Mölln sei nach wie vor im Rahmen seiner Möglichkeiten bereit, diese Schutzmaßnahmen zu begleiten und stehe zu seinem Motto: Nicht reden, sondern handeln.







